Banken: Reden Sie mit!

In den Bankentürmen Frankfurts herrscht Katerstimmung. Bild: dpa

In den Bankentürmen Frankfurts herrscht Katerstimmung. Bild: dpa

Den Banken geht es schlecht, besonders in Europa. Das ist nicht gut, teilweise sogar gefährlich, denn ein funktionierendes Finanzsystem ist die Voraussetzung für eine prosperierende Wirtschaft.

In gewisser Weise ist die Lage aber unvermeidlich. Die Exzesse der Branche seit den 80er-Jahren, die in der Finanzkrise gipfelten, fordern ihren Preis. Und so erleben wir heute – wie auch nach der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren – einen schmerzhaften Absturz auf den Boden der Tatsachen.

Die neue Realität der Banken ist geprägt durch schärfere Regulierung, massenhaft faule Kredite, Vertrauensentzug der Kunden, zu vielen Filialen, Konkurrenz durch Fintech-Unternehmen und einer Welt ohne Zinsen.

Zu Gast bei makro ist der Bankanalyst Dieter Hein von fairesearch. Er sagt, die Banken seien an ihren Problemen im Wesentlichen selbst schuld. Diskutieren Sie mit!

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makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

70 Kommentare

  • Walter H.
    29.10.2016, 3:19 Uhr.

    Bei Herrn Vermögensverwalter Wallwitz würde ich sicher kein Geld anlegen, nach dem Schwachsinn, den er da in der Sendung erzählt hat.

    Mir hat auch nicht gefallen, dass Europas Banken während der Krise Geld nachgeschmissen bekommen haben. Aber in den USA – wo die gesamte Krise übrigens ausgelöst/verursacht worden ist – hat man die Möglichkeit, dass quasi unbegrenzt und ohne große Regularien zusätzliches Geld gedruckt werden kann, während in der EU versucht werden musste, mit vorhandenen Mitteln auszukommen.

    Und was heißt da schrumpfende Branche? Erstens hört sich das an wie Eigenwerbung für Vermögensverwalter – schlimm, wer Böses dabei denkt! – und zweitens, was machen wir ohne Banken?

    Außerdem, Schrumpfen kann man sowohl positiv als auch negativ sehen. Die Stärksten werden übrig bleiben – und uns dann umso mehr schröpfen.

    Noch ein paar Worte zum Schluss: Die Deutsche Bank, über die jetzt von allen Seiten hergezogen wird, war die einzige Bank in Deutschland und eine der ganz wenigen in Europa, die in der Krise keine Staatsgelder benötigt hat.

  • Sparefroh
    28.10.2016, 22:43 Uhr.

    Sehr geeehrter Herr Heine,
    wie geht es den Banken in USA und Asien ( z.B. New York, Hongkong, Shanghai, Singapur, Tokio, …) ?
    geht es denen besser und haben nur die Banken in Europa diese Probleme ?
    Macht die EU schon wieder etwas falsch ???

  • siegfried mochert
    28.10.2016, 22:07 Uhr.

    Guten abend,hr.hein,was ist mit anlagen in der schweiz,wie sicher,sind die in der krise?

  • makro
    makro
    28.10.2016, 22:06 Uhr.

    Das war`s für heute in unserem Blog, untereinander kann natürlich gern weiter diskutiert werden. Wir bedanken uns für Ihr Interesse und bei Herrn Hein für die Beantwortung der Fragen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass nicht alle Fragen beantwortet werden konnten. Natürlich kann gerne weiter diskutiert werden. Makro gibt es wieder nächste Woche, dann blicken wir auf die Globalisierung, die ganz ordentlich in der Kritik steht. Wir wünschen Ihnen bis dahin eine gute Zeit! Ihr makro-Team

    • André
      28.10.2016, 22:17 Uhr.

      Ich würde mich freuen, wenn ihr euch in einer der nächsten Folgen noch mal ausführlich mit den Ursachen der Niedrigzinsen beschäftigen könntet. Dabei würde ich mir Volkswirtschaftler wie Heiner Flassbeck als Gäste wünschen. Oder gab es dazu schon mal eine Folge, die mir entgangen ist?

      • makro
        makro
        28.10.2016, 22:42 Uhr.

        Die Nullzinsfalle: Wie kommen wir da wieder raus?
        http://www.3sat.de/?186576

        Anleger in Not: Wohin mit unserem Geld?
        http://www.3sat.de/?181240

        • André
          29.10.2016, 1:10 Uhr.

          Vielen Dank für den Hinweis! Ich habe mir die Nullzins-Sendung gleicht angeschaut. Leider wird das eigentliche Thema Nullzins nur ziemlich oberflächlich und bruchstückhaft behandelt. So wird da niemand schlau draus. Im Rahmen dieser Sendung lässt sich das Thema wohl nicht geeignet erfassen. Da müsste es schon eine Doku oder was geben, wo man der Sache mal richtig auf den Grund geht und vor allem nicht nur die Angebotsseite betrachtet, sonder auch die Nachfrageseite, die wiedermal komplett ausgeblendet wurde. Wenn da schon einer wie Jürgen Stark kommt, sollte man wenigstens in den Beiträgen mal auf die Nachfrageseite eingehen. Das Wort „Löhne“ kam nicht ein einziges Mal vor! Das beste war der italienische Käseproduzent: „Die Banken geben uns ganz normal Kredit…und doch ist offensichtlich, dass ein gewisses Problem mit der Kreditvergabe der Banken besteht…“ – waaaas? Wieso wird hier nicht genauer nachgehakt? Dann kommen zwar ein paar Allgemeinplätze, aber so richtig erklärt wird der Widerspruch nicht. Wieso kann man da nicht mal etwas tiefer reingehen? Stattdessen werden (in einem anderen Beitrag) mal wieder völling sinnfrei irgendwelche Zahlen zur Staatsverschuldung in den Raum geworfen. Als ob es nur Staatsverschuldung gäbe…

    • Sascha
      28.10.2016, 22:19 Uhr.

      Schade das Fragen übergangen wurden (zeitlich chronologisch)
      Sicher hat Herr Hein wenig Zeit aber eine Chronologische Beantwortung hätten wir uns schon gewünscht

      • makro
        makro
        28.10.2016, 22:44 Uhr.

        Das tut uns leid. Aber unsere Gäste müssen nach der Sendung oft noch einen Zug erwischen o.ä.

  • Klaus Drescher
    28.10.2016, 22:02 Uhr.

    Ich glaube (vermute), wir werden jetzt die Folgen von 35 Jahren „Deregulierung“ = systematische Ausplünderung spüren (und auszuhalten) zu haben. Ein jeder Bauer weiß, daß er nicht mehr als 3,5 % Rahm abschöpfen kann.

  • Franz
    28.10.2016, 21:49 Uhr.

    Hallo,
    ich beschäftige mich seit 1 1/2 Jahren mit der Kryptowährung OneCoin. Ist ja mittlerweile mit über 2,6 Mio User und über 18 Mrd. Euro Marktkapitalisierung das größte Kryptowährungsunternehmen weltweit.

    https://www.onelife.eu/signup/gouo0002

    Was halten sie persönlich von Kryptowährung, da ja nun auch ein Bankenkonsortium von 42 Banken sowie viele andere Institute wie VISA, Staaten, usw. in die Blockchaintechnologie investieren?

  • Simeon Oliva
    28.10.2016, 21:47 Uhr.

    Ist die geringere Profitabilität europäischer Banken wirklich hauptsächlich dem niedrigen Zinsumfeld geschuldet? Durch die EZB getriebene niedrige Zinsen bedeuten schließlich auch niedrige Refinanzierungskosten für Banken. Des Weizteren sollten niedrige Zinsen keinen Einfluss auf die Margen haben (diese würden sich eher wegen eines starken Wettbewerbs verringern).

    • Holger Bosse
      28.10.2016, 21:58 Uhr.

      Hallo! Guter Einwand: Der Ertrag der Banken im Zins-/Kreditgeschäft errechnet sich aus der MARGE, also der Differenz aus Einlage- (oder Refinanzierungs-) und Kreditzins. Insofern dürfte das absolute Zinsniveau keinen Einfluss auf die Zinsmarge haben!

      • mister-ede
        28.10.2016, 22:13 Uhr.

        Die Erhöhung der Sollzinsen von 4% auf 5% steigen die jährlichen Zinskosten eines Unternehmen um 25%.
        Bei einer Erhöhung der Sollzinsen von 0,5% auf 1,5% steigen die jährlichen Zinskosten jedoch um 200%.
        Bei niedrigen Zinsen haben Banken es also schwerer, eine hohe Marge am Markt zu erzielen.

        Hinzukommt, dass durch die Niedrigzinspolitik schlicht die Menge an verfügbarem Kapital im Markt gesteigert wird. Dieses Überangebot verschärft die Konkurrenz, so dass Banken ihre Margen senken müssen.

        • Holger Bosse
          28.10.2016, 22:27 Uhr.

          Halo mister-ede! Das unterstellt, dass die Unternehmen ihre Renditeerwartungen hinsichtlich kreditfinanzierter Investitionen entsprechend (nach unten) anpassen. Ich denke (ohne, dass ich das hier durch entsprechende Daten belegen kann), dass das ab einem bestimmten (niedrigen)Zinsniveau nicht der Fall ist. Im übrigen hört man ja, dass sich die Banken mit der Vergabe neuer Kredit eher schwer als leicht tun. Das weicht Ihren Einwand konkurrierender Banken im Kreditgeschäft etwas auf – wobei Sie natürlich im Grundsatz recht haben.

          • mister-ede
            29.10.2016, 13:31 Uhr.

            Sie habe da schon recht. Es wird auch einfach gerne als Ausrede genutzt. Schon bei der Fusion von Dresdner und Commerzbank galten beide Geldhäuser als verdammt schwach. Der Nettoertrag aus dem Zinsgeschäft ist zwar in den letzten Jahren Rückläufig, aber auch nicht so dramatisch eingebrochen, wie das oft dargestellt wird.

            Ich denke, den Filial-Banken machen seit 20 Jahren auch einfach die Online-Banken Konkurrenz, die dieselben Dienstleistungen günstiger anbieten können.

  • Christian Schuette
    28.10.2016, 21:47 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hein
    Bei einer Insolvenz bzw einer statlichen Unterstützung einer Bank, kann dann auch das Vermögen, welches in Aktien auf einem Depot liegt, mit herangezogen werden?

    • mister-ede
      28.10.2016, 21:57 Uhr.

      Nein. Die Aktien im Depot gehören Ihnen und nicht der Bank. Sie verwaltet diese nur.

  • S.Behrens
    28.10.2016, 21:45 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hein,

    danke für das kompetente Interview.

    Wie beurteilen Sie Spezialinstitute, wie z. B. Lang & Schwarz?

    Wie solide sehen Sie Aktien des Schweizer Instituts Bellevue Group?

    Vielen Dank für Ihre Antwort!

  • Herr Gross
    28.10.2016, 21:43 Uhr.

    Hallo Hr. Hein!

    Wie ist ihre Empfehlung / Meinung wie man sein Kapital anlegen soll?
    Gilt die Faustregel noch 1/3 in Edelmetalle? und zu wieviel in Gold und Silber?
    Mit einer Wohnungsvermietung habe ich sehr gute Erfahrungen! (BetonGeld)
    DANKE

  • Konrad Neumeister
    28.10.2016, 21:40 Uhr.

    Ja, ist die Wahrheit nicht jetzt wieder ganz nah: Arbeit und nur diese generiert einen Wert und noch besser einen Mehrwert. Wer aus Geld Geld machen will handelt nicht nur sittenwidrig, er zerstört die Welt. Wer das ändern will lebt nicht mehr lange: Siehe J.F.Kennedy. Er wollte das Geld wieder vom Staat aus ausgeben.

  • Holger Bosse
    28.10.2016, 21:38 Uhr.

    Hallo Herr Hein! Es wird von Bankenkritikern (und Analysten) immer wieder vorgetragen, dass die Banken – um den Sachverhalt einzugrenzen bleiben wir mal bei den deutschen Banken – ihr Geschäftsmodell ändern müssten, um nachhaltig profitabel zu werden und sich aus der aktuellen Krise zu manövrieren. Ich frage mich nun, wie dieses „Geschäftsmodell“ aussehen soll? Banken haben, nach meinem Stand der Dinge, 2 Geschäftsfelder: Das Zins-/Kreditgeschäft und das Investmentbanking. Im Zins-/Kreditgeschäft ist in Deutschland aufgrund des Dreisäulenmodells und auch des aktuellen Zinsniveaus kein/kaum Geld zu verdienen. Das Investmentbanking ist, wie wir mittlerweile wissen, mit erheblichen Risiken behaftet und aus Sicht der Politik, der Regulatoren und auch der öffentlichen Meinung als Geschäftsbereich mit einem Malus behaftet. Was sollten (deutsche) Banken also Ihrer Meinung nach tun?

    Vielen Dank für Ihre Antwort!

  • Jens Herrmann
    28.10.2016, 21:37 Uhr.

    Wieweit können Eigentümer von Aktien einer Bank heute in Haftung genommen werden, falls der Bank plötzlich die Pleite droht?

    • mister-ede
      28.10.2016, 21:51 Uhr.

      Die Aktien können wertlos werden. Eine weitere Haftung ist aber ausgeschlossen.

  • Scharl
    28.10.2016, 21:37 Uhr.

    Die Geldmenge nimmt zu und die Geld-Umlaufgeschwindigkeit ab. Ist die Ursache, dass immer mehr Vermögen sich bei sehr wenigen Marktteilnehmern befindet und Hälfte der deutschen Haushalte über weniger als 1% des deutschen Vermögens verfügen? Wenn ja, warum wird dies nicht geändert?

  • Marianne Glockner
    28.10.2016, 21:36 Uhr.

    Guten Abend.Kann es sein dass sich Geld als noch reales Zahlungsmittel einem absehbaren Ende nähert?Und wieso hat die sogenannte dritte Welt immer noch kein eigenes Bankensystem?Mit freundlichen Grüßen Marianne Glockner

  • H
    28.10.2016, 21:36 Uhr.

    Angenommen man ist zu 35% in Aktien, 10% in Gold und 55% in Tagesgeld investiert. Wenn man nun eigentlich die Aktien lieber verkaufen möchte und dieses Geld trotz Minizinsen lieber eine Weile wegen eines möglichen Wertverlusts bei Aktienturbulenzen auch in Tagesgeld anlegen will: Riskiert man im Falle einer Bankenpleite (z.B. Italien), auch das Tagesgeld (z.B. mehrfach 100T€ bei verschiedenen Banken) zu verlieren ? Also reicht die Einlagensicherung dann aus ? Danke.

    • H
      28.10.2016, 22:30 Uhr.

      Meines Erachtens ist eine halbe Stunde und genau 10 Antworten doch sehr dürftig für solch einen Blog.

      • Holger Bosse
        28.10.2016, 22:35 Uhr.

        🙂

  • Elisabeth Holzheimer
    28.10.2016, 21:36 Uhr.

    Was geschieht mit Riester-Anlage-Produkten, die z.B. auch von der Deutschen Bank angelegt und verwaltet werden? Sind diese bei einem Zusammenbruch der Bank weiterhin abgesichert?

  • Markus Scharf
    28.10.2016, 21:36 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hain, warum funktionieren die Geldpolitischen Instrumente der EZB nicht? Und wie würden Sie die derzeitig niedrige Inflationsrate von dem Leitzins der EZB abhängig machen? Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen Markus Scharf

  • Krah
    28.10.2016, 21:36 Uhr.

    Hallo Hr. Hein,
    ist mein Erspartes Geld auf der Bank noch sicher?
    Soll ich das Geld in Gold anlegen??
    Vielen Dank

  • Robert Muth
    28.10.2016, 21:35 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hain, wie werden sich Ihrer Meinung nach bei der Deutschen Bank(i) die Einlagen (insbesondere von sog. Großeinlegern) entwickeln,(ii) die Liquidität,(iii) die Bonität und damit die Refinanzierungskosten jeweils bis zum 31.12.2017? Besten Dank für Ihre Antwort!

  • Selimi
    28.10.2016, 21:34 Uhr.

    Sehr geehrter Hr. Hein,
    im Angesicht der künftigen Finanzentwicklungen, wie werden sich in den nächsten 5 Jahren die Immobilienpreise entwickeln? Stagnieren oder eher Fallen? Macht es Sinn in den aktuell überteuerten Immobilien zu investieren?

    Freundliche Grüße, Selimi

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 22:00 Uhr.

      Auch Immobilienpreise bewegen sich in Zyklen, derzeit sehen wir in Deutschland seit einigen Jahren einen deutlichen Aufwärtstrend aufgrund der Niedrigzinspolitik. Die Renditen aus Immobilien sind dadurch atraktiver geworden, die Immobiienpreise in Deutschland können sich aus meiner Sicht weiter positiv entwickeln, solange die Zinsen niedrig bleiben. Eine sichere Anlage gibt es nicht, bei Immobilien sind drei Dinge wichtig: Lage, Lage, Lage.

  • Sascha
    28.10.2016, 21:33 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hein,
    in Bezug auf die Deutsche Bank.
    Was würde mit der Tochter (der Berliner Bank) passieren wenn die Deutsche Bank geregelt Konkurs ginge?
    Was würde einem Kreditnehmer der Berliner Bank erwarten?

  • Dieter Hein
    28.10.2016, 21:32 Uhr.

    Guten Abend

    • gerg
      28.10.2016, 21:37 Uhr.

      Guten abend Herr Hein,
      was halten Sie von Kryptiwährungen zB. Bitcoin, Onecoin…
      danke

  • André
    28.10.2016, 21:32 Uhr.

    In der Sendung zuvor haben wir gelernt, dass die Zinsen so niedrig sind, weil zu wenig Kredite vergeben werden und zuviel gespart wird (in Deutschland bzw. Europa?). Wieso werden zu wenig Kredite vergeben?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:57 Uhr.

      Das die Zinsen von der EZB so manipuliert werden, um die Kreditnachfrage anzukurbeln, ist m.E. ein Märchen. Aus meiner Sicht dienen die negativen Zinsen alleine dazu, dass die hochversuchuldeten südeuropäischen Staaten sich weiter verschulden können und an den Zinszahlungen für ihre Kredite nicht pleite gehen. Das der EZB-Präsident Herr Draghi ein Italiener ist, darf einen in diesem Zusammenhang nicht wundern, der deutsche Kandidat, der ehemalige Bundesbankpräsident Axel Weber, hat das Amt abgelehnt, weil er diese damals angedachte Zinspolitik nicht vertreten konnte. Die Niedrigzinspolitik kostet den deutschen Sparer viel mehr Geld, als die Regierung ihnen erzählt.

      • André
        28.10.2016, 22:09 Uhr.

        Vielen Dank für die Antwort! Nur leider beantwortet das meine Frage nicht: Wieso werden zu wenig Kredite vergeben?
        Die EZB vergibt doch ihr Geld nicht nur an Staaten, sondern vor allem auch an Banken und damit die Privatwirtschaft. Wenn die EZB jetzt ihre Zinsen wieder erhöhen würde, würden die Banken doch noch weniger Kredite vergeben, vor allem auch an die Privatwirtschaft, wenn diese jetzt schon zu wenig Kredite nachfragt, oder habe ich da was falsch verstanden?

  • Ruthlinde Schu
    28.10.2016, 21:32 Uhr.

    Wissen Sie wie solide die Banko Sistema in Mailand ist? Kann man dort Geld sicher anlegen?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:51 Uhr.

      Geld kann man m.E. nirgends ganz sicher anlegen, auch nicht bei deutschen Staatsanleihen, die genannte Bank kenne ich nicht und kann daher auch nichts dazu sagen.

      • André
        28.10.2016, 22:19 Uhr.

        100% Sicherheit gibt es nie, das ist klar! Aber was ist sicherer als Deutsche Staatsanleihen??

  • Philipp Awier
    28.10.2016, 21:31 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hein,
    vielen Dank für Ihre interessanten Einschätzungen. Wie groß sehen Sie das Problem, dass in Deutschland viele die Börse immer noch meiden und bei Minizinsen ihr Geld auf Sparbüchern bunkern? Ich persönlich beschäftige mich schon seit 8 Jahren mit der Börse und betreibe mittlerweile einen Blog wie man eigenverantwortlich sein Geld an der Börse anlegen kann (mein Schwerpunkt liegt hierbei auf sog. Dividenden-ETF’s). Den Blog findet man unter http://www.passives-einkommen.rocks

    Vielen Dank!

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:48 Uhr.

      Als Aktienanalyst halte ich Aktien fast immer für eine gute Anlagealternative. Die Entscheidung, welche Aktien der Anleger kauft, sollte er aber selber treffen. Aktiv gemanagte Fonds verlangen viel zu hohe Managementgebühren und erzielen im Vergleich viel zu niedrige Renditen.

      • Philipp Awier
        28.10.2016, 21:51 Uhr.

        Vielen Dank. Das sehe ich genauso. Deshalb investiere ich ausschließlich in passive Indexfonds mit sehr geringen Gebühren.

  • Abraham
    28.10.2016, 21:31 Uhr.

    Ist nicht die schwache Nachfrage nach Krediten der Grund, warum derzeit Deutsche Banken in Schwierigkeiten sind?
    Und sind Negativzinsen auf Einlagen eine Lösung oder nur ein weiterer Anreiz, Preise riskanterer Anlagen weiter aufzublähen?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:45 Uhr.

      Nein, denn das Kreditvolumen bei einigen deutschen Banken wächst. Negative Zinsen sind nur gut für die EU-Staaten, die sich hochverschuldet haben für Anleger und Sparer sind sie ein Fiasko.

  • mister-ede
    28.10.2016, 21:31 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hein,

    ich beschäftige mich schon etwas länger mit den Eigenkapitalvorschriften von Basel III bzw. der EU-Rahmensetzung CRR. Ich habe hier aber eine Frage.

    Die Basel-III-Regulierung erlaubt dem Gesetzgeber (bei uns der EU), Kredite an Zentralstaaten (z.B. Großbritannien), die auf Landeswährung (in diesem Fall Pfund) lauten, von der Hinterlegung von Eigenkapital zu befreien. Die EU hat dies in der CRR Art. 114 IV aufgenommen. Ich verstehe allerdings nicht, warum auch der Euro z.B. für Portugal als Landeswährung behandelt wird. Portugal hat doch für sich alleine, anders als GB beim Pfund, überhaupt keinen Einfluss auf den Euro, so dass im Gegensatz zu GB ja tatsächlich ein Ausfall von z.B. Portugal droht.

    Meine Frage daher: Ist die Einstufung des Euro als Landeswährung nicht falsch?

    In einem Blog-Artikel „Der Euro und seine falsche Einstufung als Landeswährung“ habe ich das Thema vor einiger Zeit aufgegriffen.

    Beste Grüße,
    Mister Ede

    • mister-ede
      28.10.2016, 22:14 Uhr.

      Schade, dass die Frage übersprungen wurde.

      • André
        28.10.2016, 22:27 Uhr.

        Vielleicht etwas umständlich formuliert die Frage? Ich musste mir auch erst den Artikel lesen, der es dagegen sehr verständlig erklärt: http://www.mister-ede.de/politik/euro-keine-landeswaehrung/5273

        Die Antwort wäre doch eh sehr kurz gewesen: Ja! 🙂
        Außerdem wäre er doch der falsche Ansprechpartner. Das wäre eher eine Frage für Schäuble…

        • mister-ede
          29.10.2016, 13:37 Uhr.

          Lieber André,

          leider habe ich dazu keine Literatur gefunden und mein Eindruck ist, dass sich mit dieser Frage bislang niemand beschäftigt hat.

          Insofern hätte mir auch schon eine kurze Antwort eines Experten weitergeholfen.

  • Lukas
    28.10.2016, 21:30 Uhr.

    Seht die Deutsche Bank besser da wenn Sie die Postbank wieder integriert?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:42 Uhr.

      Aus meiner Sicht,ja. Die ständigen Strategiewechsel der Deutschen Bank bezüglich der Postbank zeigt nur, dass die Bank keien überzeugende Strategie hat, obwohl die Integration der Postbank sie schon Milliarden Euro gekostet hat.

  • Lukas
    28.10.2016, 21:28 Uhr.

    Welche Chancen hat Bitcoin sich durchsetzen und somit Banken überflüssig machen?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:41 Uhr.

      Bitcoins machen aus meiner Sicht das Bankgeschäft nicht überflüssig, da eine Kernaufgabe des Bankgeschäftes daran liegt, Kreditausfallrisiken zu kalkulieren. Das fällt mit Bitcoins nicht weg.

    • MrD
      28.10.2016, 21:42 Uhr.

      Hallo Lukas,

      BitCoins könnten theoretisch, das Problem der Intransparenz lösen, weil die Blockchains öffentlich einsehbar sind.

      Aber dazu müsste sich JEDER user eindeutig identifizieren.

      also löst es leider keine dieser aktuellen Probleme des aktuellen Geld-Systems:

      1. Nachhaltigkeit (sustainability)
      2. sinnvolle Arbeitsplätze schaffen (create jobs)
      3. Korruption bekämpfen durch Transparenz (transparency/corruption)
      4. Steuerflucht verhindern (tax avoidance (Amazon, eBay, PayPal itself is avoiding tax))
      5. Scheere Arm/Reich schließen, 0.14% der Weltbevölerung gehört 80% allen Reichtums (zu dem auch Grund und Boden zählt) (growing gap between rich and poor (income or wealth inequality, 0.14% own 80% of all ownable wealth))

      • André
        28.10.2016, 21:47 Uhr.

        Sehe ich auch so, wie MrD. BitCoin ist digitales Gold. Nicht mehr und nicht weniger. Gold wurde schon mehrfach als Währung ausprobiert und wieder verworfen.

      • MrD
        28.10.2016, 23:19 Uhr.

        Was interessant ist am BitCoin System, dass scheinbar auch das „reale“ Geldsystem eigentlich ganz ähnlich funktioniert 😀

        D.h. im Potential der BitCoins steckt schon etwas subversives… am Staat vorbei… am Steuer-System vorbei… vorbei an den offiziellen Servern und Konten und Kanälen… deswegen wird das BitCoin System scheinbar auch zur Geldwäsche benutzt.

        Schade eigentlich.

        Ob die BitCoins tatsächlich evtl. noch in den Alltag Einzug halten? Muss die Zeit zeigen. Kann sein, dass diese Art der Evolution dauert.

        Ich hoffe es kommen noch mehr Systeme an den Start 🙂 (Lietaer! Lietaer! Lietaer! )

  • gottfried kraft
    28.10.2016, 21:26 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hein, was passiert wenn die EZB ihre derzeitigen Marktmechanismen sukzessive zurückfährt und die Zinsen erhöht bzw. Inflation entsteht?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:39 Uhr.

      Die Sparer bekämen wieder höhere Zinsen auf ihre Ersparnisse und die Banken könnten ihre Margen im Passivgeschäft erhöhen. Das niedrige Zinsumfeld hat auf die Deutsche Bank und die Commerzbank bisher nicht die negativen Einflüsse gehabt, von denen sie immer pauschal reden. Das sieht man schon daran, dass sie keine Zahlen dafür veröffentlichen.

    • André
      28.10.2016, 21:45 Uhr.

      Wie soll das gehen? Die EZB versucht doch zurzeit gerade schon die Inflation mit allem was geht zu erhöhen – aber es klappt offensichtlich nicht. Wieso soll sich die Inflation dann erhöhen, wenn sie ihre Aktionen zurückfährt??

  • peter
    28.10.2016, 21:26 Uhr.

    Was halten sie von Altnativen wie digitaler Währung wie Bitcoin und OneCoin?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:36 Uhr.

      Das schützt nicht vor Risiken, die Mitarbeiter bewusst eingehen, um ihre Boni im Erfolgsfall zu erhöhen. Bei denen aber beim Misserfolg die Bank auf den Kosten sitzen bleibt.

      • André
        28.10.2016, 21:41 Uhr.

        Gibt es eigentlich Modelle mit so einer Art negativen Boni für unprofitable Geschäfte?

  • MrD
    28.10.2016, 21:25 Uhr.

    Hallo 3Sat, Hallo Herr Hein,

    warum wird eigentlich BERNARD LIETAER, EX-ZENTALBANKER VON BELGIEN KOMPLETT IGNORIERT?

    EFFIZIENZ IST NICHT ALLES! SICHERHEIT, STABILITÄT, FRIEDE IST AUCH ETWAS WERT, ODER?

    WIR BRAUCHEN DRINGENDST EIN ÖKOSYSTEM STATT EINE FINANZIELLE MONOKULTUR IN EUROPA!

    http://altcoopsys.org/2016/10/10/wakeup-call-by-bernard-lietaer-on-starving-people-are-bad-for-business-and-sustainable-abundance/

    http://altcoopsys.org/2016/10/21/bernard-lietaer-new-money-for-a-new-world/

  • Holger Voss
    28.10.2016, 21:20 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Hein, wäre es nicht sinnvoll, wenn die Deutsche Bank AG Ihr Investmentbanking so strukturiert, dass hier schwerpunktmäßig Finanzprodukte mit realwirtschaftlichem Bezug, wie beispielsweise Rohstoffsicherungsgeschäfte angeboten werden, um somit als globaler Partner für unsere Industrie zur Verfügung stehen zu können?

    • Dieter Hein
      28.10.2016, 21:35 Uhr.

      Ja. Das ist ein Weg. Am wichtigsten erscheint mir aber, dass die Bank keine unkalkulierbaren Risiken mehr im Investmentbanking eingeht und nur Boni für profitable Geschäfte zahlt.

  • makro
    makro
    28.10.2016, 20:29 Uhr.

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