Auf Patrouille mit dem Militär

Auf Patrouille nahe der Grenze

Auf Patrouille nahe der Grenze

Heute also drehen wir die Bilder, die man uns gerne zeigen möchte. Interessant genug ist das ja. Ich „darf“ zum ersten Mal eine schusssichere Weste anziehen. Kameramann Andreas möchte nicht, weil das schwere Ding seine Bewegungsfreiheit einschränkt, muss aber auch. Wir sind den ganzen Tag mit einer Militär-Patrouille unterwegs, die uns gleichzeitig beschützen und herumführen soll.

Drei geländetaugliche Fahrzeuge mit zwanzig Männern, alle in schusssicheren Westen und schwer bewaffnet, preschen viel zu schnell mit uns durch die belebten Straßen von Juarez. Drehen ist nur auf der Ladefläche zwischen all den Soldaten möglich, Andreas muss die gesamte Zeit stehen, schon bei der geringsten Kamerabewegung läuft er Gefahr, irgendwo anzustoßen oder eine Schulter vor der Linse zu haben.

Eigentlich muss er seine Augen immer gleichzeitig im Kamerasucher und auf seiner Umgebung haben, um nicht anzuecken – und das bei dem wahnwitzigen Tempo, das wir auf den unebenen Straßen fahren. Und bei den geladenen Gewehrläufen ringsherum. Eine große Herausforderung, die er hervorragend meistert. Tonmann Tim mit seiner langen Tonangel und ich sind auch im Weg und laufen ständig Gefahr, unfreiwillig ins Bild zu kommen.

Meist drücken wir uns in die hinterste Ecke des Armeejeeps oder gehen in eine Art Halbhocke, um nicht im Bild zu sein. Was passiert eigentlich, wenn wir auf ein Schlagloch treffen und eine der Waffen losgeht? denke ich. Aber natürlich sind sie gesichert. Am Ende unseres Höllenritts haben wir alle Akkus verbraucht und sechs Bänder voll mit wunderbaren Bildern, die an keiner Stelle die schwierigen Bedingungen verraten, unter denen sie entstanden sind.

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