Zukunft der Rente: Reden Sie mit!

Der Traum von vielen Rentnern - Ein unbeschwerter Lebensabend. Bild: 170217_mak_rente_rentner_16_421234_n

Der Traum von vielen Rentnern – Ein unbeschwerter Lebensabend.

Ein ganzes Leben lang geschuftet und im Alter trotzdem wenig Rente. Das ist die Realität bei vielen Menschen über 65. Wer im Nieriglohnsektor gearbeitet hat oder nicht durchgehend beschäftigt war, hat meist eine Rente, die unter der Armutsgrenze liegt. Zukünftig könnte das auch die heutigen Durchschnittsverdiener treffen, sagt der Sozialforscher Stefan Sell. Wer weniger als 3000 Euro Brutto hat, könnte im Alter arm sein. Soweit er nicht privat vorgesorgt hat. Der Grund dafür ist das sinkende Rentenniveau. Im Verhältnis zu den Löhnen wird es immer weniger Rente geben. Stefan Sell fordert eine Umverteilung. Er plädiert für eine höhere gesetzliche Absicherung, ähnlich wie es in Österreich oder der Schweiz der Fall ist. Was meinen Sie? Mehr privat vorsorgen oder lieber höhere Beiträge in die gesetzliche Rente einzahlen?
Diskutieren Sie mit unserem Studiogast Prof. Stefan Sell direkt nach der Sendung hier in unserem Blog!

Autorenbild

makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

146 Kommentare

  • Edith Rieckhoff
    24.02.2017, 13:51 Uhr.

    Wenn alle Leistenden in Deutschland in die Rentenkasse einzahlen sollten, würde sich absolut nichts ändern!
    Es gäbe nur mehr Empfänger. Und die hinzukämen, leben oft wesentlich länger nach Renteneintritt als der heutige Durchschnittsrentner. Was würde sich ändern? Wenig! Diese Kasse wäre nur noch verlockender für die Politik!

    Einst, 1889 von Otto von Bismarck eingeführte kapitalgedeckte Altersversorgung der Arbeiter eingeführt, sind diese Beitragsgelder nach Mrd. Entnahmen durch die Politik zuvor, in den 80er Jahren vom BVerfG nachträglich zu öffentlichen Geldern erklärt worden! Erst wenn dieses Urteil revidiert würde, könnte oder sollte man in Erwägung ziehen, diese Kasse als II. Teil eines neuen Rentenrechts zu führen.

    Die Berechnung der Rente erfolgt nach dem Durchschnittslohn aller Arbeitnehmer, die Bezugsgröße, 2017 = 2.975 Euro brutto, dafür erhält man bis zum 30.06.2017 1 Entgeltpunkt pro Jahr und 30,48 Euro brutto. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Frauen niedrigere Entgelte erhalten, als Männer. Sie verhelfen den Männern dadurch leichter und schneller zu ihren höheren Renten. Jeder kann sich vorstellen, wie es wäre, wenn dann noch überwiegend gut verdienende spätere Rentner hinzu kämen. Und die Gutverdiener leben erwiesenermaßen etliche Jahre länger nach Renteneintritt, als der Durchschnittsrentner. Selbst Männer verdienen von Mal zu Mal mehr auch unterschiedlich. Der Rentner, der statt mit 65 Jahren mit 67 Jahren in Rente gehen soll, zahlt für diese zwei Jahre mehr 6.640 Euro ein, erhält jedoch für diese 2 Jahre nur 731,50 Euro Rente brutto gesamt.Wir haben umgerechnet nur 33 Mill. Vollzeitkräfte. Man kann hier schon sehen, dass das Punkte-System der heutigen Art ungerecht ist! Vergleiche mit anderen europäischen Staaten, die auch von Menschen die Beiträge für die Altersversorgung einzahlen lassen, hinkt oft gewaltig; ich denke nicht, dass diese Länder sich der Beitragsgelder ihrer Landsleute bedienen! Man kann in den genannten Ländern auch leichter mit Menschen kalkulieren, nicht so mit einem Volk der Größe Deutschlands. Hinzu die merkwürdige, ungerechte, wenig vorausschauende Politik! Angesichts der heutigen Weltwirtschaft ist diese Alterskasse veraltet!

    Warum lenkt man immer wieder von der steigenden Automatisierung und Digitalisierung ab? Diese wären bei einem neuen Rentenrecht unbedingt, und gerade sie, mit einzubeziehen! Gleichzeitig dabei jedoch die menschliche Leistung bei den Nebenkosten zu entlasten! Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer! Es ginge! Sehen wir uns einmal die Beitragszahlungen in Deutschland an: 1971-1980 = 114.244,08 Euro — 1981-1990 = 184.692,43 Euro — 1991-2000 = 257.555,61 Euro — 2001-2010 = 295.155,50 Euro — jeweils 10 Entgeltpunkte = 40 EP = 40 x 30,48 Euro = 1.2019,20 Euro Rente brutto! = gesamt 115 % Beitragserhöhung, = 61 % Rentensenkung! Maschinen-Produktionen werden in Wirklichkeit teurer, als man berechnet und meint! Es wird immer wieder dabei übersehen, dass sie menschliche Leistung teilweise, und immer häufiger überflüssig machen! Der Mensch verliert seine Kaufkraft! Doch nur der Mensch kauft, gebraucht und verbraucht. Die Maschine nicht, sie produziert nur! Maschinen, die die menschliche Arbeit erleichtern, nicht freisetzt, sind nutzbringend! Auf diesem Gebiet sollte die Wirtschaft und die Politik die richtigen Weichen stellen! Desweiteren hat man noch zu betrachten: Digitalisierung hat viele Arbeitsplätze an die Privatsphäre abgegeben, auch freigesetzt. Wo bleibt hier der Ausgleich? Es wäre dringend erforderlich, Lohnnebenkosten und Einkommensteuern zu senken, vor allem unten und in der Mitte der Bevölkerung, hier sind die höchsten Kosten angesiedelt! Im Verhältnis zum Einkommen! Die Leistung wäre zu entlasten, der Anspruch hat sich an den Kosten des Staates zu beteiligen, und dazu gehört auch die Altersversorgung der Menschen! ERIE

    • Antje
      24.02.2017, 20:53 Uhr.

      !! Wir hätten eine völlig andere Rentenpolitik, wenn alle Einkommen herangezogen werden. Es wäre dann weitgehend solidarisch und eine GRV, die alle Einkommen heranzieht ist akzeptierter und fiedenssichernd und es würde vor allem das gegeneinander Ausspielen ein Ende haben! Die Lasten auf so vielen Schultern wie möglich legen, entlastet sehr wohl. Das Äquivalenzprinzip muss so geändert werden, dass Auszahlungen nach unten wie oben gedeckelt sind, wer mehr einzahlt bekommt mehr, nach unten aber, wie in den Niederlanden z.B. fällt man nicht in die Armut. Und die Beitragsbemessungsgrenze muss weg.
      Elemente der Generationengerechtigkeit. Von Generationengerechtigkeit und Generationenvertrag in der gRV sind wir weit weg: Z.B. in der Schweiz, Österreich sind alle Personen pflichtversichert, die dort ihren Wohnsitz haben oder eine Erwerbstätigkeit ausüben – also Erwerbstätige und Nicht-Erwerbstätige. Hier kommt tatsächlich eine Generation für die andere auf. In Deutschland dagegen sind Beamte, Politiker und Selbständige von den Verpflichtungen des Generationenvertrages ausgenommen. Diese Berufsgruppen überlassen sogar die Altersversorgung ihrer eigenen Eltern den Pflichtversicherten der Rentenversicherung – wenn die Eltern nicht selbst Beamte oder Selbständige waren. Das gleiche gilt sinngemäß für Landwirte und die Versicherten der sogenannten berufsständischen Versorgungswerke, etwa Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Architekten und Seelotsen.

  • Edith Rieckhoff
    24.02.2017, 12:34 Uhr.

    Neues Rentenrecht – alle sollen einzahlen?
    Wenn alle Leistenden in Deutschland in die Rentenkasse einzahlen sollten, würde sich absolut nicht ändern, im Gegenteil! Es gäbe nur mehr Empfänger. Und die hinzukämen, leben oft wesentlich länger nach Renteneintritt, als der heutige Durchschnittsrentner, was wäre damit gewonnen? Wenig! Diese Kasse wäre dann noch verlockender für die Politik! Der Durchschnittsrentner müsste noch mehr zahlen, bekäme noch weniger Rente!

    Es wird bei diesen Vorschlägen immer wieder vergessen: die Berechnung der Renten wird nach dem Durchschnittslohn aller Arbeitnehmer, nach der sogenannten Bezugsgröße vorgenommen, und dem Entgeltpunktesystem. Diese Bezugsgröße wird jeden 1. Januar eines Jahres festgelegt. Die Rentenanpassung zum 1. Juli des Jahres. jeder kann sich dann vorstellen, wie es wäre, wenn ausgerechnet Gutverdiener hinzukämen. Von anderen Aspekten ganz abgesehen!

    Die einst in der RVO geführte, kapitalgedeckte Altersvorsorge der Arbeiter, sind diese Beitragsgelder, nach Mrd. Entnahmen zuvor, in den 80er Jahren vom BVerfG nachträglich zu öffentlichen Geldern erklärt worden! Erst wenn dieses Urteil revidiert würde, könnte oder sollte man in Erwägung ziehen, diese Kasse a l s T e i l eines neuen Rentenrechts zu führen! Betrachtet man bei allem noch die unterschiedlich verdienenden Beitragszahler, kommt man zu folgendem Schluss: Der heutige Durchschnittsrentner lebt etwa gut 10 Jahre nach Renteneintritt, der Gutverdiener durchschnittlich etwa 20 Jahre. Man erkennt, der Durchschnittsrentner zahlt für den Gutverdiener mit. Selbst wenn er zwei Jahre länger arbeiten würde, erhielte er eine Mehr-Rente von z.Z. nur 731,50 Euro für die zwei Jahre, hat jedoch 6.640 Euro Beiträge eingezahlt. Nun mag man sich auf Solidarität berufen, das ist diese Rentenkasse ohnehin seit Jahrzehnten nicht mehr, da diese Beiträge öffentliche Gelder darstellen, und es obendrein die Beitragsbemessungsgrenzen gibt! Und viele Nichteinzahler mitfinanziert werden! Diese Rentenkasse ist inzwischen veraltet und ungerecht gestaltet! Auch die Frauen mit ihren niedrigeren Entgelten zahlen für die männlichen Rentner mit, da es nach dem Durchschnittslohn a l l e r Arbeitnehmer geht! Heute sind die Einkommen noch unterschiedlicher, als je zuvor. Auf die Bezugsgröße umgerechnet haben wir z. Z. nur 33 Mill. Vollzeitkräfte.

    Vergleiche mit einigen anderen europäischen Staaten, die auch von Menschen die Beiträge für die Altersversorgung einzahlen lassen, hinkt oft gewaltig, ich denke nicht, dass diese Länder, deren Regierungen, sich der Gelder ihrer Landsleute bedienen! Man kann in den genannten Ländern auch leichter mit Menschen kalkulieren, nicht unbedingt mit einem Volk der Größe Deutschlands. Hinzu die merkwürdige, ungerechte Politik!

    Angesichts der heutigen Weltwirtschaft ist diese Alterskasse veraltet, sie kann nur ein zweites Standbein sein!

    Warum lenkt man immer wieder von der steigenden Automatisierung und Digitalisierung ab? Diese wären bei einem neuen Rentenrecht dringend mit einzubeziehen! Gleichzeitig dabei jedoch die menschliche Leistung bei den Lohnnebenkosten zu entlasten! Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer! Es ginge!

    Sehen wir uns einmal die Beitragszahlungen und die Renten von 40 Jahren an: von 1971 bis 2010 Beitragserhöhung 115 %, Rentensenkung 61 %!

    Maschinen-Produktionen werden in Wirklichkeit teurer, als man berechnet und meint! Es wird immer wieder dabei übersehen, dass sie menschliche Arbeit teilweise, und immer häufiger, überflüssig machen! Der Mensch verliert seine Kaufkraft! Doch nur der Mensch kauft, gebraucht und verbraucht. Die Maschine produziert nur! Auf diesem Gebiet wären die richtigen Weichen zu stellen! Wobei man desweiteren noch betrachten muss: Digitalisierung hat viele Arbeitsplätze an die Privatsphäre abgegeben! Ebenfalls teilweise überflüssig gemacht! Und wo bleibt dort der Ausgleich?

    Es wäre dringend erforderlich, Lohnnebenkosten und Einkommensteuern zu senken, vor allem in der Mitte unserer Bevölkerung, hier sind die höchsten Kosten und Steuern angesiedelt, dafür die Verbrauchersteuern anzuheben! Aus diesen Einnahmen eine steuerfreie Grundrente zu finanzieren! Als erstes Standbein! Die Leistung wäre zu entlasten – der Anspruch hat sich an den Kosten des Staates und der Menschen zu beteiligen! ERIE

  • dieter ferdinand
    18.02.2017, 15:22 Uhr.

    hallo,
    ich kann es so langsam wirklich nicht mehr hören.

    riester ist sehr gut, aber leider nur für die anbieter!!!

    die alten sollen länger arbeiten und die folge davon ist, daß die jungen auf harz IV leben.

    es gibt arbeitsplaetze für jeden: von wegen, es wird immer weniger arbeitsplaetze geben, da die firmen, aus kostengründen, immer mehr automatisieren!!! und as gilt für alles, was sich automatisieren läßt!!!

    wenn ich als sebständiger soviel verdiene, daß ich bequem davon leben kann und den normalen prozentualen satz zur kranken- und rentenversucherung bezahlen könnte, dann machen mir genau diese einen strich durch die rechnung.
    selbst wenn ich doppelt soviel verdienen wuerde, wuerde mir warscheinlich nichts mehr zum leben bleiben, da die versicherungen alles kassieren würden.

    die einzig richtige lösung, jedenfalls nach meiner meiner, wäre es, daß diejenigen, die das geld erwirtschaften, auch für die renten zur kasse gebeten werden, also die firmen. dann ist es völlig egal, ob alles automatisiert ist oder nicht und je mehr sie verdienen, desto mehr müssen sie bezahlen. aber das versuchen sie ja genau durch die automatisierung möglichst zu verhindern.

    auf die idee, daß niemand mehr ihre produkte kaufen kann, wenn keiner mehr genügend geld dafür hat, scheint noch keine gekommen zu sein, sonst wäre das verlangen den gewinn zu erhöhen und gleichzeitig die löhne zu senken oder wenigstens konstant zu halten nicht so groß. das gilt natuerlich nicht für die betriebsleitung, die sich wohl in den meisten großbetrieben gerne ihre gehaltserhöhung genehmigt!

    tschuess

    • JM
      19.02.2017, 4:55 Uhr.

      Siehe Karl Marx:“Der Mensch tritt in zunehmendem Maße NEBEN den Produktionsprozeß.“! Noch Fragen?

    • JM
      24.02.2017, 15:13 Uhr.

      Die Firmen WERDEN doch mitbelastet. Schließlich hat keiner davon geredet, daß sie aus ihrer Verantwortung (hälftige Zahlung der Beiträge) entlassen werden sollen, oder? Außerdem würden bei Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze und der Einbeziehung ALLER Einkommen ja auch die Beiträge prozentual – also im Verhältnis zum Brutto – sinken. Oder wie soll es sonst kommen, daß die Schweizer nur 9% vom Brutto für ihre gesetzliche Altersvorsorge zahlen müssen? Statt das Schweizer Modell abzulehnen, sollte man im Gegenteil darüber nachdenken, es auch auf die Kranken- und Pflegeversicherung anzuwenden. Natürlich mit der Maßgabe, daß auch die privaten Krankenversicherungen verpflichtet werden, das Modell zu übernehmen, damit die Privatversicherten nicht zu sehr begünstigt werden.

    • JM
      24.02.2017, 15:22 Uhr.

      Im Übrigen könnte man ja die Kapitalertragssteuer progressiv gestalten und zwar so, daß sie prozentual steigt, wenn für den gleichen Gewinn weniger Leute beschäftigt werden.
      Soll heißen, daß das Unternehmen, das p.a. 1 Mio Gewinn mit 10 Leuten erwirtschaftet, z.B. 1,5 mal so viel Kapitalertragssteuer zahlt, wie ein Unternehmen, das p.a. 1 Mio Gewinn mit 20 Leuten erwirtschaftet.

  • Manfred
    17.02.2017, 23:16 Uhr.

    Hallo Herr Prof. Dr. Sell,

    der Beitrag in der Sendung bringt die ganze Sache auf den Punkt.
    Ich bin von Geburt her behindert und habe trotzdem immer gekämpft in diesem System nicht unterzugehen. Somit habe ich 2 Ausbildungen und ein Studium gemacht aber eine Festanstellung habe ich nie bekommen und bin in die EU-Rente abgeschoben worden. Dort bekomme ich eine Rente von Netto 374 Euro. Vor 3 Jahren hatte ich mal im Leben Glück und habe ein Festanstellung im öffentlichen Dienst als MiniJob bekommen. Dort verdiene ich 6300 Euro plus die Entgeltumwandlung von 4% bzw. ca. 248 Euro, das sind 2976 Euro im Jahr.

    https://www.haufe.de/personal/entgelt/entgeltumwandlung-fuer-minijobber_78_288718.html

    Diese 6300 Euro und die 2976 Euro werden komplett Entgelt umgewandelt und in die Zusatz Versorgungskasse (ZVK) eingezahlt. Aus diesem Beitrag soll meine Altersrente später aufgebessert werden. Da ich die Beiträge aus meinem Netto bezahle, müsste doch später bei der Rentenzahlung keine Kranken- und Pflegeversicherung daraus bezahlen werden.
    Oder muss ich den Vertrag splitten, damit man erkennt wo die Beiträge herkommen.
    Über eine Anregung oder Idee wie man es besser machen könnte wäre ich sehr dankbar.

  • Theresa
    17.02.2017, 22:31 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Sell,

    Ihre Aussage ist vollkommen richtig, dass alle in die Rrentenkasse einzahlen müssen ohne Ausnahmen, auch die Beamten und Politiker. Ebenso die Beitragsbemessungsgrenze ist ungerecht, sie trift nur die Kleinen.
    Die von Ihnen erläuterte Lösungen sind in Deutschland seit Jahrzähten überfällig. Wenn die Regierung selbst nicht weiter weiss, soll sie solche gelerten Fachleute wie Sie nach Lösungen fragen.
    Anstatt desen treibt unsere Regierung uns Bürger, die jahrelang gearbeitet und in die Rentenkasse einbezahlt haben in eine bittere Armut. Sie selber erhöhen sich regelmäßig und saftig einmal im Jahr die Diäten. Der Arbeitnehmer muss hart um eine kleine Lohnerhöhung kämpfen. Das ist die deutsche Gerechtigkeit!
    Die Politiker müssten sich schämen!!!

    • Marco
      17.02.2017, 22:49 Uhr.

      Hallo Theresa, zu Deinem Kommentar gäbe es Einiges zu sagen. Hier nur mal ein wenig populärer Einwand:
      Es ist einfach falsch zu behaupten, die Mitglieder des Bundestages würden sich Jahr für Jahr eine Erhöhung genehmigen. Richtig ist vielmehr, dass sie in den letzten 40 Jahren mehrfach verzichtet haben. Politiker-Bashing in Deiner Form ist einfach zu platt. Die machen nicht alles richtig, die leisten sich auch manchen echten Bock. Und es ist von Jammer, dass kaum ein Politiker noch Verantwortung übernehmen möchte für Fehler, die in ihrem Haus passiert sind. Aber Deine Kritik bedient das typische Vorurteil, die seien faul und füllten sich die Taschen. Wenn der Job des Abgeordneten so super wäre, dann habe ich eine Frage: Warum gibt es Nachwuchsmangel? Bitte argumentiere differenzierter.

      • JM
        18.02.2017, 3:49 Uhr.

        Hä? Nachwuchsmangel??
        Also bis jetzt standen in den letzen mindestens 30 Jahren doch jeweils immer mehr Kandidaten auf dem Wahlzettel, als gewählt werden konnten, oder?
        Und auf den Parteitagen waren auch immer jeweils mehr Kandidaten für die Listenplätze da, als mutmaßlich gewählt werden konnten, oder?
        Wenn die „Alten“ an den Sitzen „kleben“, wie sollen denn dann junge Leute eine Chance haben? Besonders solche, die eine eigene Meinung haben und nicht bloß „Vorzeige-Mädels“ sind, wie damals „Kohls Mädchen“?

      • JM
        18.02.2017, 4:01 Uhr.

        Mensch Marco,
        schon vergessen, daß die Abgeordneten das Problem vor einiger Zeit dadurch „gelöst“ haben, daß jährlich eine automatische Erhöhung eintritt? (Zur vorherigen Situation: Vgl. meine Bundestags-Petition Nr. Pet 2-13-08-610-052096, registriert am 1.12.’97!)

  • A
    17.02.2017, 22:26 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Stefan Sell,

    gehen Sie in die Politik. Ich würde Sie wählen. Die aktuelle Politik kriegt das nicht auf die Reihe.

    Viele Grüße

    A

    • JM
      18.02.2017, 3:41 Uhr.

      Schlecht Idee,
      da müßte er so viele Kompromisse machen, daß er sein eigenes Thema langfristig nicht mehr glaubwürdig vertreten könnte. (Deswegen habe ich ja selber diesen Weg auch nicht gewählt.)

  • Antje
    17.02.2017, 22:16 Uhr.

    Ludwig
    17.02.2017, 21:56 Uhr.
    zur Riesterrente: http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=3436

    „Nach der Verlagerung der gesetzlichen Rentenversicherung
    zur privaten Altersvorsorge stehe die Finanzdienstleistungsbranche
    «vor dem größten Boom, den sie je erlebt hat»,
    sagte Maschmeyer.
    «Sie ist ein Wachstumsmarkt über Jahrzehnte.»
    Noch sei noch nicht überblickbar, wie sich der Anstieg
    der privaten Altersvorsorge im Detail ausgestalte.
    «Es ist jedoch so, als wenn wir auf einer Ölquelle sitzen»,
    «Sie ist angebohrt, sie ist riesig groß und sie wird sprudeln.»“
    Quelle u.a. Netzeitung vom 8.6.2005

  • A. Piastowski
    17.02.2017, 22:13 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Sell,
    in dem Bericht über den Rentner aus Hamburg, der 15.000 € in eine fondsgebundene Riesterrentenversicherung gezahlt hat und dafür jetzt monatlich 28 Euro erhält wurde ich an das jährliche Schreiben der Fondsrentenversicherung erinnert, die ankündigt, dass er ca. 30€ p.M. erhält, ab einer angesparten Summe von 15.000€ im Depot und eingetretenem Rentenalter. Bisher haben wir gerätselt, ob das wirklich sein könne, da er doch immerhin ca. 85€ p.M. einzahlt. Das steht doch in einem krassen Missverhältnis, so hoch sind die Zulagen vom Staat doch gar nicht, dass sich das lohnt. Gibt es einen Grund, warum man so einen Riestervertrag nicht ruhend stellen und besser einen Banksparplan machen sollte? Man reibt sich die Augen…
    Freundliche Grüße
    A. Piastowski

  • Frau Schmidt
    17.02.2017, 22:10 Uhr.

    Guten Abend,

    ich habe auch eine konkrete Frage: Ich hatte erst eine Ausbildung gemacht, dann gearbeitet inkl. Riestervorsorge, dann Abi auf dem 2. Bildungsweg (3 Jahre), nun Studium (seit 2 Jahren, mind. noch 2 Jahre). Demnächst werde ich als studentische Hilfskraft an der Uni für 4 Monate geringfügig beschäftigt sein. Lohnt es sich, für diese kurze Zeit wieder eine Entgeltumwandlung zu machen und sich freiwillig bei der Deutschen Rentenversicherung zu versichern? Ich tendiere dazu, aus der Erfahrung bei meiner Mutter: Sie ging mit großen Abschlägen in Rente, weil ihr 2 Monate Beitragszeiten fehlen. Auf 35/40 Jahre Beitragszeiten komme ich mit meiner Vita ja auch nicht… Was raten Sie?
    Vielen Dank und freundliche Grüße

  • Wil
    17.02.2017, 22:10 Uhr.

    Ich bin bereits in der Rente, erhalte nur rund 900 €, trotz abgeschlossenem Studium; allerdings habe ich nicht durchgehend Vollzeit gearbeitet.
    Die Umverteilung, wie von Prof. Sell zurecht vorgeschlagen, wird leider nicht kommen – käme einer (sozialistischen) Revolution gleich.

    • JM
      18.02.2017, 2:06 Uhr.

      Aha, die Schweizer sind also sozialistische Revolutionäre?

  • Antje
    17.02.2017, 22:04 Uhr.

    Prof. Sell ist einer der wenigen Professoren, die glaubhaft sind und das Problem auch beim Namen nennen, danke dafür.

  • makro
    makro
    17.02.2017, 22:02 Uhr.

    Das war`s für heute in unserem Blog. Wir bedanken uns für Ihr riesiges Interesse und bitten gleichzeitig um Verständnis dafür, dass nicht alle Fragen beantwortet werden konnten. Sie können untereinander natürlich gerne weiter diskutieren. Makro gibt es wieder in der nächsten Woche – dann schauen wir auf den internationalen Immobilienboom und ob der zur Gefahr für die globale Konjunktur werden könnte.

  • Frank
    17.02.2017, 22:01 Uhr.

    Erschreckend zu lesen, was sich hier manche Leute wünschen… Einheitsrente, Umverteilung von „oben“ nach „unten“ usw.
    Zurück zum Sozialismus, oder was?
    Wer viel verdient bezahlt viel Steuern. Sehr viel. Er bezahlt hohe Sozialabgaben. Dann muss er aber auch die entsprechenden Leistungen aus den Sozialkassen (hier: Rente) erhalten.

    Es kann doch nicht sein, dass die in die Rente einbezahlten Euros von einem Menschen der ein Jahreseinkommen von 30 TEUR hat mehr Wert sind als die Euros die ein Mensch mit einem Jahreseinkommen von 80 TEUR einbezahlt?

    Eine Einheitsrente, diese Umverteilungsdiskussion und das Ganze drumherum: für mich ist das Diebstahl.
    Weshalb sollten sich Menschen noch anstrengen, mehr Leistung als Andere erbringen, wenn sie mit übermäßig hohen Steuern bestraft werden und im Alter gleich viel bekommen wie derjenige, der sich um 16 Uhr ins Straßencafe setzen kann und den lieben Gott einen guten Mann sein lässt?

    Wenn sich Leistung nicht mehr lohnt, wer soll dann noch etwas leisten?
    Und wer das Glück hat, etwas Geld übrig zu haben und meint fürs Alter vorzusorgen, der muss von den Kapitalerträgen wieder etwas abgeben. Obwohl diese Anlagen mit bereits versteuertem Geld erfolgt sind?
    Das ist doch Volksverdummung. Lasst die Menschen endlich in eine abgabenfreie Altersversorgung einbezahlen. Dann kann sich Jeder eine angemessene Rente zusammensparen.

    Aber aus welchem Grund soll Jemand, der sein ganzes Leben nur wenig verdient hat, wenig bis keine Steuern bezahlt hat und wenig in die Sozialkassen einbezahlt hat genau so viel aus den Sozialkassen herausbekommen wie Jemand, der in seinem Arbeitsleben hohe Steuern und hohe Sozialabgaben abgeführt hat?

    Aber Hauptsache das Rentenniveau wird immer weiter abgesenkt, unsere Renten werden voll versteuert (zumindest wenn ich in Rente komme, Jahrgang 1966).

    • Manuel
      17.02.2017, 22:17 Uhr.

      Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte, aber warum sollte man mit 30TE Brutto Jahreseinkommen und einer 60 h Woche überhaupt noch weiter arbeiten gehen, wenn man nicht mal die Grundsicherung erhält und die Nachbarschaft den ganzen Tag die Füße hoch nimmt und stressfrei vom Hartz 4 lebt?

      • JM
        17.02.2017, 22:32 Uhr.

        @Manuel
        weil man dabei pro Monat während der Arbeitsphase immer noch ca. 900 € mehr raus kriegt als ein Hartz-IV-Empfänger, also bei Wohnkosten von 350 € mehr als das Dreifache. (Berechnung: http://www.brutto-netto-rechner.info/ mit 30T€ p.a, Lst.-Kl. 1, Alter 45 in BaWü, ohne Kirche und Kinder, GRV, GKV, also der einfachste Fall. Ergebnis: 1.657,64 € p.M. gegen ca. 750,- für einen HARTZ-IV-Empfänger. Die Wohnkosten (warm) wurden in der Höhe angesetzt, die das Amt einem Einzelnen auch bezahlt. Ob man dafür allerdings in Deutschland noch eine Wohnung kriegt, ist natürlich eine andere Frage.)

    • JM
      17.02.2017, 22:19 Uhr.

      @Farank
      Ja ja, so jammern sie, unsere „Leistungsträger“. Onwohl sie an Kapitalertragssteuer nur 25% zahlen, während bei so hohen Beträgen für das selbe Einkommen aus ehrlicher Arbeit effektiv fast 42% fällig wären. Schon mal gehört, daß sozialer Frieden auch für das Kapital gut ist? Und das Schweizer Modell hat ja nun mit Sozialismus gar nichts zu tun. Da wird nur wieder ein alter Kampfbegriff aus der politischen Mottenkiste geholt, um Andersdenkende (als die Neoliberalen) mundtot zu machen. Merkt das hier keiner?

      • Marco
        17.02.2017, 22:33 Uhr.

        Doch doch, das merken hier bestimmt so einige. Und ich möchte Deinen Hinweis an Frank erweitern:
        Es ist Unsinn den sozialliberalen Argumenten hier zu unterstellen, sie wollten den Sozialismus, nur weil sie sich für eine gerechtere Abgabenlast einsetzen. Im Zweifel hilft ja der Blick ins Grundgesetz: Eigentum verpflichtet! Es ist auch Unsinn, von Diebstahl zu sprechen, wenn man einfach nur mal daran erinnert, dass die Verteilung der Lohn- und Gewinnquote in diesem Land mal eine etwas andere, fairere war. Und es ist Unsinn anzudeuten, die Leistungseleiten würden bei einer höheren, faireren Abgabenlast die Stifte fallen lassen. Das ist ein FDP Argument, welches einfach nur half, in den letzten Jahrzehnten eine Umverteilung von unten nach oben auf den Weg zu bringen und zu legitimieren. Fehlt nur noch der Hinweis darauf, dass Arbeit sich wieder lohnen soll. Das soll es natürlich auch. Aber eben für alle gleichermaßen. Und im Zweifel eher für jene, deren Schultern in den letzten Jahren eben weniger breit waren. Wer aber hat denn bei den Realeinkommen tatsächlich zugelegt? Wer hat denn tatsächlich von all den Steuersenkungen profitiert? Und wie sind die Gegner dieser neoliberalen Politik denn denunziert worden? Die Mahnen galten als sozialliberale Betonköpfe, Besitzstandswahrer, Mutlose usw. Die Folgen sehen wir heute, auch und vor allem in der Rente. Aber Frank spricht von Sozialismus und Diebstahl. Das übersieht die Effekte der Agendapolitik sowie einer Steuer- und Abgabenpolitik, die dem sozialen Ausgleich eine fette Delle verpasst hat.

        • Frank
          18.02.2017, 1:14 Uhr.

          @Marco

          Natürlich ist mir bewusst, dass „Sozialismus“ und „Diebstahl“ hier zwei übertriebene Begriffe sind.
          Aber ganz ehrlich, ich komme mir schon sehr gemolken vor von der Steuer und von den Sozialkassen. Wo eine „gerechte“ Abgabenlast ist, empfindet sicherlich jeder anders. Ich stehe auch dazu, dass wer gut verdient auch mehr Steuern bezahlen soll. Mich interessiert dann aber auch immer was Leute sich so vorstellen, was hier gerecht ist. Es ist immer eine gute Übung sich anzuschauen, was man selber für eine Steuerlast hat. Und sich dann überlegt, was man persönlich als fair empfinden würde wenn das eigene Monatsgehalt doppelt oder vielleicht dreimal so hoch ist. Und bitte ehrlich dabei bleiben! Und wenn man sich dann anschaut wie hoch die tatsächliche Steuerlast dann ist, kann das sehr ernüchternd sein…

          Ich habe auch nie gesagt, dass „die Leistungselite“ würde die Stifte fallen lassen bei einer höheren Abgabenlast.

          Und mir fehlt in Ihrem Kommentar definitiv die Logik, weshalb ich für meine Beiträge weniger Rente bekommen sollte. Ich verdiene mehr – ich bezahle mehr Steuern. Ok.
          Und ich bezahle mehr Sozialversicherungsbeiträge, dann bekomme ich auch eine höhere Rente. Punkt. Wer daran rüttelt, gefährdet früher oder später den sozialen Frieden.

          Von Steuersenkungen habe ich noch nichts bemerkt. Bleibt mein Einkommen gleich, zahle ich in der Regel ein paar Euro weniger Steuern (wegen höherem Grundfreibetrag etc). Steigt es, in normalem Maß so wie bei allen Anderen auch, bezahle ich mehr Steuern. Und durch die kalte Progression bleibt von dem Mehr-Brutto nur ein sehr sehr kleines Mehr-Netto übrig.

          • JM
            18.02.2017, 3:28 Uhr.

            Zu:“Und mir fehlt in Ihrem Kommentar definitiv die Logik, weshalb ich für meine Beiträge weniger Rente bekommen sollte.“
            Also weniger Rente gibt es ja dabei nur in Relation zu den eingezahlten Beiträgen.
            Zu:“Und ich bezahle mehr Sozialversicherungsbeiträge, dann bekomme ich auch eine höhere Rente. Punkt. Wer daran rüttelt, gefährdet früher oder später den sozialen Frieden.“
            Das folgt nicht, ein SV-System ist keine (festverzinsliche) Kapitalanlage! Bei einem Umlagesystem richtet sich die Auszahlung nach der Summe der Einnahmen im Verhältnis zur Anzahl der Berechtigten. Abhängig von Demographie und Arbeitsmarktlage wird also politische Sympathie und der soziale Friede – und damit hoffentlich geringe Kriminalität – dadurch „erkauft“, daß „die Alten“ mehr oder weniger ruhiggestellt oder sogar bei Laune gehalten werden. Also: In Sozialsystemen gibt es keine feste „Rendite“!!! Wer zusätzlich zum gesetzlichen System Kapital anlegen will, dem steht das ja frei. Wenn es sich rentiert, gut. Wenn die nächste Immo-Blase kommt und das Kapital weg ist: Auch gut. (Für die, die nicht gewettet und also auch nix verloren haben.)

      • Frank
        18.02.2017, 1:01 Uhr.

        @JM
        die KapErtSt sehe ich recht zwiespältig. Zum einen ist es nicht fair, wenn Arbeit (in der Spitze) mit 42% besteuert wird und Kapitaleinkünfte „nur“ mit 25%.
        Andererseits ist das doch alles versteuertes Geld das da angelegt wird. Wie oft will denn der Staat noch an mir verdienen? Und wie bitte soll Jemand eine private Vorsorge aufbauen, wenn der Staat dann genau an dieser Versorgung auch wieder mitverdienen möchte? Das ist doch nicht gerecht.

        • JM
          18.02.2017, 2:35 Uhr.

          Nun ja, Geld kann man entweder ausgeben, was via Nachfrage der (hoffentlich einheimischen) Wirtschaft nützt und via MwSt. natürlich auch der Allgemeinheit. Oder man kann es in der Hoffnung auf Gewinn spekulativ in die „internationale Finanzbonanza“ pumpen und damit dem realen Wirtschaftskreislauf entziehen. In letzgenanntem Fall wird im Durchschnitt Gewinn gemacht. Und zwar ein solcher, der nicht aus eigener Arbeit resultiert, sondern lediglich aus der gewonnenen Wette, daß sich der Kurs der gekauften Aktie o.Ä. positiv entwickelt. Egal wie, es werden Einkünfte erzielt und es ist kein Grund einzusehen, daß die einen EInkommensarten besser gestellt werden sollten als andere. Im Übrigen sind auch bei Arbeitseinkommen die Kosten für die Arbeitskraft ja schon versteuert worden, denn die Summe der Lebendhaltungskosten eines Arbeiters bis zum betrachteten Verdienstmonat unterlag ja auch verschiedenen Steuern.
          Aber nun zu der spannenden Frage „Mich interessiert dann aber auch immer, was Leute sich so vorstellen, was hier gerecht ist.“: Die Antwort liegt in einem Einkommenssteurmodell mit nichtlinearer Progression, bei der sich das Nettoeinkommen z.B. nach der Formel
          N3(x) = a · [ ln(x+a-1) – ln(a) ] + 1 (Logarithmenmodell)
          ergibt. Durch die Normierung auf das steuerfreie Existenzminimum hat sich dabei übrigens die „kalte Progression“ gleich mit erledigt, von der Abschaffung des EIngangs-Steuersatzes und des Spitzen-Steuersatzes gar nicht zu reden. Falls du nähere Infos haben willst, maile an improvisator61@yahoo.de!

          • JM
            18.02.2017, 2:43 Uhr.

            p.s.: I in der Formel bedeutet 1, also die Zahl Eins.

  • Antje
    17.02.2017, 22:01 Uhr.

    gute Hintergrundinformationen: http://www.seniorenaufstand.de/
    Ein Mail eines Neu-Rentners,
    . . . nachdem er seine „Metallrente“ ausgezahlt bekommen hat: „Da ich jetzt Rentner bin und meine „Metallrente“ ausbezahlt wurde, kann ich mit ganz konkreten Zahlen diesen Betrug belegen:

    . . . . knapp 17.000€ vom Bruttolohn eingezahlt.
    Nach Berechnungen hätte er von der Metallrente, alternativ zur Einmalzahlung, einen monatlichen Bruttorentenbetrag zwischen 60 bis 70€ erhalten.
    Dieser Betrag wäre durch Versicherung/Steuern/Rentenversicherungsminus auf einen Netto-Betrag zwischen 20 und 30€ geschrumpft.

    Ausgezahlt wurden: 21.690 €
    Forderung der Krankenkasse: 3.800 €
    Steuerzahlung an Finanzamt: 6.200 € (entspricht 28,5 % wegen Progression !!)
    Kläglicher Rest: 10.690 €
    Also gerade einmal 50 % bleiben für die Altersvorsorge übrig !

    Sehr gut verdient haben die Allianz, die Krankenkasse, die IG-Metall (Provision) und natürlich der Finanzminister.“ eine weitere Erkenntnis:

    Er hat durch die Entgeltumwandlung weniger Rentenversicherungsbeiträge bezahlt und erhält dafür, mal sehr vorsichtig angenommen, 0,5 Entgeltpunkte weniger. Das bedeutet nach gegenwärtigem Stand: Er erhält ca. 15€ im Monat weniger Rente, macht im Jahr 180€ weniger. Bezieht . . . seine Rente solange, wie zur Zeit die durchschnittliche Rentenzahldauer beträgt, nämlich 20 Jahre, hätte er einen Rentenverlust von weiteren 3.600€.

    Seine abschließende Rechnung würde also so lauten:

    – 21.690€

    – 3.800€

    – 6.200€

    – 3.600€

    = 7.090€ als „Vorteil“ der Metallrente (das ist noch zurückhaltend gerechnet)

    Noch eine Anmerkung: Bei Vertragsabschluss von K . . . . . war der Garantiezins noch bei über 3%. Heute ist er auf dem Stand von 0,9%.

  • Lisa
    17.02.2017, 22:01 Uhr.

    Guten Abend,
    Ich bin Ende 40 und erhalte eine auf 3 Jahre befristete volle EU Rente, die im Jan. 2018 ausläuft. Ich überlege gerade eine alte Lebensversicherung die 99 abgeschlossen worden ist aufzulösen, weil die EU Rente nicht ausreicht. Diese fehlt mir dann wahrscheinlich wieder im Alter, auch weiss ich jetzt noch nicht, wie das mit einem neuen Job nächstes Jahr aussieht. Was empfehlen Sie? Kann man mit 50 Jahren nochmal was neues für die Rente ansparen?

  • dagmar
    17.02.2017, 21:56 Uhr.

    Guten Abend, es sollte aus jedem Brutto-Euro-Verdienst bei allen Verdienern Sozialversicherung zu zahlen sein . Es herrscht ja auch eine Diskrepanz bereits jetzt schon: Arbeitnehmer zahlen nur aus ihrem Bruttoarbeitsverdienst bis zur Bemessungsgrenze und aber nicht z. B. aus Mieteinnahmen usw. Während Selbständige aber SV-Beiträge aus ihrem Bruttoverdienst aus der gewerblichen Tätigkeit plus aus z. B. Mieteinkünften zahlen müssen. Die Sozialversicherung legt den Steuerbescheid zu Grunde, und zwar Brutto, also nicht netto, zu versteuerndes Einkommen. Es sollte mal einfach eine Gleichheit sein, und wenn ALLE aus dem was Einkünfte erzielt werden (brutto natürlich) Beiträge abführen, dann kommt automatisch mehr Geld in die Kassen, dies kann man auch mehr denen zugute kommen lassen, die durch ihrer Hände Arbeit nicht die Rente erhalten, um damit zu leben. Allerdings, das muss ich sagen, muss das Geld, welches in die Sozialkassen fließt auch strikt für diesen zweck ausgegeben werden. Danke und schönen Abend.

  • Ludwig
    17.02.2017, 21:56 Uhr.

    Prof.Dr.Sell,

    sie erwähnten, dass die Riesterrente denkbar schlecht ist, gerade im Niedriglohnsektor. Warum ist dies so ?

    • Manuel
      17.02.2017, 22:05 Uhr.

      Ganz einfach rechne einfach mal aus was du in den Jahren einzahlst. Und wie lange du brauchst Bus du es wieder raus hast… bei mir gerade 180 Rente mehr, rentiert sich nach 20 Jahren also ab 87 und dazu noch die Inflation… Nein danke für nichts Frau Nahles.

  • Antje
    17.02.2017, 21:55 Uhr.

    Politik und Justiz haben für sich selbst nicht nur wesentlich bessere Regelungen geschaffen, sie haben auch spätestens seit 1978 elementare Grundrechte für die Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung außer Kraft gesetzt, Gleichheitssatz, Eigentumsschutz für die Beiträge, Rechtsstaatsprinzip (keine rückwirkenden Eingriffe) Nachlesen kann man das in den Entscheidungen des BVerfG vom 01.07.1981 (1 BvR 874/77 u.a.) oder vom 27.02.2007 (1 BvL 10/00, Absätze 53, 55 und 70).
    Der Gesetzgeber ist zugleich der Empfänger von Abgeordnetenbezügen/steuerlicher Alimentation/Ruhestandsgelder. Über Rentenfragen entscheiden ausschließlich solche Personen, die davon in keiner Weise betroffen sind. Sie haben nicht das geringste Interesse, daran etwas zu ändern, weil sie erheblich davon profitieren. Nicht umsonst haben Bundestag und Länderparlamente es immer wieder abgelehnt, ihre eigene Altersversorgung der gesetzlichen Rentenversicherung anzuvertrauen.

    • JM
      17.02.2017, 22:38 Uhr.

      Im Prinzip völlig korrekt, aber bei einem Umlageverfahren kann es logischerweise keinen Eigentumsschutz für die Summe der eingezahlten Beiträge geben. Eine Versicherung ist kein Sparschwein!

      • Antje
        17.02.2017, 23:06 Uhr.

        das BVerfG argumentiert ja gerade damit, dass es eben kein Versicherungsprinzip ist. Und weil es ein Umlagesystem ist ist es nicht zweckgebunden und alle Finanzminister können sich aus den Rentenbeiträgen aus den Löhnen bedienen, um damit gesamtgesellschaftliche Aufgaben zu finanzieren, die bisher noch in keinem Jahr vollständig zurückgezahlt wurden, der Staat kann sich also bedienen wie er will? Was heißt, dass allein gesetzl. Rentenversicherte einen Großteil allgemeinstaatliche Aufgaben bezahlen, und damit alle die nicht einzahlen von diesen Aufgaben frei hält?

  • Wolfgang Thiel
    17.02.2017, 21:53 Uhr.

    Ich sehe in der sich entwickelnden Situation der Alterssicherung mehr
    gesellschaftliche Sprengkraft als in allen anderen derzeitigen Themen. Und das vernebelnde Gift der Populisten wird an den Menschen , die viel zu spät
    begreifen wo sie wirklich stehen , wirken !
    Rente als Solidarsystem einer Bevölkerungsgruppe , – hier der gewerblich berufstätigen Menschen funktioniert nicht mehr und das wissen fast alle .
    Die Ausführungen von Professor Sell könnten eine gute Diskussionsgrundlage sein und schließen dann ganz sicher auch die Versorgungssysteme der Beamten und ihnen gleichgestellten ,z.B. Abgeordnete , ein. Hier sind es ausschließlich Steuermittel die den Ruhestand absichern.
    Statt Rente und Pension eine Alterssicherung , für alle .

    • JM
      17.02.2017, 22:41 Uhr.

      Genau, und zwar nach Schweizer Modell! Übrigens: Warum nicht auch die GKV/PV nach diesem Modell organisieren? Unser Gesundheitssystem hätte es nötig und die PKV kann ja dann immer noch Zusatzleistungen anbieten…

  • Antje
    17.02.2017, 21:52 Uhr.

    Das Grundgesetz hat mit dem Art. 33 Absatz 5, in sich selbst von Anfang an ungleiche Behandlung der Bürger installiert, in dem es Bürger allein deshalb besser stellt, in dem Moment wo sie Beamte sind. Das Beamtentum ist nach „hergebrachten“ Grundsätzen zu regeln. Welchen „hergebrachten“ Grundsätzen? Die aus der Zeit von 1933 bis 45? oder aus dem Ständestaat des 19. Jahrhunderts? Das BVerfG in einem Urteil v. 27.09.2005 2 BvR 1387/02; Hergebrachte Grundsätze des Beamtentums im Sinne des Art.33 Abs.5 GG und verweist hier in den Abs. 96/97 (von 148) auf den § 10 des preußischen Pensionsgesetzes vom 27.3.1872 – Das BVerfG hat zur Beamtenbesoldung befunden, dass fiskale Engen die Alimentationspflicht NICHT beeinträchtigen dürfen, besonders nicht die Angemessenheit!
    . . . Damit ist Art 3. alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, ad absurdum geführt und die dadurch entstandenen Ungleichbehandlungen systemimmanent. Ein derartiges Zweiklassenrecht kann niemals dauerhaft friedlich bleiben. Es bedarf einer Erwerbstätigenversicherung, die alle Einkommen erfasst, ohne private Saugnäpfe dazwischen ohne Beitragsbemessungsgrenze, Auszahlungen nach unten wie oben gedeckelt. Wäre der Riester-Rürupbetrug, die Teilprivatisierung der gRV und die vielen anderen Rentenkürzungen durchgesetzt worden, wenn alle Einkommen gleichermaßen von rentenpolitischen Entscheidungen betroffen wären?

    • JM
      17.02.2017, 22:45 Uhr.

      Super Beitrag, weiter so!

  • Antje
    17.02.2017, 21:51 Uhr.

    im ARD-Magazin plusminus: Wie die Rentenbeiträge geplündert werden: https://www.youtube.com/watch?v=8mGC0bjyXSY

  • Thomas
    17.02.2017, 21:49 Uhr.

    Guten Abend,

    leider vermisste auch ich in der Sendung die Thematisierung der, im Vergleich zur durchschnittlichen Rente, üppigen Beamtenpensionen und deren Finanzierung auf Kosten der Steuerzahler. Lediglich die Selbstständigen sollten auch in die Rentenversicherung einzahlen… Scheinbar traut sich niemand, diese heilige Kuh zu schlachten. Die letzte Rentenreform der Frau Nahles ist meiner Meinung nach deshalb nur ein Feigenblatt. Der DBB und andere Lobbyisten kämpfen dafür, dass diese Ungerechtigkeit weiter fest einzementiert bleibt. Die von diesen Interessenvertretern vorgetragenen Begründungen für diese Ungleichbehandlung scheinen mir nicht nachvollziehbar und unbegründet. Ein weiteres nicht angesprochenes Problem sind die fehlenden Betriebsrenten, besonders im Osten. Angestellte im Öffentlichen Dienst wiederum erhalten ein um ca. 17% höheres Rentenniveau als in der freien Wirtschaft rentenversicherte. Schade das die o.g. Themen meist, auch in Ihrer Sendung, unter den Tisch gekehrt werden.

    • JM
      17.02.2017, 22:50 Uhr.

      Wo kommt denn diese DIfferenz von 17% her? Werden im ÖD bei gleichem Brutto mehr Rentenpunkte gutgeschrieben? Wo steht denn das genau? Der Unterschied ist m.W. eher der, daß bei Beamten – also für Pensionen – als Berechnungsgrundlage die besten paar Jahre zählen, während bei normalen AN ALLE Jahre einzeln in die Berechnung einfließen.

      • Antje
        17.02.2017, 23:09 Uhr.

        einfach kurz ausgedrückt:
        Berechnung für Pensionen: letztes und somit höchstes Einkommen. Berechnung für Renten: durchschnittliches Einkommen des gesamten Erwerbslebens.
        Das kann auf die Dauer nicht gut gehen und fördert nur das gegeneinander Ausspielen.

        • JM
          18.02.2017, 1:51 Uhr.

          Völlig richtig, aber Thomas bezog sich ja auf ANGESTELLTE im ÖD. Und die kriegen nun mal Rente und nicht Pension. Die Frage ist also weiterhin ungeklärt, woher diese Differenz von den 17% kommen soll.

          • Antje
            18.02.2017, 12:03 Uhr.

            Ja, das stimmt. Vielleicht meint er die BvL, die es zusätzlich noch im ÖD gibt?

  • Reiner
    17.02.2017, 21:49 Uhr.

    Hallo
    Meine Mutter und Vater sind beide Rentner.
    Sie hat früher in verschiedenen Betrieben gearbeitet und dann war sie zu Hause im eigenen Betrieb.Sie hat jetzt eine Rente von 138,26,-€ nach den Abzügen können sie mir bitte sagen warum ist das so wenig.

    Danke

  • Antje
    17.02.2017, 21:49 Uhr.

    Statt unsere umlagefinanzierte Rente zu stärken, wird das Geld aber lieber als „staatliche Zulage“ an Versicherungen verteilt, die auch die heutigen Rentner, die nicht mal riestern konnten mit dem rentenkürzenden Altersvorsorgeanteil (AVA-§255 d,e SGB VI) mitbezahlen. Mit der Begründung: Sorge um kommende Generationen.
    Wenn wir und kommende Generationen 100€ mehr an eine gesetzliche zahlen, ruiniert das alle, wenn wir das gleiche an eine Private zahlen (mit dem Risiko des Verlustes) rettet das die Zukunft?

  • Dave
    17.02.2017, 21:49 Uhr.

    Deutschland macht es Falsch, lernt von andere kluge Laender und handelt schnell, sonnst werden alle jetztige und zukuenftige Generationen Arm in Rente gehen: http://www.renteoderwohlstand.de/rentenproblem-loesen/ Viel Glueck!

  • Gordon
    17.02.2017, 21:48 Uhr.

    Hallo, wenn man in seinem Leben entweder nur im Niedriglohnsektor, also unter 1000 Euro Netto oder ALG2 (Hartz4) bekommen hat oder bekommt ist es dann, wenn man sich es überhaupt leisten kann, sinnvoll einen Riestervertrag zu nutzen? Bis jetzt wird, so viel ich weiß, die Rente aus dem Riestervertrag auf die Grundsicherung angerechnet so das man beim Rentenbezug keinen Vorteil von jahrelangem riestern hat und genau so viel Grundsicherung bekommt wie jemand der nie geriestert hat.

    Warum zahlen Selbständige, Ärzte, Anwälte usw. nicht in die Rentenversicherung ein obwohl viele Selbständige oft im Alter in der Grundsicherung landen?

    • JM
      18.02.2017, 1:45 Uhr.

      Sinnvoll bestenfalls für die konkrete Versicherung, deren Vertreter dir einen solchen Vertrag aufschwatzt. Und – via Provision – natürlich auch für den Vertreter selbst. Du selber hast nur Geld zum Fenster herausgeworfen, das dir bei deiner jetzigen Lebensqualität fehlt. Wie du ja selber schon erkannt hast, hast du selber von diesem Modell später gar nichts.

  • Antje
    17.02.2017, 21:48 Uhr.

    Elemente der Generationengerechtigkeit. Von Generationengerechtigkeit und Generationenvertrag in der gRV sind wir weit weg: Z.B. in der Schweiz, Österreich sind alle Personen pflichtversichert, die dort ihren Wohnsitz haben oder eine Erwerbstätigkeit ausüben – also Erwerbstätige und Nicht-Erwerbstätige. Hier kommt tatsächlich eine Generation für die andere auf. In Deutschland dagegen sind Beamte, Politiker und Selbständige von den Verpflichtungen des Generationenvertrages ausgenommen. Diese Berufsgruppen überlassen sogar die Altersversorgung ihrer eigenen Eltern den Pflichtversicherten der Rentenversicherung – wenn die Eltern nicht selbst Beamte oder Selbständige waren. Das gleiche gilt sinngemäß für Landwirte und die Versicherten der sogenannten berufsständischen Versorgungswerke, etwa Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Architekten und Seelotsen.

  • Ralf Holzapfel
    17.02.2017, 21:48 Uhr.

    Hallo,
    was ich nicht verstehe:
    ist die Politik so abhängig von den wenigen Wählerstimmen der Versicherungen
    oder warum kommt sie nicht mal auf die Idee, eine staatlich organisierte Rentensäule zu entwickeln (parallel oder alternativ zur Riester-Rente) in form von einem Volksrentenfond.
    Dieser könnte auch z.B. 3 Risikoklassen der Anlage ermöglichen welche individuell mischbar sein sollten.
    ab den ersten 20 Euro Einzahlung monatlich gibt es 10 Euro vom Staat dazu.
    Sowas gäbe mal richtig Wählerstimmen.
    Herr Sell (oder wer auch immer), haben Sie eine Erklärung, warum das scheinbar von der Politik nicht gewollt ist?
    Gruß und Danke für die sehr interessante Sendung

  • Wolfgang Fladung
    17.02.2017, 21:47 Uhr.

    Ich, 71 Jahre alt, werde jedenfalls bei der nächsten Wahl mein Kreuz ganz sicher nicht bei der SPD, und einer solchen Arbeiter-Verräterin wie Frau Nahles, machen, wenn nicht z.B. Herr Schulz da konkret etwas ändert. Aber dieser neue, bei Umfragen in den Himmel gehobene SPD-Heiland, wird, wie auch in Europa, die neoliberale Förderungspolitik für die Reichen und Kürzen des letzten Hemdes bei den Armen eher fortsetzen. Oder irre ich mich?

    • dagmar
      17.02.2017, 22:26 Uhr.

      …ich denke Sie irren sich nicht. Vorallem sagt er nichts aus, bei dem was er sagt. Aber bis in einigen Wochen wird man dies schon noch deutlicher bemerken können…

  • Michael Schulz
    17.02.2017, 21:47 Uhr.

    Was ich vermisst habe:

    Jedes Jahr bekommt man so eine tolle Renteninformation.
    Warum können die mir nicht mitteilen wieviel Prozent meiner Rente ich versteuern muss? Ich bin 1965 geboren. Das sind 92 Prozent glaube ich.
    Ich weiss bis heute nicht ob das von meinem Geburtsjahr abhängt oder von dem Renteneintrittsjahr. Ist es vielleicht vorteilhafter statt 2032 schon 2031 in Rente zu gehen und dann nur 91 Prozent Steuern zu zahlen, obwohl einem pro Monat 0,3 Prozent Rente weniger ausgezahlt werden?
    Wer erklärt einem dass mal vernünftig?
    Ich habe mittlerweile 30,7064 Rentenpunkte erworben. Die sind 935,01 Euro wert. Das einem netto nur 841,66 Euro verbleiben (Steuer, Krankenkasse usw.) wird einem in der Renteninformation nicht erklärt. Dazu muss man im Internet mühsam einen Besteuerungsrechner suchen und benutzen und hoffen dass die sich dabei nicht verrechnet haben.

    So etwas ist keine Information. Das ist eine Zumutung.
    Wenn ich bei der Rentenversicherung mal um Informationen anfrage gibt es leider bis heute keinerlei Antworten für mich.

    • JM
      18.02.2017, 1:36 Uhr.

      Woher soll die BfA denn wissen, wie in 20 Jahren die Steuermodelle und die KV-Beiträge aussehen werden? Die Entscheidung „Ein-Jahr-früher-in-Rente-oder-nicht“ läßt sich doch sinnvoll erst in dem „einen Jahr früher“ treffen, und zwar nach den gesetzlichen Regelungen, die dann gelten werden. Alles andere wäre doch Kaffeesatzleserei, oder?

      • JM
        18.02.2017, 1:37 Uhr.

        Sorry, in 15 Jahren.

        • Michael Schulz
          18.02.2017, 11:32 Uhr.

          Wenn sich was ändern würde könnte man das ja auch dann immer wieder mit jeder neuen Renteninformation wieder neu anpassen.

          Schliesslich ändert sich ja auch jedes Jahr die Anzahl der Rentenpunkte.
          Die angegebene voraussichtliche Rente ist ja auch nur Kaffesatzleserei, weil niemand die Inflation vorhersagen kann.

          Ein Kollege von mir ist aus allen Wolken gefallen, weil er jetzt erst zum Rentenbeginn von seinen 500 Euro Abzügen erfahren hat. Also genau dann, wenn es für eine Zusatzvorsorge schon lange zu spät ist.

          • Michael Schulz
            18.02.2017, 11:49 Uhr.

            Sollten bis zum Rentenbeginn Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre gezahlt werden, bekämen Sie „…“ von uns eine monatliche Rente von:

            steht da in der Renteninformation. Das ist auch Kaffeesatzleserei.

            Als mittlerweile 51 jähriger bin ich in meiner Firma auch nur noch geduldet und nicht mehr angesagt. Man bekommt nur noch die miesen Jobs zugewiesen damit man möglichst von selber kündigt und der Firma nicht mit einer Abfindung zur Last fällt. Ich persönlich gehe nicht davon aus dass ich bis 67 weiterhin so viele Rentenpunkte einheimsen werde wie die in meiner Renteninformation sich schön gerechnet haben. Jahrelange 3-Schichtarbeit hinterlässt nun mal seine Spuren. Irgendwann kann ich dann nur noch Pfandflaschen sammeln gehen. Bis 67 oder 70 werde ich diesen Job nicht mehr machen können.

            Ausserdem wollte ich nur wissen wenn ich 2031 vorzeitig in Rente gehe ob ich dann 92 oder 91 Prozent Steuern zahlen muss nach heutigem Stand der Rentengesetze. Ist das so schwer zu beantworten?
            Ich habe diese komplizierten Gesetze nicht gemacht.

            • JM
              20.02.2017, 8:17 Uhr.

              Ja schon, der Teil des Bescheides „Wenn Sie…“ ist natürlich nur dann hilfreich, wenn man praktisch ein mehr oder weniger unkündbares Arbeitsverhältnis hat oder als Experte so gesucht ist, daß man – inflationsbereinigt – von mindestens gleichbleibenden oder sogar steigenden Realeinkommen ausgehen kann. Die bisher erworbenen Anwartschaftspunkte stehen dagegen fest und sind insofern eine halbwegs belastbare Kalkulationsgrundlage. Im Übrigen ist 2031 ja noch 14 Jahre hin, da muß man ja keineswegs jetzt schon „über ungelegte Eier brüten“ 😉

  • Konrad
    17.02.2017, 21:47 Uhr.

    Hallo, zahlreiche Punkte des aktuellen Rentensystems werden angesprochen. Unerwähnt bleibt aber auch in ihrer Sendung die fehlende Berücksichtigung des Generatoren Faktors. Nicht nur die Erwerbstätigkeit sollte für den Erwerb und die Berechnung von Rente herangezogen werden. Wer Kinder erzieht, erbringt einen Beitrag, der sich entsprechend positiv wieder finden muss. Eltern haben weniger finanzielle Mittel um privat vorzusorgen, wie dies Menschen ohne kind/Kindern möglich ist. Sehr geehrter Herr Prof. Sell, warum würde dies im Beitrag nicht angesprochen, sondern nur auf Menschen mit Mindestlohn und untere Einkommen Bezug genommen? Einen besonderen Beitrag für die Rente leisten hier Familien mit drei und mehr Kindern.

    • JM
      17.02.2017, 23:26 Uhr.

      Wie ist das gemeint?
      Eltern erhalten Kindergeld/Steuerfreibeträge und bekommen rententechnisch inzwischen Kindererziehungsjahre wie Arbeitsjahre angerechnet. Von diversen weiteren staatlichen und kommunalen Hilfen mal ganz abgesehen. Natürlich ist das kein vollständiger Ausgleich, aber immerhin hat sich ja diesbezüglich seit der Wende wenigstens ein bißchen was getan…

  • Peter
    17.02.2017, 21:46 Uhr.

    Guten Abend
    Herr Prof.Sell
    meine Tochter ist jetzt 25 Jahre und arbeitet als Heilerzieherin
    wie kann Sie privat für die Rente vorsorgen.Ich habe gehört das man in die Gesetzliche Rente privat ein Betrag einzahlen kann, ist dies richtig und sinnvoll?

  • Antje
    17.02.2017, 21:45 Uhr.

    @Thomas
    17.02.2017, 21:41 Uhr.
    Nein – Die etwa 80-90 Mrd. – der sogenannte [viel zu geringe] Bundeszuschuss – sind Ersatzleistungen, die der Bund zahlen muss [§213 SGB VI], weil der Finanzminister aus den Rentenbeiträgen allgemeinstaatliche, gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanziert! Und weil seit 1957 jedes Jahr zuwenig an die gRV zurück erstattet werden, schuldet der Bund der gRV, also den Rentenversicherten, bis heute rund 748 Mrd. Euro!!! Der Staat bedient sich, nicht umgekehrt. Die Ausgaben der Rentenversicherung sind nicht gleich Rentenausgaben! Eine transparente alle Ausgaben bilanzierende Buchhaltung müssen die Rentenverwalter nicht nachweisen! So muss man sich nicht wundern, wenn die GRV geschwächt ist, wenn ihr permanent Mittel entzogen werden durch direkten Zugriff bisher aller Finanzminister, damit ist die Selbstverwaltungsautonomie der GRV außer Kraft, und das seit 1955, nur ein Beispiel für alle anderen Jahre: Ein paar Zahlen zur Erinnerung:
    Noch im Jahr 2005 bezifferte die Bundestagsdrucksache 16/55 die Höhe der ungedeckten versicherungsfremden Leistungen in der Rentenversicherung für das Jahr 2003, je nach Definition, auf 6 bzw. 19 Mrd. Euro.[1] Und im Jahr 2010 meinte der Präsident der Deutschen Rentenversicherung Bund H. Rische mit Blick auf den Bundeszuschuss: „Werden solche Ausgaben – wie in der gemeinsamen Abschätzung von BMGS[2] und VDR aus dem Jahre 2004 – unter der Rubrik „nicht beitragsgedeckte Leistungen“ zusammengefasst, so finanzieren die Bundeszuschüsse gegenwärtig zwar einen großen Teil davon, aber nicht deren vollen Umfang. So lautet auch das Ergebnis einer jüngsten Aktualisierung der damaligen Abschätzung.“[3] Im Jahr 2012 veröffentlichte die Deutsche Rentenversicherung eine Studie zum Thema. Danach betrugen die versicherungsfremden Leistungen im Jahr 2009 nach der Abgrenzung solcher Leistungen aus früheren Jahren 47,3 Mrd. Euro. Unter Einrechnung der Transferleistungen lag der Betrag sogar bei 70,7 Mrd. Euro. Die Bundeszuschüsse machten nur 57,3 Mrd. Euro aus.[4] Nach diesen Zahlen blieben die Beitragszahler auf 13,4 Mrd. Euro sitzen.
    [1] BT-Drucksache 16/65, S. 376.
    [2] BMGS ist die Abkürzung für das damals noch existierende Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung.
    [3] H. Rische, Bundesvertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund am 24. Juni 2010 in Frankfurt am Main, S. 9-10.
    [4] Deutsche Rentenversicherung Heft 1, März/April 2012, S. 3.

  • Eckard
    17.02.2017, 21:45 Uhr.

    Warum spricht keiner von den Eu Rentnern. Es werden alle neuen Beschlüsse angerechnet nur für neu EU Rentner warum gilt es nicht für die alten EU Rentner. Die 10.8 Prozent Abzüge sind zu streichen längst überfällig für Alle.

  • Anja
    17.02.2017, 21:44 Uhr.

    Guten Abend Herr Prof. Sell,

    was halten Sie von anderen Formen der privaten Vorsorge, z.B. einer Direktversicherung mit Entgeldumwandlung? Ist diese Art trotz nachgelagerter, rückwirkender Abzüge des Arbeitgeber- und!! Arbeitnehmeranteils der Krankenversicherung überhaupt noch attraktiv und sollte man einen evtl
    schon bestehenden Vertrag eher Beitrags-frei stellen?
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und vielen Dank für Ihren ehrlichen und verständlichen Beitrag eben in der Sendung.

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 22:01 Uhr.

      Die Entgeltumwandlung ist aus meiner Sicht dreifach problematisch. Zum einen finanzieren die Arbeitnehmer darüber ihre eigene „Betriebsrente“, zum anderen haben sie dann natürlich geringere Ansprüche auf Rentenleistungen aus der Gesetzlichen Rentenversicherung und bei Auszahlung müssen sie die vollen Sozialbeiträge abführen und viele erleben ihr blaues Wunder.

      • JM
        18.02.2017, 1:19 Uhr.

        Sehr geehrter Herr Professor,
        das ist bestenfalls teilweise richtig. Gehaltsumwandlung ist nämlich nur für Gutverdiener interessant, und deren Einkommen liegt oft über der BBG der KV oder gar der RV. Sofern also nur Ek-Anteile umgewandelt werden, die über der BBG liegen, ist das für die gezahlten GRV-Beiträge und damit die erworbenen Anwartschafts-Punkte völlig irrelevant. Allerdings stimme ich zu, daß die vollen KV-Beiträge problematisch sind, denn ohne Gehaltsumwandlung wären diese ja gar nicht fällig gewesen. (Dafür allerdings die volle Ek-Steuer, die jeweils höher sein dürfte.) Eine Lösung könnte sein, daß das bruttoumgewandelte Gehalt KV/PV-technisch als eigenes Einkommen gewertet und bei Umwandlung beitragsmäßig hälftig vom AG belastet wird. Der dann diese Beiträge natürlich auch abführt. So daß der AN im Rentenfall dann wie bei der GRV nur den AN-Anteil der KV/PV zu zahlen hätte.

  • Ulrich
    17.02.2017, 21:44 Uhr.

    Guten Abend,
    auch ich fand die Anstöße von Herrn Prof. Sell sehr sehr gut. Aber wie bzw. WER hilft diese bei unseren resistenten Politikern durchzusetzen?
    Die wollen sich doch nicht bewegen und malen immer gleich das Gegenfinanzierungsmonster an die Wand.
    Wie immer kommt leider nicht die betriebliche AV wie Direktversicherung, Pensionskasse in die Betrachtung. Durch die derzeitige Zinspolitik ist meine voraussichtliche Ablaufleistung in ganz wenigen Jahren um mehr als Zehntausend Euro gesunken! Und dank der nachträglich eingeführten KV-Pflicht muss ich davon noch den vollen KV-Satz bezahlen. Der Staat bestraft also Eigenvorsorge auch noch.

  • dagmar
    17.02.2017, 21:43 Uhr.

    Guten Abend, Herr Sell, meine auch, dass JEDER von seinen Bruttoeinnahmen Sozialversicherungsbeiträge bezahlen sollte, also RV und KV und PV. Heißt, z. B. von seinem Bruttoeinkommen als Arbeitnehmer, sowie z. B. Mieteinnahmen, Kap-Erträge, desgleichen auch Selbständige und Freiberufliche. Als Grundlage ggf. der Bruttobetrag aus dem Steuerbescheid. Es gibt ja auch jetzt schon eine Diskrepanz bereits bei der Zahlung von Krankenversicherungsbeiträge und Rentenversicherungsbeiträgen

    • JM
      18.02.2017, 1:03 Uhr.

      Genau, Schweizer Modell auch für KV und PV! (Und warum dann nicht auch gleich für die ALV? Am besten mit Wiedereinführung der AlHi bis zur Rente?)

  • Hartmut Dreger
    17.02.2017, 21:43 Uhr.

    Ich glaube deutlich herausgehört zu haben, dass Sie den Standpunkt vertreten wie ich ihn schon lange habe. Rente hat nichts zu tun damit wieviel Junge und wieviel Alte es gibt, sondern sollte sich außschließlich am BIP orientieren. Beispiel ( ad absurdum): angenommen, Roboter würden alle notwendigen Arbeiten erledigen. Dann hätten die Jungen kein Einkommen und die Alten keine Rente. Alle müßten verhungern, obwohl alles im Überfluss da ist. An solchen Extrembeispielen mache ich mir klar, dass es schon lange erforderlich ist, dass das komplette Renten- und sonstige Einkommenssystem nach einer Reform schreit. Die Politik zieht es allerdings vor, Jung gegen Alt aufzuhetzen.Warum sind diese so starrköpfig??

    • dagmar
      17.02.2017, 22:17 Uhr.

      …Das Beispiel mit dem Roboter ist gut, finde ich…

    • JM
      18.02.2017, 0:57 Uhr.

      Na weil sie selber davon profitieren natürlich! So lange sie verschiedene Gruppen des Volkes aufeinanderhetzen (können), machen sie selber Fettlebe. „Divide et impera!“ Schon mal gehört/gelesen?

  • Antje
    17.02.2017, 21:43 Uhr.

    Hätten wir nicht eine völlig andere Rentenpolitik, wenn alle Einkommen einzuzahlen hätten? Uns wäre der Riesterrentenbetrug erspart geblieben, das Alterseinkünftegesetz mit falschen Zahlen, der Missbrauch der Rentenbeiträge und die ständige Behauptung, dass der Bunderszuschuss gezhalt wird, um Renten auszahlen zu können,

  • Werner Breihofer
    17.02.2017, 21:42 Uhr.

    Guten Abend zusammen
    Es gibt eine einfache, aber finanziell schmerzhafte Lösung für Gut-, Besser- und Bestverdienende.
    Gesetzliche Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen. Somit wäre nicht nur der Weg frei für den Sozialausgleich für längjährig und besonders langjährig Versicherte Geringverdiener, sondern eine solche Gesetzesänderung würde die Sozialen Ungleichgewichte um ein erhebliches Minimieren. Bei den RVB Versicherten wäre es auch positiv zu begrüßen, wenn wie im öffentlichen Dienst der letzte zu erklimmende Sessel als kollegiale Schützenhilfe mehr oder wenig aufgenötigt werden würde. Viel Erfolg bei der Vorschlagsbearbeitung???!!!

  • Sabine Mercorella
    17.02.2017, 21:42 Uhr.

    Guten abend Herr Prof. Dr. Sell wie sollte eine gute private Vorsorge aussehen? Wieviel Geld sollte man mindestens investieren? Und wie und wo sollte man es anlegen? Einen schönen Abend Sabine Mercorella

  • Marco
    17.02.2017, 21:41 Uhr.

    Hallo an alle, die fordern, dass Beamte endlich mal einzahlen sollten. Ich selbst bin Beamter und hätte überhaupt gar kein Problem damit, einzuzahlen. Alllerdings möchte ich an zwei Aspekte erinnern: Zahlen Beamte ein, würden sie auch erhalten müssen. Das grundsätzliche Problem wird also nur kurzfristig gedämpft.
    Und: Bitte bedenken Sie auch, dass mit dem Bundesbeamtengesetz der 1950er Jahre Gehaltsteile der Beamten einbehalten wurden mit dem Zweck, sie anzusparen, um die Pensionen zu bedienen. Dabei dreht es sich um rd. 10% Einkommensanteile, auf die wir also verzichten in dem Glauben, sie würden angespart. Wenn der Staat das nicht tut, die eingesparten Gelder lieber aber zur Finanzierung anderer Lücken nutzt, dann bin ich gern bereit, diese Sparleistung eben selbst zu leisten. Dann aber erst nach einer erheblichen Gehaltssteigerung. Im Übrigen gilt: Stellt die Umverteilungsfrage, bevor Alt gegen Jung, Angestellter und Beamter gegeneinander ausgespielt werden.

    • Thomas
      17.02.2017, 22:06 Uhr.

      Sicher liegen die Gehälter der Beamten etwas niedriger wie die der Angestellten. Da aber von diesen Beamtengehältern weder RV noch AV abgezogen, und selbst die KV noch aus der Steuerkasse bezuschusst werden (was den Selbstständigen nicht vergönnt ist) ist es möglich, dass ein Angestellter (natürlich abhängig von der Lohnsteuerklasse) mehr als 3000 € verdienen muss, um 2000 € Neto zu verdienen, ein Beamter bekommt diese Nettogehalt bereits bei einem viel niedrigerem Einkommen. Bitte denken Sie darüber nach.

  • Christian Neustadt
    17.02.2017, 21:41 Uhr.

    Guten Tag,

    vielen Dank an Herrn Sell für die klaren und verständlichen Worte zur Rente. Eine erfrischende Abwechslung zu dem politischen herumwinden.

    Ganz wichtige Punkte:
    1. Umverteilung von Oben nach Unten.
    2. Bürgerversicherung (Alle zahlen ein – auch Beamte).
    3. Finanzierung aus Kapitalsteuermittel, menschliche Arbeit muss im Hinblick auf den sozialen Frieden höher bewertet werden als Erträge aus Kapital. Sollte das mittelfristig nicht gelingen, fliegt uns der ganze Laden um die Ohren. Dann sind die Probleme der Demografie und die Absenkung des Rentenniveaus unser geringstes Problem.

    Noch eine schönen Freitag.

    Christian

    • JM
      18.02.2017, 0:52 Uhr.

      100% Übereinstimmung zu Pkt.3!
      Dann muß aber sofort entweder die Abgeltungssteuer (25%) abgeschafft oder deren Satz auf 42% (bzw. den jeweils geltenden Spitzensteuersatz) angehoben werden. Kanzelkandidat Schulz hat ja gefordert, daß alle Einkommensarten steuerlich gleich behandelt werden müssen. Da Einkünfte aus Kapital und Vermögen via Abgeltungssteuer z.Z. begünstigt sind, läuft also seine Forderung auf die eingangs von mir genannte Lösung hinaus. Oder?

  • Thomas
    17.02.2017, 21:41 Uhr.

    Die Rente wird ja zumindest teilweise alternativ finanziert.
    Einerseits durch die Ökösteuer in den Treibstoffen,Stichwort“Fahren für die Rente“.

    Andererseits durch die Rentenbeiträge auf 450,00 € Job-Basis, da diese vom Gesetzgeber zu gering feastgelegt wurden und ohne Extra Zuzahlung durch den Arbeitnehmer ihm nicht angerechnet werden. Ist es möglich, das diese Beiträge ohne Anrechnung ausschließlich dem Staat helfen, da diese den Bundeszuschuß senken?

    • dagmar
      17.02.2017, 22:12 Uhr.

      …wird schon angerechnet, aber nur geringst…

    • Antje
      17.02.2017, 22:24 Uhr.

      Die Zahlen der Statistik zum Bundeszuschuss an die gRV sagen NICHT aus, dass die Ausgaben der Rentenversicherung gleich Rentenausgaben sind. Allein für die Renten, auch höhere, würden die Beiträge locker reichen. Der Verwaltung ist keine alle Ausgaben bilanzierende Buchhaltung auferlegt, wie sich das eigentlich gehört
      für Treuhänder fremder Gelder.
      Die etwa 80-90 Mrd. Euro – der sogenannte [viel zu geringe] Bundeszuschuss – sind Ersatzleistungen, die der Bund zahlen muss [§213 SGB VI], weil der Finanzminister aus den Rentenbeiträgen allgemeinstaatliche, gesamtgesellschaftliche Aufgaben finanziert! Und weil seit 1957 jedes Jahr zuwenig an die gRV zurück erstattet wurde, schuldet der Bund der gRV, also den Rentenversicherten, bis heute rund 748 Mrd. Euro!!!
      Der Staat bedient sich, nicht umgekehrt.
      Genauer ist das hier mit Tabelle akribisch genau aufgelistet, mit Quellenangaben versteht sich:
      http://www.adg-ev.de/index.php/publikationen/publikationen-altersvorsorge/1387-versicherungsfremde-leistungen-2015
      Aber auch Rudolf Dreßler mahnte diesen Rentenmissbrauch in seiner Rede am 10.Okt. 1997 im Bundestag. Oder jüngst hier:
      https://www.youtube.com/watch?v=8mGC0bjyXSY
      Ein Beispieljahr:
      Anhand der Veröffentlichung der Deutschen Rentenversicherung im Heft 1/12 werden nicht beitragsgedeckte Entnahmen und so genannte Bundeszuschüsse in der Rentenversicherung veröffentlicht und als Beispiel das Jahr 2009 herangezogen.
      – Die Rentenausgaben betrugen rd. 207,6 Milliarden Euro.
      – Versicherungsfremde Leistungen nach DRV: rd. 55,6 Milliarden Euro
      – Transferleistungen [RV-Bericht 2009] rd. 14,3 Milliarden Euro
      – Summe der versicherungsfremden Leistungen 2009 rd. 69,9 Milliarden Euro
      – Deutsche Rentenversicherung am 7.5.2012: 26,8 % der Rentenversicherungs-Ausgaben sind versicherungsfremd. Bundeszuschuss zur Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen:
      [DRV-Rentenversicherung in Zeitreihen, Oktober 2012, Seite 218]
      – Bundeszuschuss 38,6 Milliarden Euro
      – Zusätzlicher Bundeszuschuss u. a. aus Ökosteuer 18,7 Milliarden Euro
      – Summe der Bundeszuschüsse 57,3 Milliarden Euro [nur Rentenkasse]
      – Defizit zu Lasten der Gesetzlichen Rentenversicherung:
      *****12,6 Milliarden Euro!*****
      [Quelle: Aus der Veröffentlichung in der Zeitschrift, „Die
      Rentenversicherung“ Heft 1 von März/April 2012: Nicht
      beitragsgedeckte Leistungen und Bundeszuschüsse in der allgemeinen Rentenversicherung. Die kommen dabei für 2009 auf einen Anteil der versicherungsfremden Leistungen von 34,0 Prozent der Rentenausgaben.]
      Als Grafik sieht das so aus:
      http://www.rentenreform-alternative.de/versichfremd.htm#2

  • Thomas
    17.02.2017, 21:40 Uhr.

    Herr Sell bestätigt mich mit seiner Forderung nach Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze!
    Endlich mal ein Wissenschaftler der eine wahre, sozialgerechte Rentenreform fordert.
    Aber, wenn wir auf eine solche Entscheidung der Politik hoffen, sind wir auf verlorenem Posten.
    Am liebsten würde ich diese Beitragsbemessungsgrenze auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz prüfen lassen.
    Aber wer könnte sich so eine Klage leisten und würde sie anstreben?
    Jemand der von der Altersarmut bedroht sein wird wohl kaum.

    • JM
      17.02.2017, 23:33 Uhr.

      „Eindlich mal ein WIssenschaftler…“? „Armutsforscher“ Prof. Butterwegge aus Köln fordert das ebenfalls schon seit Jahren, und diverse andere sozial eingestellte und intelligente Menschen auch.

  • Jana
    17.02.2017, 21:40 Uhr.

    Guten Abend,

    das Thema Rente ist ein schwieriges Thema, für mich immer mehr.
    Ich bin erst 29, habe mit 16 meine Ausbildung begonnen und arbeite seitdem in Vollzeit. Privat sorge ich aktuell nicht vor. Jeder spricht sich für eine andere Art der Vorsorge aus. Und ständig die Ungewissheit was sich die Politik einfallen lassen wird um mir am Ende doch wieder die Hälfte abzunehmen. Das macht die Entscheidung schwierig.
    Was sollten ihrer Meinung nach Menschen wie ich tun?
    Riester? Rürup? Sparen aufs eigene Konto?

    • Jana
      17.02.2017, 21:54 Uhr.

      Vielleicht ist es interessant, dass ich seit 13 Jahren im öffentlichen Dienst arbeite und seit 6 Jahren über 3100 Euro brutto verdiene.

    • JM
      18.02.2017, 0:44 Uhr.

      Selbstgenutztes Wohneigentum kaufen, billiger wird es nicht mehr! Für den Anfang reicht ja eine Wohnung. Kleiner Tip: Hohe Tilgungsrate (>7%) nehmen, wer weiß, wie sich die Zinsen entwickeln… Und bloß nicht Gemeinschaftseigentum mit Ehegatten, das gibt bei der Scheidung nur Streß und macht lediglich die Anwälte fett!

  • Wolfgang Fladung
    17.02.2017, 21:40 Uhr.

    Eigentlich hatte ich erwartet, etwas zum Gegensatz und Widerspruch bei der Altersversorgung zwischen Normal-Rentnern und Beamten zu hören. Aber war leider nix. Die Österreicher haben das besser gelöst, auch durch einen höheren Arbeitgeber-Anteil zum Beitrag. Und dort erhalten Beamte nicht mehr, aber auch nicht weniger, als normale Rentner. Über 14 Monate Auszahlung kann man sicherlich streiten, aber bei uns scheint die Lobby des Beamtenbundes einfach stärker zu sein. Und die unterschiedliche Finanzierung für Beamte über die Länder und der Rentner über den Bund lasse ich nicht gelten – oder leben wir nicht alle in Deutschland? Und warum jetzt die Rentenanpassung der Ostrentner zum Großteil aus der Rentenkasse, und nicht aus Steuern, finanziert werden soll, leuchtet mir auch nicht ein. Oder war die Wiedervereinigung ausschließlich eine Sache der Rentner?

  • Antje
    17.02.2017, 21:39 Uhr.

    Alles, was der Staat ausgibt oder investiert, muss von der jeweils erwerbstätigen Generation erwirtschaftet werden, z.B. auch Schulen und Universitäten. Den sogenannten Generationenvertrag ausschließlich auf Beitragszahler und Rentner zu reduzieren ist falsch und ausgesprochen schäbig, er dient nur den Interessen weniger Leute.Der Gesetzgeber ist zugleich der Empfänger von Pensionen. Über Rentenfragen entscheiden nur Personen, die davon in keiner Weise betroffen sind. Das Grundgesetz hat mit dem Art. 33 Absatz 5, in sich selbst von Anfang an ungleiche Behandlung der Bürger installiert, in dem es Bürger allein deshalb besser stellt, in dem Moment wo sie Beamte sind. Das Beamtentum ist nach „hergebrachten“ Grundsätzen zu regeln. Welchen „hergebrachten“ Grundsätzen? Die aus der Zeit von 1933 bis 45? oder aus dem Ständestaat des 19. Jahrhunderts? Wie soll das geändert werden?

  • Patrick
    17.02.2017, 21:39 Uhr.

    Es ist unglaublich, ich Frage mich, wann die Deutsche Bevölkerung endlich versteht, das die Renten nur steigen können, wenn alle ins System einzahlen. Selbstständige und Beamte!!
    Der Arbeitnehmer geht mit 45% vom letzten Brutto Lohn nach Hause und ein Beamter kassiert 80% vom Brutto. Da läuft doch gewaltig was schief.

    • JM
      18.02.2017, 0:33 Uhr.

      Jawoll, so ist das! Schweizer System her, und zwar gleich!

    • JM
      18.02.2017, 0:36 Uhr.

      p.s.: Irrtum, nicht vo letzten Brutto, das ja nicht das höchste sein muß, sondern vom summierten Brutto seiner Arbeitsjahre, jeweils im Verhältnis zum Durchschnitts-Brutto eben dieser Jahre in Deutschland.

      • JM
        18.02.2017, 0:37 Uhr.

        (bezieht sich auf Nicht-Beamte)

  • Manuel
    17.02.2017, 21:37 Uhr.

    Einfach nur traurig selbst als studierte Tiermedizinerin wird von eigenen Verbänden ein Gehalt vorgeschrieben, welches einen in die Altersarmut drückt. Das Lohnniveau ist einfach viel zu niedrig in Deutschland…

    • JM
      18.02.2017, 0:32 Uhr.

      Auch bei eigener Kleintier-Praxis in einer Schicki-Micki-Gegend?

  • Rings Jünigk
    17.02.2017, 21:37 Uhr.

    Bedingungsloses Grundeinkommen statt bedarfsorientierte Grundsicherung!…von der Wiege bis zur Bahre.

    • JM
      18.02.2017, 0:20 Uhr.

      … und die Arbeitgeber freuen sich ein zweites Loch in den Hintern:
      „Was lieber Arbeitnehmer, Du hast jetzt 1000 € Grundeinkommen? Na dann bist du mir doch bestimmt nicht böse, wenn ich dir ab sofort 1000 € (Netto) weniger Lohn/Gehalt zahle, oder? Schließlich hast du ja damit genau so viel wie vorher!“ Was soll der Arbeitnehmer denn da entgegenhalten?
      Und der Arbeitgeber spart nicht nur die 1000 € netto, sondern auch die Lohnsteuer und die Sozialabgaben, die mit dem Brutto verbunden waren, die diesen 1000 € Netto zuzuordnen sind. Alles klar?

      Bedingungsloses Grundeinkommen ist letztlich ein Geschenk an die Kapitalisten und KEINESWEGS sozial!!!
      Im Gegenteil, Otto Normalverbraucher muß es über die Steuern bezahlen, was für ihn letztlich ein Verlustgeschäft ist. Und wer kompensiert bitte die dadurch ausfallenden Beiträge für GRV, GKV/PV und ALV???

      • Antje
        18.02.2017, 12:19 Uhr.

        Genauso! Mich wundert die stark verbreitete Forderung nach einem bedingungslosen Einkommen. Heiner Flassbeck wie auch Prof. Butterwegge haben gut dargestellt, warum es in die Irre führt und Arbeitgeber, Konzerne wie Millionäre frei hält von jeglicher Verantwortung.

  • MD
    17.02.2017, 21:36 Uhr.

    Vielen Dank für die Sendung und Ihre Kommentare Herr Sell!
    Ich habe eine Frage zu privater Vorsorge angesichts der düsteren Aussichten seitens des Rentensystems. Was halten Sie von Wertpapieranlagen, konkret von sog. ETFs, für die eigene Altersvorsorge? (Ich bin 43.)

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 21:57 Uhr.

      Ich kann wirklich keine Anlagetipps geben, aber wenn Sie genug Zeit für die Kapitalanlage haben, ist eine kosteneffiziente Teilnahme an der Börsenentwicklung rückblickend betrachtet sicher als Ergänzung ein gutes Modell. Man muss nur genügend Zeit haben und durchhalten 😉

      • MD
        17.02.2017, 22:07 Uhr.

        Vielen Dank für Ihre Einschätzung. MfG MD

  • Antje
    17.02.2017, 21:36 Uhr.

    ebenso muss man die BVerfG-Entscheidungen aufzeigen, die die Rentenbeiträge zu öffentlichen Mitteln gemacht haben.

  • Thomas
    17.02.2017, 21:36 Uhr.

    Nur 2 Dinge:

    – Die Riesterrente ist aufgrund der Kapitalgarantie unsinnig – keine Rendite ohne Risiko. Wir Deutschen meinten, das perpetuum mobile der Märkte erfinden zu können.
    – Die Demografiediskussion ist sinnlos. Durch Industrie 4.0 wird es in 10
    Jahren zig Millionen wenger Arbeitsplätze geben. Entweder Rente für alle oder Massenelend.

    • JM
      18.02.2017, 0:12 Uhr.

      Genau so ist das!

  • mathias wanks
    17.02.2017, 21:36 Uhr.

    Lösungsvorschlag: Zukünftige rentenerhöhungen kostenneutral absolut und nicht prozentual auszahlen. Effekt: Hohe renten werden reduziert, niedrige erhöht.

  • Christoph
    17.02.2017, 21:36 Uhr.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    in dem Beitrag wurden die Pensionen völlig unbeachtet gelassen. Sollte diese nicht mit den normalen Renten zusammengeführt werden um ein besseres soziales Gleichgewicht herzustellen? Ich halte dies für ungerecht, weil der Unterschied zwischen Pensionen und Renten subjektiv weiter auseinanderklafft.

  • Lothar
    17.02.2017, 21:36 Uhr.

    Haben wir das Dilemma nicht auch selbst verschuldet, indem wir die Arbeitseinkommen aus internationalen Wettbewerbsgründen gedrückt haben? Ich meine damit nicht nur die relativ niedrigen Löhne, sondern vor allem auch durch die Abschaffung von Errungenschaften, wie Zahlung von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Diese Gelder waren schließlich alle sozialversicherungspflichtig, was sie mangels Nichtmehrzahlung nicht mehr sind. Nicht selten waren dies 13,5 Monatgehälter, die die Rentenpunkte anhoben. Heute dürfen sich die Arbeitgeber also ihrer Sozialpflichtigkeit entziehen.

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 21:54 Uhr.

      Sie treffen einen wunden Punkt, das Zurückbleiben der Lohnentwicklung und vor allem die Schaffung eines der größten Niedriglohnsektoren in Europa seit Ende der 1990er Jahren hat dazu maßgeblich beigetragen. Die unteren 40 Prozent der Lohnepfänger haben heute nicht mehr als vor 15 Jahren. Lohnanstiege waren vor allem bei den Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zu beobachten, waren damit aber aus der Finanzierung der Rentenversicherung raus.

  • André
    17.02.2017, 21:35 Uhr.

    Mich würde auch interessieren ob das was ich privat Vorsorge an der gesetzlichen ausgeglichen wird, denn dann bräuchte man doch garnicht vorsorgen oder ? Und mich würde mal interessieren woher es kommt das ein Durchschnittsgehalt 3000 € brutto beträgt, fast alle die ich kenne verdienen viel weniger…. Und wie sieht es i. 20 Jahren aus bin ich dann mit 4000€ brutto ein gering Verdiener oder muss mir sorgen um die Rente machen?

  • Steffen
    17.02.2017, 21:35 Uhr.

    Wie könnte man die Rentenformel ändern, um die Beiträge aufzuwerten auch bei einem Einkommen unter 3044€ pro Monat?

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 21:52 Uhr.

      Das gab es schon mal bis 1993, die „Rente nach Mindesteinkommen“, da hat man die mit unterdurchschnittlichen Renten beim Entgeltpunkt aufgewertet. ispiel: Sie haben 0,5 EP für ein Jahr erwirtschaftet, weil sie nur die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens hatten und dann hat man diesen Wert auf 0,75 aufgewertet. Eine sinnvolel Maßnahme, hat man aus Spargründen damals abgeschafft.

  • Georg
    17.02.2017, 21:35 Uhr.

    Hallo, wir erwirtschaften in Germany ein immer höheres BIP und haben fast die niedrigsten Renten in Europa – und haben ein große Koalition die für das Volk da ist – was stimmt da nicht?
    Wir arbeiten und alles wird von fleißig nach reich geschaufelt – und die Politik schaut zu oder nicht?

  • Ursula Kuhlmey
    17.02.2017, 21:35 Uhr.

    Meine Frage: Ich bin aus dem Land Brandenburg nach Bayern gezogen. Wird meine (Ost)-Rente auch nachgebessert?

    • Jörg
      17.02.2017, 21:45 Uhr.

      Guten Abend!
      Sie sprachen an, dass die jetzigen ostdeutschen Rentenzahler mit die Verlierer der Angleichung sein werden, da die Höherbewertung von im Osten eingezahlten Beiträgen wegfallen wird. Das leuchtet ein. Wie ist es aber mit den bis jetzt schon eingezahlten Beiträgen ? Wird es da einen Bestandsschutz geben oder entfällt die bisher gewährte Höherwertung nachträglich insgesamt, wenn man erst in sagen wir mal fünfzehn Jahren in Rente geht?
      Herzliche Grüße

      • Prof. Dr. Stefan Sell
        17.02.2017, 21:48 Uhr.

        Die bisher erwirtschafteten Ansprüche – es handelt sich ja immer um Entgeltpunkte – bleiben erhalten, die können nicht weggenommen werden. Die Absenkung betrifft dann die Rentenanwartschaften ab 2018, also dem Beginn der Angleichung.

  • Antje
    17.02.2017, 21:34 Uhr.

    Herr Prof. Sell, warum sprechen Sie die Bundeszuschüsse an, ohne zu sagen, dass die dafür geleistet werden müssen, um rentenfremde, allgemeinstaatliche Aufgaben zu finanzieren, Die Ausgaben der Rentenversicherung sind nicht gleich Rentenausgaben, bis heute sind der GRV rund 748 Mrd. Euro zu wenig zurückgezahlt worden. Und wieso findet keine Demografie bei Beamten, anders berufständisch Versicherten und Politikern statt?

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 21:47 Uhr.

      Weil ich zeitlich nicht dazu gekommen bin. Es geht bei den Bundeszuschüssen um die „versicherungsfremden“ Leistungen und ich kenne die These von der Unterdeckung dieser Leistungen, also das zu wenig Steuermittel aufgewendet werden. Die Zweckentfremdung von Versicherungsmitteln ist ein weites und trauriges Feld der Sozialpolitik.

      • Antje
        18.02.2017, 12:30 Uhr.

        Es ist keine These, sondern gut nachweisbar, wie der Missbrauch der Rentenbeiträge und der mangelhafte Bundeszuschuss bis heute die gesetzl. Rente schwächt und geschwächt hat. Das BVferG hat dann diese Praxis (auch zum eigenen Wohl) im Nachhinein abgesegnet und die Rentenbeiträge aus den Löhnen der gesetzl. Rentnenversicherten zu öffentlichen Mitteln gemacht, mit der Argumentation, dass man mit der Rente Eigentum erhält und Eigentum verpflichtet, also kann sich der Staat daraus bedienen, wie er will. Nur aus den Löhnen der gesetzl. Rentenversicherten versteht sich. So haben auch nur gesetzl. Rentenversicherten die mit dem Riesterentenbetrug einhergehenden Rentenkürzungsfaktoren hinzunehmen, ob sie riestern oder nicht. Altersvorsorgeanteil AVA – 255, e, d SGB VI Alterseinkünftegesetz.

  • Prof. Dr. Stefan Sell
    17.02.2017, 21:34 Uhr.

    Guten Abend

    • Hendrik
      17.02.2017, 21:35 Uhr.

      Guten Abend!

  • Theresa
    17.02.2017, 21:34 Uhr.

    Guten Abend,
    ich bin 27 Jahre, im kommenden Sommer mit meinem Studium fertig und wollte gerne wissen. Wie sorge ich denn nun am besten selbst vor? Abgesehen von der gesetzlichen Rente, auf die ich mich mal lieber nicht verlasse.

    Vielen Dan
    Theresa

  • Ludwig
    17.02.2017, 21:33 Uhr.

    Guten Abend Prof. Sell,

    ein Bekannter beharrt auf der Richtigkeit der Riesterrente, da er selbst nur im Bereich von 1200€ netto verdient. Welche Argumente sprechen gegen die Riesterrente, gerade in diesem Verdienstbereich ?

    • Schierz Harald
      17.02.2017, 21:36 Uhr.

      Herr Prof.Sell bis zu welchem Zeitpunkt nach dem Eintritt in die Altersrente kann ich die Höhe der Altersrente überprüfen lassen,und wo?
      Danke

      • Prof. Dr. Stefan Sell
        17.02.2017, 21:44 Uhr.

        Sie können das jederzeit machen – es gibt für alle die kostenlose Rentenberatung durch Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung, auch Verbände wie der VdK bieten eine solche Beratung an.

    • Matthias Maier
      17.02.2017, 21:39 Uhr.

      Sehr geehrter Herr Professor Sell,

      in der Literatur liest man immer wieder, dass ein schuldenfreies Eigenheim, ein Baustein einer vernünftigen Altersvorsorge sei. Ich frage mich allerdings angesichts der momomentanen Niedrigzinsphase bei Hypothekenkrediten, ob es nicht sinnvoller ist, statt zahlreicher Sonderzahlungen, einen ETF-Sparplan zu besparen, der in jüngster Vergangenheit deutlich mehr Rendite erwirtschaftet hat als die niedrigen Hypothekenzinsen.
      Über eine Antwort Ihreseits wäre ich sehr dankbar.

  • Hendrik
    17.02.2017, 21:32 Uhr.

    Hallo,
    Danke für den Beitrag zu der heutigen Sendung.
    Wie sieht es mit den Beamten und anderen Berufsständen mit eigenen Versorgungswerken aus?
    Sind Sie nicht der Meinung, dass ALLE Arbeitnehmer inkl. Beamte in eine Kasse einzahlen sollten?

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 21:42 Uhr.

      Ja, ich persönlich plädiere für eine generelle Erwerbstätigenversicherung, also einschließlich der Selbständigen und ja, auch die Bematenversorgung, ein ganz eigenes System, gehört auf den Prüfstand. Beispielsweise haben wir in der Scweiz ein solches System, in das alle einzahlen müssen, mit einer Basis- und Maximalrente und ohne Beitragsbemessungsgrenze.

      • Werner Breihofer
        17.02.2017, 22:43 Uhr.

        Ja, das Modell der Österreichischen Rentenversicherung ist zwar kein „Stein der Weisen“, aber warum sollte unsere republikanischen Gesetzesvertreter nicht mal von diesem „Spickzettel“ abschreiben. Es muss ja nicht gleich die ganze Dissertation sein.

  • Marco
    17.02.2017, 21:29 Uhr.

    Ich kann es nicht fassen, endlich sagt es mal jemand: Danke, Herr Sell, für den ganz klaren Hinweis darauf, dass Rentenpolitik der Zukunft schlicht und ergreifend auch die Verteilungsfrage stellen muss.
    Es war zuletzt kaum noch auszuhalten: All die Hinweise auf die demographischen Veränderungen dienten im Wesentlichen dazu, Schreckensszenarien an die Wand zu malen. Und einmal die Menschen in Schrecken versetzt, ging es dann eigentlich nur noch um regressive Reformen: Länger arbeiten, geringere Rente, höhere Sozialbeiträge. Das hat sich jedenfalls prima dazu geeignet, eben nicht die Verteilungsfrage zu stellen; konkret heisst das dann eben: Wie soll der Zuwachs des Wohlstandes verteilt werden? Wollen wir uns wirklich Beitragsbemessungsgrenzen leisten, die die Spitzenverdiener sukzessive entlasten?
    Ein letzter Hinweis: Wer über die Lohnhöhe, über die generation Praktikum, über Leiharbeit, über den enormen Niedriglohnsektor nicht reden will, soll über Rente schweigen. Aber auch von diesem Zusammenhang wollen all jene nichts wissen, die lieber auf Kürzungen, Grundsicherung und Beitragserhöhung setzen. Zahl anständige Löhne, schafft Beitragsbemessungsgrenzen ab, verteilt Produktivitätsfortschritte weniger einseitig, dann können wir unseren älteren Mitbürgern eine Lebensstandardsicherung finanzieren, die sie überdies verdienen.
    Danke, Herr Sell!

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 21:39 Uhr.

      Danke Ihnen. Und nur eine Anmerkung zur Verteilungsfrage: Auch bei den Vorschlägen, die Lebensarbeitszeit zu verlängern, weil doch „die“ Lebenserwartung steigt. Dabei bleibt oft unberücksichtigt, dass auch die steigende Lebenserwartung sehr unglich verteilt ist. Das obere Drittel hat eine um fast zen Jahre höhere Lebenserwartung als das untere Drittel, eine pauschale Anhebung des Renteneintrittsalters wäre dann eine Rentenkürzung unten.

    • h.toepfer
      17.02.2017, 21:58 Uhr.

      Hallo Marco

      Ich glaube du bist der Einzige in diesem Forum wo die Botschaft von Prof. Sell angekommen ist.
      Wie schade das so wenig das Wesentliche vom Unwesentlichen nicht unterscheiden können.

      MFG
      h.toepfer

      • Marco
        17.02.2017, 22:19 Uhr.

        Danke für Deine freundlichen Worte

  • Holger Maier
    17.02.2017, 21:26 Uhr.

    Man sollte auch über neue Lebensmodelle im Alter nachdenken.
    Muss ein Rentner eine eigene Wohnung haben? Wären auch Rentner WG’s vorstellbar?
    In der Vergangenheit lebten die Rentner bei den Kindern und brauchten sehr wenig Rente zum leben. Sollte man nicht dahin zurück?
    Ich rede hier nicht von einer lebensunwürdigen Rente, sondern von einem anderen Leben.

    Ich frage mich aber auch, wie das mit den Flüchtlingen aussehen wird.
    Jetzt Flüchtling, dann Hartz 4, weil oft kaum Ausbildung und dann Grundsicherung?

  • Helmut Menges
    17.02.2017, 21:25 Uhr.

    Warum reden wir immer über die Zuschüsse für die Rentenversicherung. Reden wir doch mal über die Beamtenpensionen,die sich z.Z pro Jahr 350 Milliarden Euro beträgt,Tendenz steigend. Laut Statistik. Bundesamt werden uns die Beamten in 2030 ca 400 Mrd Euro/Jahr kosten. Die Zuschüsse in die gesetzliche RV von 20Mrd sind dagegen Peanuts.

    • Antje
      18.02.2017, 12:35 Uhr.

      Vor allem, weil die Zuschüse zur GRV keine Zuschüsse sind sondern Erstattungen für allgemeinstaatliche Aufgaben, die man der GRV aufgedrückt hat und zwar seit 1955 mangelhafte! Siehe u.a. auch Teufeltabelle

  • Rainer Müller
    17.02.2017, 21:20 Uhr.

    Hallo, es wäre ganz einfach meiner Meinung nach. Jeder bekommt eine Grundrente die Menschlich ist völlig unabhängig was verdient worden ist. Jeder der sich es leisten kann legt was an und provitiert von seinem besseren Einkommen auf diese Art. Und vor allem: ALLE zahlen ein in eine Rentenkasse, auch Anwälte, Ärzte und Selbstständige.

  • Sybille
    17.02.2017, 21:18 Uhr.

    Guten Abend,
    ich habe eine Frage:
    Wird die privat vorgesorgte Rente bei der gesetzlichen Rente angerechnet? Wird hier die gesetzliche Rente gekürtzt oder wird diese unabhängig davon, wie viel ich privat vorgesorgt, komplett ausgezahlt?

    • Prof. Dr. Stefan Sell
      17.02.2017, 21:36 Uhr.

      Nein, private Vorsorge wird nicht auf die gesetzliche Rente angerechnet, aber auf die Grundsicherung für Ältere.

  • Wolfgang
    17.02.2017, 21:06 Uhr.

    Guten Abend:
    Frage:
    kann das gesamte System verbessert werden, indem rente komplett abgeschafft wird und jeder Pension erhalten würde?
    ich stelle mir folgende Vorteile vor:
    – Arbeitgeber sparen komplette Sozialabgaben ein.
    – Altersarmutsproblem ist beseitigt (auch bei unterbrochenem Einkommen, denn es zählt wie bei Pension vorgesehen nur das letzte)
    – Staat kann die Spaltung besser steuern – die gefahr dass Einzelne sehr viel erhalten und andere fast nichts wird geringer.

    • JM
      18.02.2017, 0:00 Uhr.

      So ein Nonsens! Die Folgen wären:
      1. Die Arbeitgeber freuen sich ein zweites Loch in den Hintern, weil sie entlastet werden, was nur den Eigentümern der Firmen zugute kommt.
      2. Die Allgemeinheit – also letztlich „Otto Normalverbraucher“ – müßte das bezahlen, z.B. mit höherer MwSt. Irgendwo muß das Geld für die Pensionen ja herkommen.
      3. Das Altersarmutsrisiko ist keineswegs beseitigt, weil die Jobcenter Arbeitslose stets zu Jobs drängen, die geringer entlohnt sind, als der vorherige. Das tatsächlich letzte Einkommen vor der Rente ist also bei Nicht-Beamten keineswegs immer das höchste (der Arbeitsbiographie).
      4. Die Gefahr der Ungleichverteilung ist genaus so groß oder sogar noch größer als vorher. Wie und mit welchem Ansatz sollte denn bitte „der Staat“ die „Spaltung steuern“???

Schreib einen Kommentar