Wackelndes Wirtschaftswunder

Unglaubliches Indien! Damit wirbt die indische Tourismusberhörde um Besucher. Und igendwie stimmt das auch. Wer nach Indien fährt, der staunt über so Einiges: Zum Beispiel, dass auf zwei Fahrspuren mindestens 3 Fahrradrikschas, 2 Tuktuks, ein Auto und ein Bus nebeneinander Platz haben. Dass jemand auf der Straße anbietet, einem die Ohren mit einem alten Wattestäbchen zu reinigen. Als Dienstleistung versteht sich. Dass es überall am Straßenrand getrockneten Kuhdung zu kaufen gibt. Dass es mehr Handys als Toiletten gibt. Oder, dass ein junger Mann nicht weiß, wie die Ehefrau seines Bruders heißt, obwohl er mit ihr in einem Haus wohnt.


Indien ist wirklich unglaublich. Und das liegt auch an der mangelhaften Infrastruktur, der grotesken Bürokratie, der rückständigen Bildung und der großen Armut. So lustig die Beispiele klingen, so ernst ist der Hintergrund. Indien braucht dringend Strukturreformen. Schon jetzt wirkt sich die Untätigkeit der Regierung negativ auf die Wirtschaft aus. In den ersten drei Monaten 2012 ist die Wirtschaft nur noch um 5,3 Prozent gewachsen, obwohl die Auguren mit 6,1 Prozent gerechnet hatten – und auch das wäre bereits deutlich weniger gewesen als in den Jahren zuvor. Die Inflation ist wieder angestiegen, besonders bei Lebensmitteln. Im März legten die Gemüsepreise im Monatsvergleich um 26 Prozent zu. Experten sprechen von einem „Lebensmittelschock“. Derzeit verrotten Millionen Tonnen Weizen und Reis, weil der Staat zwar die Abnahme zu einem festen Preis garantiert, aber die Waren nicht transportieren und lagern kann.

Anlass für uns von makro einen genaueren Blick auf die indische Landwirtschaft und die Lebensmittelindustrie zu werfen. Diesen Freitag in „Hungriges Indien“ um 21 Uhr in makro.

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