Wetter: Reden Sie mit!

Prof. Heiko Paeth, Universität Würzburg.

Prof. Heiko Paeth, Universität Würzburg.

Das Wetter hätten wir im Griff, so die Annahme. Die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft seien beherrschbar. Doch die jüngste Vergangenheit mit Stürmen, Hitze, Dürre und Starkregen haben die fortwährende Abhängigkeit von Wetterereignissen vor Augen geführt.

Diese Wetterextreme, prognostizieren Klimaforscher, werden häufiger werden – auch in Deutschland. Wir sollten uns darauf vorbereiten, sagt Prof. Heiko Paeth von der Uni Würzburg. Und zwar in so unterschiedlichen Bereichen wie Landwirtschaft, Energiegewinnung und Stadtplanung. Diskutieren Sie mit!

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makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

31 Kommentare

  • D. Kirsten
    08.02.2019, 23:16 Uhr.

    Die Sendung hat leider wieder mal verdeutlicht, was dabei herauskommt, wenn in Entscheidungsebenen jeglicher Clouleur Partikulatinteressen und Geldgier der Vorrang gegenüber dem Allgemeinwohl eingeräunmt wird.

  • Britta Bruns
    08.02.2019, 22:23 Uhr.

    Und noch eine Frage:
    Bestehende Bauordnungen sind manches Mal für betroffene Gebiete schlechter, um Bauvorhaben, die zu den Bestandsimmobilien in Stil und Nutzung nicht passen, verhindern zu können.
    Gibt es keine Bauordnung, wird die Anmutung und Nutzung einer Bebauung/eines Viertels angesehen und aufgrund dessen entschieden.
    Im oben geschilderten Falle sind völlig artfremde Bauten entstanden, die die Bauordnung aber erlaubte (sagen die Experten, für mich nicht nachvollziehbar).
    Gibt es hierzu etwas, was mir helfen könnte, ein Argument zu finden, das auf sachlicher Ebene die Augen für Missstände öffnen hilft?

  • makro
    makro
    08.02.2019, 22:21 Uhr.

    Das war’s für heute in unserem Blog. Wir bedanken uns für Ihr Interesse und bei unserem Studiogast Prof.Heiko Paeth von der Uni Würzburg für die Beantwortung der Fragen. Sie können untereinander natürlich gerne weiterdiskutieren. Wir wünschen Ihnen noch einen guten Abend

  • Britta Bruns
    08.02.2019, 22:18 Uhr.

    Vielen Dank, Herr Prof.Dr. Paeth!

    Offenbar waren Sie selbst bei einer Bürgerinitiative in Würzburg aktiv. Ich habe gerade danach gegoogelt, um mich inspirieren bzw. durch Kontaktaufnahme dort ggf. auch weiter informieren zu lassen.
    Ich habe einiges gefunden.
    Können Sie mir die BI konkret benennen?
    Danke!

  • Christa Schwaighofer
    08.02.2019, 21:45 Uhr.

    Jeder spricht von der Klimaerwärmung,aber weder die Politik, noch die Umweltschützer setzen an der richtien Stelle an. Man sehe sich nur die Flugbewegungen über Europa an. Der Flugverkehr hat sich vervielfacht. Das sind die Grössten verschmutzer. Da sollte man ansetzen.Die Umwelt würde es danken.

    • Martin
      08.02.2019, 21:59 Uhr.

      Hallo Christa,
      ich sehe die ganze Sache sehr fatalistisch. Die allermeisten Bürger wollen sich überhaupt nicht einschränken. Wenn vielleicht die Mehrheit Grün wählen würde, würden die grünen Parteien auch stärkere Maßnahmen (z.B. Einschränkung des Flugverkehrs) fordern oder durchsetzen. Ich glaube wir brauchen erst großen Mangel und Katastrophen, am eigenen Leib gespürt, bis wir wach werden.

    • Göttinger
      08.02.2019, 22:41 Uhr.

      Schon mal so gedacht?: die Masse wählt CDU und SPD. Beide schützen die fossile Industrie wegen der Unternehmen & Arbeitsplätze = stabile Steuereinnahmen & Wählerstimen. Also: rein in die Politik. Mit- und selber machen. Sie können’s!

  • Volker S.
    08.02.2019, 21:45 Uhr.

    Wie kann das Klimabewusstsein generiert werden? Derzeit emittiert der Bundesbürger knapp 9 Tonnen. Zielniveau müsste aber 1 Tonne sein. Und das blitzschnell. Zusätzlich weltweit. Gibt es überhaupt eine realistische Chance?

    • Prof. Dr. Heiko Paeth
      08.02.2019, 22:14 Uhr.

      Hallo Volker S.,

      ich glaube, dass der Klimawandel selbst die nötige Aufmerksamkeit zum Umdenken schaffen wird. Wir befinden uns gegenwärtig ja nur in der Anfangsphase dieser Veränderungen und beginnen sie trotzdem zu spüren. Ich selbst bin darüber wenig überrascht, weil ich seit über 20 Jahren mit den zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert werden. Aber ich stelle fest, dass das Problem seit zwei bis drei Jahren nicht mehr nur in der Wissenschaft und Politik, sondern sprunghaft ansteigend auch in der Öffentlichkeit sehr intensiv wahrgenommen wird. Noch ein paar weitere Hitzesommer und unser Konsum- und Wahlverhalten wird sich zunehmend verändern – zumindest in Ländern wie Deutschland mit gutem allgemeinen Bildungsniveau. Das wird dann hoffentlich Strahlkraft in Europa und der Welt haben.

  • Ilse Hübscher
    08.02.2019, 21:41 Uhr.

    Inwieweit hat der Handel mit Klimazertifikaten auch zu einem Umdenken in Wirtschaft und Politik geführt ? Eigentlich war der Handel ja gedacht als Anreiz für die Einführung von Modernisierungsmaßnahmen und neuen Verfahren zur Vermeidung von CO2.

    • Prof. Dr. Heiko Paeth
      08.02.2019, 22:07 Uhr.

      Hallo Frau Hübscher,

      der Handel mit CO2-Zertifikaten ist eine gut gemeinte Maßnahme gewesen. Allerdings sind damals zu viele Zertifikate ausgestellt worden, so dass bislang daraus wenig Anreiz zum Einsparen von Treibhausgasemission entstanden ist. Gegenwärtig wird ja diskutiert, das System zu überarbeiten und den Wert der Zertifikate auf ein Niveau zu heben, dass Einsparungsmaßnahemn betriebswirtschaftlich interessant und relevant werden.

  • J. W.
    08.02.2019, 21:39 Uhr.

    Hallo, dass man nicht mehr machen kann, finde ich eine unglückliche Botschaft denn jeder und jede kann sehr viel tun… vielleicht nicht innerhalb einer Nacht …

  • Angela Ziegler
    08.02.2019, 21:39 Uhr.

    Zu Freiburg:der Platz der Synagoge ist zubetoniert worden 2016.Kein gutes Beispiel
    Frage zu Freiburg:Wie sinnvoll ist es das Dietenbachgelände (Hochwassergebiet)zuzubauen? 108Hektar für Wohnungen und 1500Menschen? Frischluftzufuhr für Freiburg? Können sie mal als Experte mit der Stadt reden?

    • Prof. Dr. Heiko Paeth
      08.02.2019, 22:02 Uhr.

      Hallo Frau Ziegler,

      um das beurteilen zu können, kenne ich mich in Freiburg nicht genug aus. Ich empfehle Ihnen aber, meinen Kollegen Prof. Dr. Rüdiger Glaser von der Uni Freiburg (Geographie) zu kontaktieren. Er befasst sich auch mit Fragen des Stadtklimas und kennt die Verantwortlichen in Stadtverwaltung und Stadtplanung vermutlich besser. Viel Erfolg!

  • J. Welsch
    08.02.2019, 21:38 Uhr.

    Hallo, dass man nicht mehr machen kann, finde ich eine unglückliche Botschaft denn jeder und jede kann sehr viel tun… vielleicht nicht innerhalb einer Nacht …

    • Prof. Dr. Heiko Paeth
      08.02.2019, 21:59 Uhr.

      Hallo Frau Welsch,

      ich hoffe, dass das nicht die Botschaft unseres Interviews war. Ich stimme Ihnen zu, dass kann jeder einzelne sehr viel tun kann und viele, die das gleiche tun, gemeinsam auch einen ganz wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Es gibt insgesamt vier zentrale Säulen des individuellen Klimaschutzes, die bei ihrer Umsetzung noch nicht mal zentral in unsere Lebensqualität eingreifen – eher das Gegenteil bewirken können:
      1) so wenig fliegen wie möglich
      2) spritsparendere Autos fahren (keine SUVs)
      3) so wenig Fleisch essen wie möglich (und dabei gleichzeitig auf Tierwohl und faire Preise achten)
      4) regionale und saisonale Produkte kaufen

  • Britta Bruns
    08.02.2019, 21:36 Uhr.

    Hallo! Großartig, dass das Thema in der Sendung Raum bekam. Ich bin besorgte Hausbesitzerin in der Region Hannover, wo in einer Kleinstadt das Zauberwort „Nachverdichtung“ noch das Mittel der Wahl ist. Ich lebe in einem Ortsteil, am Ufer eines Binnenmeeres, wo das Klima definitiv besser ist, aber alles bebaut werden soll, was geht.
    Mich besorgt das ungemein, denn der demographische Wandel sorgt dafür, dass viele der in der Nachkriegszeit gebauten Einfamilienhäusern mit Selbstversorgergärten, die das Straßenbild hier prägen, zukünftig verkauft werden könnten. Bereits zweimal hat ein Investor zugeschlagen und Mehrfamilienhäuser gebaut, die Gärten sind versiegelten Parkflächen gewichen (trotz Bebauungsplan) und begrünt wurden die Dachflächen natürlich auch nicht.
    Gibt es Material, mit dessen Hilfe ich den Bauausschuß für das Thema sensibilisieren könnte?
    Gibt es Positiv- bzw. auch Negativ-Beispiele, auf die ich verweisen könnte?
    Ich fühle mich mit dem Thema noch allein und befürchte, dass es zu spät sein wird, wenn die Umgebung realisiert, was die Maximalbebauung für unser Mikroklima bedeutet.
    Mit Dank für Tipps, links, etc.
    und Gruß vom Steinhuder Meer
    Britta Bruns
    Dipl.-Biol.

    • Prof. Dr. Heiko Paeth
      08.02.2019, 21:53 Uhr.

      Hallo Frau Bruns,

      Sie teilen Ihr Problem mit vielen Stadtbewohnern und tatsächlich sind die Informationen zum Stadtklima nicht so weit gestreut wie Erkenntnisse über den Klimawandel allgemein. Unsere Bürgerinitiative in Würzburg war deshalb erfolgreich, weil wir die Öffentlichkeit im Rahmen sehr sachlicher Informationsveranstaltungen auf die doppelte Gefahr von Klimawandel und städtischer Wärmeinsel in Kenntnis gesetzt haben. Valide Informationen finden Sie beispielsweise auf der Homepage des Deutschen Wetterdienstes oder über die Stadt Freiburg im Breisgau.
      Ein ganz wichtiges Argument war bei uns, dass die Immobilienwerte durch eine klimabedingte Abnahme der städtischen Wohn- und Lebensqualität mittelfristig stärker verlieren könnten, als die Einnahmen aus gegenwärtigen Grundstückverkäufen.

    • Ilse Hübscher
      08.02.2019, 21:58 Uhr.

      suchen Sie einfach nach „Stadtklima“ im Netz.
      Das vom DWD betreute Deutsche Klimaportal gibt auch etwas Hintergrundwissen dazu.
      https://www.deutschesklimaportal.de/DE/Themen/3_Stadtklima/A_Stadtklima_Standard.html

      Darüber hinaus gibt es eine rel. neue EU-Bau-Richtlinie, die zwingend im Städtebau umzusetzen ist. Die müssten Sie bitte recherchieren, dürfte aber im Baudezernat und Bauausschuß Ihrer Stadt bereits bekannt sein.

    • Göttinger
      08.02.2019, 22:30 Uhr.

      Gründen sie eine Bürgerinitiative. Wenden Sie sich an die Piratenpartei (ggf. andernorts). Die liefert im Netz viele Informationen, auch zur Kommunalenpolitik. Teils sehr engagierte, enttäuschte Ex-Grüne.

  • Marianne Habersetzer
    08.02.2019, 21:34 Uhr.

    Grüß Gott,
    Ditzingen ist ein Negativ Beispiel; der OberBürgermeister träumte von einem Campus in der Glemsaue. Das Jahrhunderthochwasser 2010 lehrte ihn etwas anderes. Und trotzdem wurde weiter zugepflastert mit einer Sporthalle. Eine Bürgerinitiative wurde trotz aller entsprechenden Hinweise „Frischluftschneise“ usw. nicht ernst genommen. Schade; so lange es den Regierenden egal ist, welche Welt sie unseren Nachkommen hinterlassen …

    • Britta Bruns
      08.02.2019, 21:41 Uhr.

      Hallo Marianne!

      Da es offenbar bei Euch eine Bürgerinitiative gab: woran konnte diese sich orientieren?
      Ich suche nach Quellen, bin noch ganz am Anfang, möchte aber was tun.
      Danke für Input!

  • Michael Rauer
    08.02.2019, 21:33 Uhr.

    Wer beim DWD nach Wetterrekorden sucht, findet viel extremere Temperaturrekorde wie dieser Tage, das gilt für Europa und die USA und beginnt ab 1929, wie erklären Sie sich das!
    Wir haben keinen von Menschen gemachten Klimawandel, Punkt aus!

    • Jack
      08.02.2019, 21:36 Uhr.

      Woher beziehst Du diese Schlußfolgerung?

    • Marianne Habersetzer
      08.02.2019, 21:37 Uhr.

      Denn sie wissen nicht, was sie tun …
      Bzw. sagen …

    • Britta Bruns
      08.02.2019, 21:40 Uhr.

      Hallo!
      Bitte beachten: es geht um Klima, nicht um Wetter…

    • Prof. Dr. Heiko Paeth
      08.02.2019, 21:45 Uhr.

      Sehr geehrter Herr Bauer,

      tatsächlich zeigen alle Wetteraufzeichnungen weltweit, dass insbesondere Hitzeextreme und Starkwindereignisse zunehmen, beispielsweise die europäischen Winterstürme der letzten beiden Jahrzehnte, die Hurricanes in den USA und die Hitzewellen seit 2003. Die höchste je gemesssene Temperatur in Deutschland wurde beispielsweise mit 40,2°C im Juli 2015 in Kitzingen gemessen. Es spricht dem Klimwanbdel nicht entgegen, dass einzelne Wetterextreme auch schon in früheren Jahrzehnten aufgetreten sind. Es ist aber die Systematik, mit der dies in den letzten Jahren immer häufiger und in immer mehr Regionen der Erde auftritt, die uns Sorgen bereitet.

      • Britta Bruns
        08.02.2019, 21:52 Uhr.

        🙂

    • Ilse Hübscher
      08.02.2019, 21:46 Uhr.

      nur dass der DWD nur für Deutschland zuständig ist und kein USA- oder Euro-Wetter in seinem Bestand führt. Sie meinen vielleicht das Deutsche Klima-Rechenzentrum.

      Nur wäre es nett, wenn Sie für die Aussage „Wir haben keinen von Menschen gemachten Klimawandel“ einen belastbaren Beleg nennen könnten.

    • Göttinger
      08.02.2019, 22:15 Uhr.

      Egal, ob sich das Klima wandelt. Ist es nicht klüger, sich darauf vorzubereiten? Und: sollte ich mein Haus wirklich noch mit Öl übergießen, wenn es droht abzubrennen?

  • makro
    makro
    08.02.2019, 13:14 Uhr.

    Liebe Nutzer des makro-Blogs, wir wünschen ein offenes, freundliches und respektvolles Diskussionsklima. Bitte wahren Sie einen fairen und sachlichen Ton. Diese Diskussion wird moderiert und wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsere Netiquette missachten. Vielen Dank!

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