Terror & Tourismus: Reden Sie mit!

Urlaubstraum mit Palmen. Bild: mev

Urlaubstraum mit Palmen. Bild: mev

Für Urlauber sind Terroranschläge, so sie nicht unmittelbar betroffen sind, vor allem ein Ärgernis. Immerhin können sie ihre Reisepläne ändern. Reiseveranstalter schwenken ebenfalls schnell um, bauen Kapazitäten in betroffenen Ländern ab und in anderen Regionen auf. Die Folgen sind gerade zu beobachten: Während sich Westeuropa vor Touristen kaum retten kann, herrscht in den islamischen Mittelmeer-Anrainerstaaten Katzenjammer.

In Ländern wie Ägypten oder Tunesien haben Terroranschläge den Tourismus auf Jahre weggebombt. Deviseneinahmen fehlen. Gleichzeitig entstehen hohe Kosten für Sicherheitsmaßnahmen. Das Rückgewinnen von Vertrauen als sicheres Reiseland dauert Jahre. In der Türkei vergrault zusätzlich noch das Gebaren von Präsident Erdogan viele Urlauber.

Zu Gast bei makro ist Prof. Tim Krieger, der sich mit den Folgekosten des Terrorismus beschäftigt. Er sagt, wenn der Preis stimmt und das Urlaubsland attraktiv ist, seien die Touristen in Sicherheitsfragen eher vergesslich. Diskutieren Sie mit ihm direkt nach der Sendung hier in unserem Blog!

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makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

8 Kommentare

  • makro
    makro
    24.03.2017, 21:58 Uhr.

    Das war`s für heute in unserem Blog. Wir bedanken uns für Ihr Interesse. makro gibt es wieder in der nächsten Woche – dann schauen wir auf die „Stau-Republik Deutschland.“ Im letzten Jahr summierten sich die Staus auf stolze 1,4 Millionen Kilometer. Ein Problem auch für den Warenverkehr.

  • Tim Krieger
    24.03.2017, 21:35 Uhr.

    Guten Abend, liebe Zuschauer!

  • Holger Voss
    24.03.2017, 21:23 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Krieger, wie beurteilen Sie Behauptungen, der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan strebe im Rahmen seiner geplanten Verfassungsänderung gar eine Präsidialdiktatur an, obwohl dem dadurch möglichen Erlass von Dekreten durch den Staatspräsidenten Beschränkungen auferlegt sind?

    • Tim Krieger
      24.03.2017, 21:41 Uhr.

      Lieber Herr Voss, Was die genauen Pläne von Herrn Erdogan sind, weiß ich leider auch nicht. Ich würde es sehr bedauern, wenn sich die Türkei in eine Präsidialdiktatur entwickeln würde.

    • Martin Lutterjohann
      17.04.2017, 10:44 Uhr.

      Ich liebe die Türkei als Reiseland, seine Gastfreundlichkeit, das hervorragende Essen, die Landschaften, ich hatte sogar einst Türkisch gelernt; aber bereits vor rund zwei Jahren, als Erdoğans Weg fort von Demokratie, seine Feindschaft mit den Kurden, seine damit zusammenhängende Unterstützung des IS, seine Sympathie für Islamismus, seine Abkehr von Atatürks Staatsraison bereits für alle deutlich wurden, hatten wir – meine Frau und ich – uns entschlossen, das Land unter seiner Herrschaft nicht mehr zu besuchen.
      Damals wurden nur die Terrorismusattacken für den beginnenden Rückgang des Türkei-Tourismus verantwortlich gemacht. Der Mann, der nach eigenen Worten Hitler als Vorbild sieht, wird den lange Zeit guten Weg seines Landes, auch den einstigen Tourismusboom aller Wahrscheinlichkeit nach jetzt umkehren. Er wird den Niedergang natürlich nie zugeben, sondern die Schuld dafür nach außen projizieren. Unser Entschluss, unter Erdogan nicht mehr in die Türkei zu reisen, war natürlich auch von dem großen Rückhalt seiner Politik in der Bevölkerung mitbestimmt. Das Referendum zeigt nun aber, dass die großen Städte und die Tourismusregionen am Mittelmeer gegen ihn gestimmt haben. Dennoch werden wir unserem Entschluss einstweilen treu bleiben.
      Es sind offenbar immer die ungebildeten Schichten, die Populisten wählen. Und da die Ungebildeten in der Mehrheit sind, haben selbst Diktatoren so ihre Chance, nach demokratischen Regeln gewählt zu werden. Türken lieben starke Führer. Sie halten Hitler für einen guten Mann. Das habe ich auf früheren Reisen immer wieder gehört. Ein starker Führer wie Hitler, das schreckt die einfachen Menschen in der Türkei nicht ab. Erdoğans Beleidigungen und Verleumdungen gegenüber europäischen Staaten sind eines Türken nicht würdig. Das sollte seine Landsleute auf die Palme bringen, aber seine Anhänger sind ja leider blind dafür.

  • Frank
    24.03.2017, 21:22 Uhr.

    Ich sehe keinen Grund einen Urlaub in ein Land nicht anzutreten, welches bereits an einem Terroranschlag litt. Wir sind nirgendwo mehr sicher!
    Und es ist wahrscheinlicher auf der Straße überfallen zu werden bzw zu beklaut werden als vom Terroranschlag getroffen zu werden.
    Ich würde aber aufgrund der Aussagen mancher Politiker nicht in bestimmte Länder reißen, man scheint nicht willkommen zu sein als EU Mitglied und dann geht man eben wo anderst hin.

    • Tim Krieger
      24.03.2017, 21:38 Uhr.

      Lieber Frank, Sie sprechen einen wichtigen Punkt an. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terroranschalgs zu werden, ist nach wie vor sehr gering. Im Alltag lauern deutlich größere Gefahren. Es ist daher wichtig, sich vom Terrorismus nicht allzu sehr schrecken zu lassen. Das spielt den Terroristen in die Hände. Wenn Sie aus politischen Gründen ein Land nicht besuchen mögen, ist eine völlig akzeptable persönliche Entscheidung.

  • makro
    makro
    24.03.2017, 20:07 Uhr.

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