Hungriges Indien

makro ist unterwegs in Nordindien. Ich und mein Team gehen der Frage nach, wie Indien die wachsende Bevölkerung in Zukunft ernähren will. Unsere erste Station Neu Delhi. Wir treffen die Familie Vanvari. Lokesh Vanvari arbeitet als Anlageberater und Vermögensverwalter, seine Frau Roopa hilft im Büro mit. Mit einem Einkommen von rund 1500 Euro im Monat gehören die Vanvaris schon zur oberen Mittelschicht in Indien. Trotzdem machen sie sich wegen der steigenden Lebensmittelpreise sorgen. „Zwiebeln und Kartoffeln essen wir jeden Tag. Früher haben die ein paar Rupien pro Kilo gekostet, jetzt muessen wir das Doppelte bezahlen,“ erzählt uns Roopa. Mit rund 10 prozent im Jahr ist die Teuerungsrate in Indien sehr hoch. Wir begleiten Roopa auf einen Markt. Etliche Obst- und Gemüsestände reihen sich am Strassenrand auf. Wochenmärkte wie bei uns gibt es nicht. Wir sind überrascht. Äpfel kosten hier genauso viel wie bei uns.

Doch rund zwei Drittel der Inder, das sind immerhin 800 Millionen Menschen, leben von weniger als zwei Dollar pro Tag. Kein Wunder, dass noch immer Millionen von Indern hungern. Die Regierung gibt an die Ärmsten verbilligte Lebensmittel ab, doch bei vielen Menschen scheint die Hilfe nicht anzukommen. Im Nov Jeevan Camp, einem Armenviertel in Delhi, erzählen uns die Bewohner, dass sie sich nicht mehr als eine Mahlzeit am Tag leisten können. Obst oder Gemüse haben sie schon lange nicht mehr gegessen, geschweige denn Fleisch.

Im Nov Jeevan Camp haben viele Menschen nicht genug zu essen.

Warum sind im Agrarland Indien, Lebensmittel so teuer? Wir fahren weiter in den Bundesstaat Bihar, wo viele Bauern leben. Davon bald mehr in diesem blog.

 

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