Russland: Reden Sie mit!

Russlands Präsident Wladimir Putin. Bild: reuters

Russlands Präsident Wladimir Putin. Bild: reuters

Make Russia great again – das ist das Ziel des Kreml. Genau wie in der Außen- und Sicherheitspolitik setzt Moskau auch in der Wirtschaft auf eigene Stärke. Dabei ist dieser Isolationismus gerade der Grund der ökonomischen Misere.

Klar, der niedrige Ölpreis reißt Löcher in den Haushalt und die Sanktionen schaden. Aber das eigentliche Problem der russischen Wirtschaft sind mangelnder Wettbewerb und fehlendes Knowhow. Statt Wettbewerb werden Putin-treue Oligarchen protegiert; das Knowhow sitzt im Ausland und wird durch staatliche Willkür verschreckt.

Präsident Putin hat in seiner Rede zur Lage der Nation gewisse Defizite eingeräumt – dabei hat das System Putin selbst sie erst erschaffen. Zu Gast bei makro ist der Russland-Kenner Prof. Gerhard Mangott von der Universität Innsbruck. Er spricht in der Konsequenz von einem „deutlichen Kaufkraftverlust der Bevölkerung“. Diskutieren Sie mit!

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makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

65 Kommentare

  • Thomas M.
    03.12.2016, 16:34 Uhr.

    Sehr geehrtes Makro-Team,

    auch ich habe diese Sendung gestern Abend verfolgt und anschließend die vielen Fragen und leider nur wenigen Antworten des Herrn Prof. Mangott in diesem Blog interessiert gelesen.

    Von Ihnen, liebes Makro-Team, wünsche ich mir zukünftig mehr Sendezeit und Zeit im Blog einzuplanen. Ausreden, wie „Herr Prof. Mangott muss noch seinen Zug bekommen“ (vgl. Kommentar vom 02.12.2016, 22:32 Uhr), finde ich beschämend angesichts solch eines komplexen Themas.

    Ich bitte dies zur Kenntnis zu nehmen, schließlich sind wir es, die GEZ-Beitragszahler, für die Sie Fernsehen machen und nicht zum Selbstzweck.

    Vielen Dank
    Thomas M.

  • Werner Starke
    02.12.2016, 22:51 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof.Mangott,
    ein „Dariusz“ fragt nach den langfristigen Auswirkungen der Sanktionen und Sie geben in Ihrer Antwort den Hinweis auf den russ. Erdölsektor.
    Ich glaube daran nicht. So wie schon im 2.Weltkrieg die Blockade Russlands zur Entwicklung von Industriezweigen und Kapazitäten, die es vorher in Russland nicht gab, so wird man das heute auch wieder tun mit Hilfe aus aller Welt, da Wissenschaftler und Techniker an Sanktionen nicht gebunden sind. Ein neues Erdölfeld in Westsibirien entwickelt Russland in Cooperation mit Shell!!! Wetten, dass dieser Konzern mit der neuesten Technik anreist! Dafür vergeben (besser werden dazu gezwungen) deutsche Firmen leichtfertig eigene Chancen.
    Ich gehe noch weiter: Ich behaupte, die Gründe für die von der EU erlassenen Sanktionen stehen auf tönernen Füßen. Wie unabhängige Völkerrechtler (übrigens auch ein Österreicher auf 3sat (Name wurde leider nicht, mögl. auf Wunsch der Gesprächsteilnehmer nicht eingeblendet)einhellig behauten, trifft im Fall der Krim der Begrigff Annexion überhaupt nicht zu, auch nicht nach der Definition im Handbuch des Völkerrechts (grenzüberschreitend, gewaltsam, unrechtmäßig)Prof.R.Merkel,ein Völkerrechtler im Ruhestand, hat sich sogar getraut, das in der Frankfurter Allgemeinen 24.06.16 (oder14?).logisch abzuleiten.Um Kriterien der Annexion auszuhebeln, erfand man die „grünen Männchen“ ohne Kokarden als Sonderkommandos des KGB. Dabei sind es auch in der ehem DDR verbreiteten „Betriebskampfgruppen“ mit gleichen Uniformen- Keine Kokarden, da es ortsansässige Zivilisten waren. Zu den „russischen Truppenverbänden in der >Ostukraine gab ein Experte Gen.a.D H.Kujat im TV ein deutliches Statement ab: Es gbt dafür keine Beweise. Wenn es sie gäbe, hätte man sie längst auf den Tisch gelegt.“ Dem wurde nie wiedersprochen und vorgelegt wurde bisher auch nichts, – oder habe ich das übersehen?
    Mit freundlichen Grüßen Werner Starke

  • makro
    makro
    02.12.2016, 22:12 Uhr.

    Das war`s für heute in unserem Blog. Untereinander kann natürlich gern weiter diskutiert werden. Wir bedanken uns für Ihr Interesse und bei Herrn Prof. Mangott für die Beantwortung der Fragen. Wir bitten um Verständnis dafür, dass nicht alle Fragen beantwortet werden konnten. Makro gibt es wieder nächste Woche, dann blicken wir in der Dokumentation „Afrika Digital“ auf den Internetboom im Silicon Savannah. Wir wünschen Ihnen bis dahin eine gute Zeit! Ihr makro-Team

    • Sansibar
      02.12.2016, 22:26 Uhr.

      Jetzt bin ich aber enttäuscht. Sie laden zu einer Diskussion mit Prof. Mangott ein und am Ende wurden von 50 Kommentaren gerade mal 12 beantwortet. Es ist in Ordnung, wenn er dafür keine Zeit hat, aber dann bauen Sie doch bitte nicht eine Erwartungshaltung für einen spannenden Austausch auf. Ich kann für dieses Format keine Empfehlung aussprechen. Schönen Abend!

      • makro
        makro
        02.12.2016, 22:32 Uhr.

        Das tut uns leid. Aber wir können unsere Studiogäste ja nicht festtackern 🙂
        Sie müssen oft noch einen Zug kriegen o.ä. Prof. Mangott hat sich immerhin eine gute halbe Stunde Zeit genommen und dafür sind wir ihm dankbar.

      • Henrik Müller
        03.12.2016, 0:29 Uhr.

        … da stimme ich Ihnen zu. Da ist gehörig was schiefgelaufen mit der Ankündigung zum „Dialog“ (Ist wohl mehr ein öffentliches Tagebuch ;-)). Nach meinem Empfinden muss man sich schon mindestens ein – zwei Stunden Zeit nehmen für soetwas, oder man lässt es bleiben.

        Vielleicht war das heute eine Ausnahme, ich kenne dieses Format nicht, bin das erste mal da gewesen. Die Motivaton nochmal vorbeizusschauen ist allerdings momentan nicht sehr groß.

  • Sansibar
    02.12.2016, 22:01 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,
    Vielen Dank für Ihre Ausführungen die ich in dieser Klarheit noch nicht im Fernsehen vernommen habe. Ich teile Ihre Ansicht zur Politik auf Augenhöhe und halte die NATO Osterweiterung, trotz anderslautender damaliger vertraglicher Zusagen nach dem Mauerfall, für eine äußerst fahrlässige Politik der EU. Nichtsdestotrotz rechtfertigt all das nicht die Anexion der Krim. Frage: inwiefern sehen Sie ein Zusammenhang zw der russischen Syrienpolitik (inkl Bombardemens von Krankenhäusern) und der Letztjährigen Flüchtlingskrise, wodurch der Ukrainekonflikt vollkommen aus den Medien verbannt wurde. Kann hier außerdem von einer systematischen Destabilisierungsstrategie gesprochen werden, durch die die EU (noch) handlungsunfähiger geworden ist? Vielen Dank für Ihre Einschätzung. MFG

  • Bergmann
    02.12.2016, 21:59 Uhr.

    Desweiteren Herr Mangott, wir die sogenannten Europäer als zusammen Schluß sind ja noch nicht einmal in der Lage unsere eigenen Probleme in den Griff zubekommen, geschweige denn einem anderen Land unseren Willen aufzuzwingen.Es existieren ja noch nicht einmal Politiker die wirklich verantwortung übernehmen können. Entschuldigen sie den Ausdruck, es sind für mich auch nur Maulhelden die eigentlich keine Berechtigung haben.

  • Michael Fischer
    02.12.2016, 21:49 Uhr.

    Geostrategische Ausrichtung der US-Politik sollte bekannt sein. Im Ukraine-
    Konflikt wird man auf absehbare Zeit nicht mehr auf Augenhöhe verhandeln.Was
    könnte im Syrienkrieg passieren damit man wieder an den Verhandlungstisch kommt und darüber auch zur Annäherung. Ich denke über gemeinsame Aktionen in
    Syrien ist Entspannung zwischen den Mächtigen möglich.
    Europa hat hier die Aufgabe Zurückhaltung zu üben.

  • Henrik Müller
    02.12.2016, 21:47 Uhr.

    … noch eine Frage zu den Truppenbewegungen an der Russischen Grenze:
    Wie schätzen Sie die Lage ein ? (NATO Aufmarsch auf der einen Seite, Mobilisierung Russlands auf der anderen Seite). Ist das mehr als Säbelrasseln ? Angeblich handelt es sich um die größten Bewegungen seit Jahrzehnten um nicht zu sagen seit den großen Kriegen.
    Danke für Ihre Antwort

    • Ikarus
      02.12.2016, 22:11 Uhr.

      Wie kann es in diesem Zusammenhang sein, dass all die Putinversteher ignorieren, dass Putin inmitten der Eu im anektierten Gebiet von Königsberg massiv aufrüstet? Eigentlich sollte man dafür sorgen, dass diese Gebiet entmilitarisiert wird!

  • Franz Klaus
    02.12.2016, 21:45 Uhr.

    Der US-Think Tank „Atlantic Council“ sieht in einer neuen Veröffentlichung in Frankreich, England und Deutschland viele „trojanische Pferde“ im Auftrag der russischen Propaganda unterwegs (Titel der Publikation: „The Kremlin’s Trojan Horses: Russian Influence in France, Germany, and the United Kingdom“). Haben Sie den Eindruck, dass sich zwischen Russland und dem Westen ein gegenseitiger Propagandakrieg entwickelt?

  • t.h.
    02.12.2016, 21:44 Uhr.

    ich habe gerade Ihre Sendung gesehen und ich wundere mich immer wieder, dass die gestellten Fragen und Antworten sooo schnell, wie aus der Pistole geschossen kommen, dass ich nicht glauben kann, dass es sich um eine folgliche Beantwortung dieser handelt, sondern nur um eine vorab einstudierte Berichtserstattung, der Bevölkerung eine reelle Berichtserstattung zu simulieren…Der Glaube an die internationalen Medien meinerseits ist dermassen zerstört, dass ich nur noch hoffen kann, dass endlich einmal ehliche , nicht gekaufte Reporter über die wirklichen Ursachen und Hintergründe unserer Probleme in unsere Welt berichten.
    Für mich gestaltet sich Journalismus anders, nicht gestellt, wie es in jedem öffentlichen Sender gleich dargestellt wird.

    Eine Menge Menschen verlangen danach, und Sie sollten sich wirklich die Frage stellen, ob diese Berichtserstattung der richtige Weg ist, die Gesellschaft zu desinformieren.

    • makro
      makro
      02.12.2016, 21:54 Uhr.

      Ihr Glaube ist nicht unser Metier.
      Unser Metier sind die Fakten.
      Da gilt: Bei uns ist nichts gekauft. Keine Fragen. Keine Antworten. Gar nichts.

      • t.h.
        02.12.2016, 22:18 Uhr.

        Danke für Ihr Feedback , ich nehme das zur Kenntnis

    • Michael Fischer
      03.12.2016, 14:06 Uhr.

      Ich gebe t.h.vollumfänglich recht. In politischen Runden kommen die Erklärungen nicht wie aus der Pistole geschossen. Es sei denn die Frage wurde
      vorher schon gestellt und mehrfach ausgeführt.

  • Jannin Charles
    02.12.2016, 21:43 Uhr.

    Beeindrücken wie Merkel,(und Rest Europa )sowie Obama, Russland an China sozusagen ausgeliefert haben. Siehe Arte Dokumentation
    Chinas Expansionsgelüste „Von dem wirtschaftlichen Aufschwung in Russland und China profitiert die ganze Welt“
    Russland liebäugelt mit China
    Russland: Ein tödliches Wässerchen
    Realisieren eigentlich diese Politiker was sie tun?

  • Ebener
    02.12.2016, 21:43 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Mangott,
    Würden Sie bitte begreifen, das Putin nur daran interessiert ist seine Macht zu erhalten und ihm das Wohl seines Volkes am A…. vorbeigeht!
    Es kann doch nicht wirklich sein, das Sie unfähig sind dies klar auseinanderzuhalten.

  • Ikarus
    02.12.2016, 21:43 Uhr.

    Bezüglich Syrien: Warum nutzt Putin nicht seinen Einfluß und beendet das Morden in Syrien? Es fiele dem Westen sicherlich viel leichter, Assad zu akzeptieren, wenn jetzt sofort das Morden beendet wird; oder gefällt es dem Kreml, das er Unruhe in Europa stiften kann zusammen mit Erdogan im Hinblick auf flüchtende Syrier?

  • Henrik Müller
    02.12.2016, 21:42 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Professor,

    danke für Ihre kritischen Worte zu den Sanktionen. Leider gibt es in der Öffentlichkeit zu wenige Stimmen wir Ihre, in diesem Zusammenhang.

    Nun meine Frage:
    In einem Betrag wurde die Entwicklung Russlands am Welt BIP sehr dramatisch schrumpfend dargestellt. Wie erklären sich dagegen Darstellungen im Internet, die Putin ein gutes Zeugnis ausstellen. Z.B: wesentlich geringer Inflation seit Putin an der Macht ist, es bleibt den Russen mehr im Börsel usw. Ist das nur Progagnanda, oder stimmt am Ende beides ? Wird Russland am Ende von den Sanktionen sogar profitieren, weil sein Binnenmarkt starker wird ?

  • Bergmann
    02.12.2016, 21:42 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,
    Ich selber finde die Aussagen von Vladimir Putin gerechtfertig.Ob es über die Sanktionen vom Westen her ist, also der EU oder der Amerikanische Administration. Mit welchem Recht mischen wir uns in die Angelegenheiten Russlands ein, dann auch noch für mich die Restriktionen gegenüber Russlands. Ja die Krim. Da sollten Europäer und vor allen Dingen die Amerikaner sich an die eigene Nase fassen. Haben wir den nicht genug Schmutz am stecken oder die Amis mit Vietnam nur als Bsp.
    Erst den Schmutz vor der eigenen Tür wegbekommen und dann vielleicht sich bei anderen Einmischen. So habe ich es gelernt und nicht anders. Ich selber bin der Jahrgang 1952 und habe also einiges mitbekommen.

    • t.h.
      02.12.2016, 22:02 Uhr.

      Hallo, ich denke auch,dass Amerika selbst erst einmal eine gewisse Stabilität im eigenen Land herstellen sollte, als sich um aussenpolitische Themen einzumischen.
      Amerika hat in so vielen fremdstaatlichen Auseinandersetzungen mitgemischt, dass es das Wohl des eigenen Volkes völlig ausser Augen gelassen hat. Für mich ist Trump natürlich nicht das non plus Ultra eines Staatsoberhauptes einer mächtigen Nation, doch allemal besser als Clinton, welche ja bekannterweise in den oberen Rängen der Waffenlobby mitmischt,und somit Kriege in aktuellen Kriesengebieten nicht dem Ende zuzuführen wären

    • Ikarus
      02.12.2016, 22:25 Uhr.

      Haben Sie, Jahrgang 1952, schon mal von dem Slogan…. wehret den Anfängen…… gehört? Putin hat doch mit der Annektion der Krim die friedliche Nachkriegsstimmung in Europa beendet! Nach seiner Begründung wegen der Anwesentheit von Russen auf der Krim im Laufe der Zeit; waren da nicht auch Griechen, Römer, Mongolen, Tataren, Türken; eigentlich müsste die ganze Welt umziehen nach diesem Muster!
      Damit hat Putin doch nur gezeigt, dass er kein Gesprächspartner auf Augenhöhe für den Westen ist; seine Bevölkerung hielft weder ihm noch sich selbst, so ein Verhalten als „starke Führung“ zu glorifizieren/anzuerkennen.

      • Andreas
        02.12.2016, 22:51 Uhr.

        Ein bisschen Historie: Krym war 200 J. Rusisch, auch nach dem Krieg … und nach dem Referendum is wieder RU. Schluss , Ende … DIe korupten UKR wollten Krym an USA vermieten, geben… also es gibt auch national -Sicherheit Interesse von RU… …

  • Franz Klaus
    02.12.2016, 21:42 Uhr.

    Der durch viele Veröffentlichungen und Vorträge auch im Westen sehr bekannte russische Ökonom Wladislaw Inozemtsew (Direktor des Zentrums für Studien zur postindustriellen Gesellschaft in Moskau) hat Ende Oktober in einem Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) eine drastische Verschärfung der Sanktionen gefordert. Er sagte: „Um wirklich Druck auszuüben, müsste man ein Verbot von Öl- und Gasexporten verhängen, russisches Auslandsvermögen einfrieren und vor allem russischen Banken Auslandsgeschäfte erschweren.“ Ist Herr Inozemtsew so etwas wie ein „Hofnarr“ der russischen Regierung? Oder kann man diese Äußerungen als Hinweis auf Meinungsfreiheit in Russland sehen?

  • Martin Schodlok
    02.12.2016, 21:40 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,

    Einige sehen in Putin einen Heilsbringer und konsumieren westliche Medien gar nicht mehr, sondern bauen nur noch auf RT Deutsch, Sputnik & Konsorten als Informationsquellen, die vertrauenswürdig seien. Werden Orbán, Wilders und Le Pen auf eine Zukunft statt in EU und NATO in einem Eurasien bauen, wie es Putin vorschwebt? Und wie wären die ökonomischen Bedingungen darin?

  • Demokrat
    02.12.2016, 21:39 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,

    Wladimir Putin streckt die Hand gegen den Westen aus. Wie schätzen Sie Merkel ein: Wird Sie diese freundliche Geste Putin´s annehmen?

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:57 Uhr.

      Das persönliche Verhältnis zwischen Putin und Merkel ist sehr schlecht. Deutschland gehört zu den härtesten Sanktionsbefürwortern. Eine stärker vermittelnde Rolle Merkels wäre aber hilfreicher.

  • Lukas Graf
    02.12.2016, 21:39 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott, ihren Ausführungen nach erkennt du EU Russland als Großmacht nicht an, bzw verhandelt nicht auf Augenhöhe mit Ihnen, warum ändert die EU nicht ihre Politik? Ist der EU, Russland als Handelspartner unwichtig?

  • Jürgen Wieczoreck
    02.12.2016, 21:39 Uhr.

    Ich habe in den Medien noch nie so eine korrekte und klare Wertung bzw. Beschreibung der Erwartung Russlands zum dem Westen gehört. War Prof. Mangott selbst schon in Russland?

    MfG,
    J.Wieczoreck

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:55 Uhr.

      Danke. War schon unzählige Male dort.

      • Andreas
        02.12.2016, 23:10 Uhr.

        Herr Prof.

        sehr, sehr pragmatische und sachliche Einschaetzung der Verhaeltnisse in RU. Ohne uebliche Russophoebie. RU hat auch Anspruch auf eigene Interesse (auch in Sicherheits Fragen) an eigene Graenzen ! (Und wer hat „demokratisch Krym an UKR geschenkt ???? (1956).

  • Paul
    02.12.2016, 21:38 Uhr.

    Meine Erfahrungen in den Ferien im Westen wie Italien, Österreich, Bayern stelle ich immer wieder in den Hoteleintragungen russische Gäste fest und ich habe den Eindruck, dass sie sich wie auch die Chinesen hier sehr wohl fühlen in unserer sogenannten Demokratie mit etwas mehr Freiheiten, vorallendingen noch finanzieller Art. Die Lebensfreude wie man sie im Süden in Italien erlebt, die Sonne und die westlichen vollen Läden und das Serviceangeobt trägt dazu bei, dass jene die es können gerne ihren Alltag hinter sich lassen. Ich sage immer die Menschen sind doch alle gleich, sie wollen etwas Geld verdienen und Reisen und die Freiheit geniessen. Nach den Chinesen meine ich sind es besonders die Oststaaten mit Russland die sich das sehnlichst wünschen.

  • Christof Hülsdünker
    02.12.2016, 21:37 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,
    inwieweit teilen Sie meine Meinung, dass die Ukraine-Krise von der stümperhaften Außenpolitik der EU ausgelöst worden ist. Auch in diesem Fall ist die von den Russen eingeforderte Augenhöhe aufgrund von Fehleinschätzungen des russischen Sicherheitsdenkens völlig außer Acht gelassen worden.
    C.H.

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:54 Uhr.

      Russland ist für die militärische Eskalation der Ukrainekrise alleine verantwortlich, nicht aber für die Krise selbst. Daran hat die Außenpolitik der EU auch einen nicht unbeträchtlichen Anteil.

  • Klaus Dormann
    02.12.2016, 21:36 Uhr.

    Sie haben kürzlich in einer Veröffentlichung der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik in Ihrem Beitrag („Die Beziehungen der EU zu Russland – Dialog führen, Interessen stärken“) für einen schrittweisen Abbau der Sanktionen gegenüber Russland plädiert, wenn bei der Umsetzung des Minsk II-Abkommens Fortschritte zu erkennen sind. Sehen Sie bereits Fortschritte, die eine Aufhebung einiger Sanktionen rechtfertigen könnten?

    Einige Experten empfehlen, statt der jetzigen Sanktionen, unter denen die russische Bevölkerung zu leiden hat, nur gezielt Mitglieder der russischen Elite mit Sanktionen zu belegen (zum Beispiel Reiseverbote). Halten Sie das für sinnvoll?

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:53 Uhr.

      Es gibt bereits seit März 2014 Sanktionen gegen die Mitglieder der Führungselite. Deren Einreise in die EU ist untersagt, deren Konten in der EU sind eingefroren. Die Umsetzung von Minsk hängt von 2 Staaten ab – von Russland UND der Ukraine, d.h. die Aufhebung der Sanktionen von der vollständigen Umsetzung der Bestimmungen von Minsk abhängig zu machen würde auch voraussetzen, dass die Ukraine ihren Teil der Verpflichtungen erfüllt.

  • Ikarus
    02.12.2016, 21:36 Uhr.

    Was ist Russland für ein Land, das Verträge zur Anerkennung der teritorialen Unverletzlichkeit der Ukrainischen Grenzen nicht einhält und zB nach der Rückgabe der ukrainischen Atomwaffen die Ukraine anektiert und um Abzulenken im Osten der Ukraine einen Krieg beginnt! Auf der Krim waren es Marsmenschen und im Osten der Ukraine fussische Soldaten im Urlaub!
    Mit so einem Land möchte ich nichts zu tun haben!

    • Andreas
      02.12.2016, 22:00 Uhr.

      Herr Ikarus,
      Krym – die diktatorische „Zuteilung“ Kryms zu Ukraine von Diktator Khruschchow stoert Sie/niemanden …..? Nach dem Referendum is Krym zueruck wo 200 Jahren immer war .
      Dort lebte immer 90 % Russen, auch „unter Ukraina“.
      Und auch RU hat nationale-Siecherheit ineresse an eigene Graenzen, nicht wie die USA viele tausende Km vom USA. Also gleiche Standards are angesagt.
      Ich weiss, dass RU is schuldich daran, dass seine Graenze/Teritorium so nahe zu den Militaer-Basen von USA/NATO sind …. (ha-ha).

      • Ikarus
        02.12.2016, 22:41 Uhr.

        Wie von mir schon erwähnt, müßte die ganze Welt umziehen, wäre die Begründung von Herrn Putin bezüglich Krim stichhaltig! Dass ein so riesiges Land wie Russland sich an seinen europäischen Grenzen bedroht fühlt ist einfach schizofren, zeugt von grossem Minderwertigkeitskomplex! Diese Land arbeitet aber fleissig weiter an seinem schlechten Image; bekommt seine Korruption nicht in den Griff, hat keine unabhängige Justiz/ Rechsstaatlichkeit; mal sehen, wann den Untertanen dies aufstösst.

        • Andreas
          02.12.2016, 23:24 Uhr.

          Zum Glueck , EU-Kadidat Ukraine is nicht korupt … ohne Hilfe waere schon laengst in Konkurs.

  • Matthias
    02.12.2016, 21:36 Uhr.

    Guten Abend,

    Laut der Industrie- und Handelskammer sind KMU in Russland nur für rund 20 Prozent der Wirtschaftsleistung verantwortlich und beschäftigen 25 Prozent aller Einwohner. Bei uns in der Schweiz liegen diese Werte bei etwa 60 und 80 Prozent. Ausserdem werden gemäss der Antimonopolbehörde rund 70 Prozent des Bruttoinlandprodukts von staatlich kontrollierten Firmen erwirtschaftet. Sie sind oft weniger innovativ und ineffizienter als private Konkurrenten. Was denken Sie, wie es hier weiter geht?

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:49 Uhr.

      Ohne die Rahmenbedingungen für KMUs zu verbessern, vor allem Rechtssicherheit und Schutz vor Korruption, zu bieten wird Russland sich wirtschaftlich nicht modernisieren können. Allerdings sind die Aussichten dass sich deren Lage in absehbarer Zeit verbessert, gering.

  • Tobias Hager
    02.12.2016, 21:36 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,
    Sie haben gesagt, dass Russland einen Dialog auf Augenhöhe erwartet und die Anerkennung als Großmacht. Keiner der heutigen europäischen Staaten ist eine Großmacht. Auch gemeinsam stellen die europäischen Staaten nur in der NATO mit amerikanischer Hilfe eine militärische Macht dar. Wie kann Europa ohne die Amerikaner Russland tragfähige politische Kompromisse abringen? Anders gefragt: wie kann Europa sicherstellen, dass sich Russland an gemeinsame Absprachen halten wird?

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:47 Uhr.

      Wir brauchen die Rückkehr zum Vertrauen zwischen den europäischen Staaten und Russland. Dazu ist es notwendig anzuerkennen, dass auch westliche Staaten in den vergangenen 25 Jahren dazu beigetragen haben, dass Russland Misstrauen hegt. Umgekehrt gibt es auch genügend Gründe gegenüber dem heutigen Russland misstrauisch zu sein. Aber es gibt keine Alternative zum Dialog. Aus dem Dialog kann Vertrauen entstehen.

      • Ikarus
        02.12.2016, 22:06 Uhr.

        Damit könnte doch Putin beginnen, indem er sich für seinen verheerenden Einfluss im Osten der Ukraine entschuldigt und den Destabilisierungsversuch der Ukraine beendet.
        Es wäre auch an der Zeit, wenn Putin aufhört, suveränen Staaten an seiner Grenze vorzuschreiben, wie sie sich aussenpolitisch zu verhalten haben; seltsam, keine der Baltenstaaten sehnt sich zurück zu Mütterchen Russland! Kein Syrer-Flüchtling sucht sein Heil in Russland, all die Millionen Russland-Deutschen strömen nicht zurück in Putins Reich. Warum wohl?

        • Andreas
          02.12.2016, 23:33 Uhr.

          Weil in Deutschland bekommt Imigrant -Familie 2000 EUR und in ostEU-Mitgliedstaaten musst man auch fuer Lohn 500 EUR/monatlich arbeiten !!!

  • Joshua Knopp
    02.12.2016, 21:35 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,

    im Bericht wurde die Abhängigkeit der russischen Wirtschaft vom Ölpreis betont. Wie wird Russland in Zukunft darauf reagieren? Gibt es Hinweise darauf, dass Russland in naher oder ferner Zukunft auch auf Erneuerbare Energien umbauen wird?

    Vielen Dank!

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:45 Uhr.

      Russland muss seine Industrie dringend diversifizieren. Die Abhängigkeit von Energie- und Rohstoffexporten wird ansonsten immer wieder zu externen Schocks für die Wirtschaft führen. Erneuerbare Energien machen derzeit nur 0,01% der Primärenergie Russlands aus.

  • Prof.Dr. Gerhard Mangott
    02.12.2016, 21:35 Uhr.

    Schönen guten Abend!

  • Alexander
    02.12.2016, 21:34 Uhr.

    Fiktive Frage: wäre Ihrer Meinung nach das diplomatische Klima zwischen den Vereinigten Staaten und Russland unter einer Präsidentin Clinton weiter abgekühlt, oder aber aufgetaut? Danke für die Einschätzung.

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:44 Uhr.

      Clinton hätte ganz sicher gegenüber Russland eine sehr viel härtere Linie verfolgt als Obama. Von der Bewaffnung der Ukraine angefangen bis zu einer Flugverbotszone in Syrien.

  • dariush
    02.12.2016, 21:33 Uhr.

    frage
    wie sehen die wirkungen der sanktionen langfristg aus
    z.b. nach 10-15jahren wenn der westen durchhält

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:43 Uhr.

      Langfristig werden die Sanktionen durch den ausbleibenden Technologietransfer nicht zuletzt im Ölsektor Russland belasten. Die Auswirkungen der gegenwärtigen Sanktionen werden aber dauerhaft zu gering bleiben.

  • Thomas Rübsam
    02.12.2016, 21:32 Uhr.

    Hallo Prof. Mangott,
    wie soll eine Demokratie wie Deutschland auf eine Annexion der Krim sonst reagieren?

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:41 Uhr.

      Natürlich hatte die EU keine Möglichkeit anders auf die Besetzung der Krim durch Russland zu antworten. Die militärische Option war und ist ausgeschlossen. Um die eigene Glaubwürdigkeit aufrecht zu erhalten musste die EU reagieren. Die Sanktionen allerdings waren kein taugliches – weil wirkungsloses – Instrument. Russland ist zu groß um von diesen Sanktionen zur einer Änderung seiner Haltung bewogen zu werden, das könnte nur durch sehr viel schärfere Maßnahmen erreicht werden.

      • Ikarus
        02.12.2016, 21:57 Uhr.

        Ich denke nicht, dass die vom Westen verhängten Sanktionen für Russland unerheblich sind; alleine der Hinweis von Putin, dass die derzeitigen inländischen Schwierigkeiten der Wirtschaft durch den Westen verursacht seien, bezeugt doch das Gegenteil, deren Wirkung; schändlich ist die Einstellung der Deutschen Wirtschaft nun wieder business as usual einzufordern! Was für eine verherende Einstellung!

  • Ck
    02.12.2016, 21:32 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Mangott,
    mich würde interessieren wie Sie die wirtschaftliche Verbindung zwischen Russland und China einschätzen. Immerhin arbeitet man doch angeblich an einer neuen Seidenstraße? Wird das nicht in der Zukunft zu kräftigem Wirtschaftswachstum führen?

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:39 Uhr.

      Die chinesischen Investitionen auf die man in Russland gehofft hat um die ausbleibenden Investitionen aus dem westlichen Ausland zu ersetzen sind verhältnismäßig gering geblieben. Auch die Unterstützung durch chinesische Banken ist überschaubar geblieben. Das Handelsvolumen zwischen beiden Staaten ist in den letzten beiden Jahren deutlich zurückgegangen, was vor allem auf die sinkende Kaufkraft in Russland und die Schwäche des Rubel zurückzuführen ist.

      • Ck
        02.12.2016, 21:43 Uhr.

        Vielen herzlichen Dank für ihre aufschlussreiche Antwort.

  • Holger Voss
    02.12.2016, 20:49 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Mangott,

    der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin sprach bei seiner jüngsten Rede vor der Förderatoven Versammlung von der Gründung von Kompetenzzentren zugunsten innovativen Technologien. Inwieweit behindern die geltenden Wirtschaftssanktionen gegen Russland aus Ihrer Sicht Technologietransfer von seiten der Airbus Group zugunsten des russischen Satellitenprojekts Glonass zwecks der Optimierung von Flugrouten im russischen Luftraum?

    • Prof.Dr. Gerhard Mangott
      02.12.2016, 21:37 Uhr.

      Es gibt tatsächlich Auswirkungen die damit zusammenhängen, dass Dual-use-Technologien nicht nach Russland exportiert werden dürfen. Russland ist für sein System nicht in der Lage Alles durch eigene Produktion zu substituieren.

      • Andreas
        02.12.2016, 23:51 Uhr.

        Herr Prof.,
        „demokratische“ Westen fuert richtige wirtschafts-Krieg gegen RU um RU zu schweachen.

        • Holger Voss
          03.12.2016, 12:44 Uhr.

          Genau, sachliche Diskussionen sind hier im makro-Blog angesagt. Dazu gehört aber nicht das Kommentar von einem Teilnehmer namens Andreas in meinem Kommentarfeld, wo er das Wort demokratisch im Zusammenhang mit dem Westen in Anführungsstriche setzt. Ich Poster dies hier, um mich von diesem Kommentar ganz klar zu distanzieren.

  • makro
    makro
    02.12.2016, 19:41 Uhr.

    Liebe Nutzer des makro-Blogs, wir wünschen ein offenes, freundliches und respektvolles Diskussionsklima. Bitte wahren Sie einen fairen und sachlichen Ton. Diese Diskussion wird moderiert und wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsere Netiquette missachten. Vielen Dank!

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