Ein Dorf mit Gemeinsinn

Im Dorf El Alberto

Im Dorf El Alberto

Am Ende unserer zwei Wochen in Mexiko fahren wir aufs Land. Der Drehauftrag lautet heute, die Armut der meisten Mexikaner zu zeigen. Doch als wir im Dorf El Alberto ankommen, das Producerin Alexandra für uns ausgesucht hat, sehen wir als erstes ein großes Spaßbad mit Pool, Wasserrutschen und künstlichen Landschaften wie eine Fata Morgana aus der kargen Landschaft auftauchen. Das Gegenteil von Armut! Wie sollen wir hier drehen, wie Menschen von einem Dollar am Tag leben?

Aber dann entpuppt sich das Dorf doch noch als Glücksgriff. Der Zusammenhalt ist sofort spürbar und beeindruckt mich tief. Die Menschen helfen einander, stellen ihre Arbeitskraft unentgeltlich für Gemeinschaftsprojekte zur Verfügung, unterstützen die alleinstehenden alten Frauen im Dorf. Allzu reich ist es außerhalb des Spaßbades dann auch nicht – doch El Alberto hat alles, was die Menschen hier brauchen. Sie sind sehr stolz auf ihre Schule, die Kirche und die Straße, die sie alle zusammen gebaut haben.

Zehn Jahre lang hatten sie vergeblich auf staatliche Unterstützung gewartet. Dann legten sie kurzerhand in Eigenregie los. Wir sind von der Freundlichkeit, Bescheidenheit und Wärme dieser Menschen begeistert. Arm sind sie hier nicht, nein! sie sind reich: So abgedroschen es klingen mag, sie haben einander und ihre wunderbare Gemeinschaft, ihren Fleiß und ihre Hilfsbereitschaft – damit haben sie hier in der Einöde schon unglaublich viel erreicht.

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