Tiergesundheit: Reden Sie mit!

Albert Sundrum ist Professor für Tierernährung und Tiergesundheit an der Universität Kassel. Bild: Universität Kassel

Albert Sundrum, Professor für Tierernährung und Tiergesundheit.

Hund, Katze und Kaninchen erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das Haustier wird Familienmitglied. Kein Preis ist den Haltern zu hoch, wenn es um das Wohlergehen der tierischen Mitbewohner geht.

Ganz anders sieht es in der Nutztierhaltung aus. Bei Schwein, Rind und Geflügel kann der Preis gar nicht niedrig genug sein. Zwar ist dort der Antibiotikaeinsatz stark gefallen. Entwarnung gibt Albert Sundrum, Professor für Tierernährung und Tiergesundheit, deshalb aber keineswegs: „Mit der Reduzierung der Antibiotikaeinsatzmengen dürften sich die Erkrankungsraten im Durchschnitt sogar eher erhöht als erniedrigt haben.“

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makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

52 Kommentare

  • makro
    makro
    05.04.2019, 22:32 Uhr.

    Das war’s für heute in unserem Blog. Wir bedanken uns für Ihr großes Interesse und bitten gleichzeitig um Verständnis dafür, dass nicht alle Fragen beantwortet werden konnten. Sie können natürlich untereinander gerne weiter diskutieren. makro gibt es nächste Woche wieder. Dann schauen wir nach Frankreich. Da wird gerade viel diskutiert, gestritten und demonstriert. Ein Anlass: die Wirtschaftspolitik von Präsident Macron.

  • Nicole Postel
    05.04.2019, 22:12 Uhr.

    Sehr geehrter Prof. Dr. Sundrum,
    bitte antworten Sie mir doch.
    Wie stehen sie zur veganen Lebensweise, die über die Ernährung weit hinaus geht, im Hinblick auf das Wohl der Tiere?
    Bspw. ist der Konsum von Schweinefleisch in Dtl. rückläufig, dafür wird mehr exportiert.
    Vielen Dank, Nicole Postel.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 22:24 Uhr.

      Die vegane Ernährung ist eine persönliche Entscheidung, die ich nicht nur respektiere, sondern auch für konsequent erachte. Nun kann diese persönliche Entscheidung nicht allen anderen Mitbürgern abverlangt werden und auch die Politik wird eine solche Ernährungsform den Bürgern nicht vorschreiben können. Wie ich in einer anderen Antwort schon angedeutet habe, ist für mich da die Grenze erreicht, wo die Interessen von einzelnen und wenigen über die Interessen des Gemeinwohles gestellt werden, dies bedeutet, wir müssen ein Gemeinwesen organisieren, in dem Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz ganz oben stehen, weil sie letztlich uns alle betreffen und uns alle beeinträchtigen, und dies in Zukunft in noch viel größerem Ausmaß als sie sich dies aktuell vorstellen können. Wir alle sollten ein Interesse daran haben, dass wir den Herausforderungen begegnen, nicht nur um unsere eigenen Interessen zu verfolgen, sondern auch die Interessen aller im Blick haben.

      • Nicole Postel
        05.04.2019, 22:37 Uhr.

        Vielen Dank für Ihre Einschätzung!
        Ich sehe es auch so, daß Umweltschutz ganz oben auf der Agenda stehen muß. Die Erde wird unsere Schandtaten überleben, nur wir nicht. Wir schaufeln uns praktisch unser eigenes Grab. Greta Thunberg hat das schon in einem jungen Alter begriffen. Ich frage mich ganz ehrlich, warum dazu seitens der Weltpolitik so viel Ignoranz an den Tag gelegt wird.
        Liebe Grüße, Nicole Postel.

  • B.Becker (Tierärztin)
    05.04.2019, 22:05 Uhr.

    Danke zunächst einmal für die Sendung. Ich halte es für extrem wichtig, das Thema ständig zu diskutieren und das Leid der Tiere und die Marktsituation dahinter aufzuzeigen.
    Ich verstehe den Hinweis auf die Tiergesundheit, Herr Prof. Sundrum. Aber wäre es nicht schöner, wenn wir uns generell auf die pflanzenbasierte Ernährung konzentrieren würden und die Tiere ganz und gar in Ruhe lassen würden? Immer mehr Menschen zeigen, dass dies gut möglich und sogar gesund ist.

    Vielen Dank.

    • Nicole Postel
      05.04.2019, 22:14 Uhr.

      Genau! Ich ernähre mich seit Jahren bio-vegan und habe top Blutwerte.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 22:16 Uhr.

      Sehr geehrte Kollegin,
      sich von tierischen Produkten zu verabschieden, ist sicherlich eine Option, die jeder für sich treffen kann. Allerdings ändert dies wenig an den Zuständen in der Nutztierhaltung. Auch wenn der Fleischverbrauch in Deutschland rückläufig ist, werden ja deshalb nicht weniger Tiere gehalten. Derzeit werden ca. 40 % des Fleisches und 40% der Milch exportiert. Wichtiger noch als keine tierischen Produkte mehr zu verzehren, fände ich, dies auch mit dem Hinweis zu tun, dass die externen Effekte, d.h. die unerwünschten Nebenwirkungen der tierischen Erzeugung in den Bereichen Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz ein solches Ausmaß erreicht haben, dass es eines Widerstandes bedarf. Hier geht es um Gemeinwohlinteressen, auf deren Kosten andere Interessensgruppen agieren, und nicht nur um die Interessen des Einzelnen, wie gut begründet die auch immer sein mögen.

    • Nicole Postel
      05.04.2019, 22:29 Uhr.

      Werte Fr. Becker,
      kennen Sie Tierärzte im Raum Berlin/Brandenburg, die zur pflanzenbasierten Ernährung stehen?
      Liebe Grüße, Nicole Postel.

  • Christine Wegner
    05.04.2019, 22:00 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Sundrum, durch Zufall bin ich auf die heutige Sendung aufmerksam geworden. Ich habe in den Jahren 2001/2002 in Witzenhausen studiert und und das Modul Tiergesundheit bei Ihnen belegt. Ihre differenzierte Sichtweise des Ökolandbaues im Spannungsfeld von Tiergesundheit und Tierschutz hat mich maßgeblich geprägt! Ich bin noch heute dankbar für Ihre Ausführungen während des Seminars und der Exkursionen. Ich hoffe, Sie haben viele, viele Studierende für das Anliegen einer vernünftigen artgerechten und tierschutzgeprägten Nutztierhaltung, über Ideologien hinaus gehende und tiergesundheitsrelevante Ansichten erreichen können und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Gehör für Ihren Kampf um eine bessere Nutztierhaltung.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 22:09 Uhr.

      Liebe Ehemalige,
      es freut mich nach so langer Zeit noch eine Feedback zu bekommen und besonders, dass sie meine kritische Herangehensweise ermutigt und nicht entmutigt hat. Das war ist ist auch weiterhin mein Ziel.

  • rene buhn
    05.04.2019, 21:53 Uhr.

    Umfragen darüber, dass die Bevölkerung bereit ist mehr für Lebensmittel auszugeben, werden durch Studien über das tatsächliche Verhalten widerlegt. Auch meine Erfahrung in Lebensmitteleinzelhandel mit leeren Regalen bei Angebotsware und günstigen Angeboten während hochpreisige Ware noch vielfältig im Angebot liegt, lässt an der verbalen Bereitschaft zweifeln, wenn dann Taten gefragt sind. Zudem wird immer wieder über Altersarmut, Armutsfalle: Kinder u.s.w. Mietpreiswucher berichtet. Da bleibt die Frage offen wer kann sich die Lebensmittel dann noch leisten. Eine Frage um die Konzentration in der Produktion zu verhindern, welche Rahmenbedingungen würden überschaubaren Einheiten dienen?

  • Regina Bastian
    05.04.2019, 21:50 Uhr.

    Hallo, Prof. Sundrum, können Sie noch einmal wiederholen, wie und wo man sich als Konsument nach der Herkunft bzw. den Produktionsbedingungen des Fleisches und von Eiern erkundigen kann? Was kann ich bei diesen ganzen Nebelkerzen durch Agrarindustrielobby und Politik tun, um bei FERTIGprodukten auf das Wohl der Nutztiere zu achten? Ich fühle mich so hilflos und betrogen! Ist Verzicht auf Fertigprodukte die einzige Möglichkeit?
    Und wieso erhöht sich trotz sinkender Antibiotikagaben die Erkrankungsraten? Danke.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 22:06 Uhr.

      Es gibt derzeit kein Angebot von Produkten von nachweislich gesunden Tieren. Aber wie soll sich so ein Markt entwickeln, wenn die Verbraucher gegenüber den Anbietern nicht signalisieren, dass ihnen die Tiergesundheit bzw. das Freisein von Erkrankungen wichtiger ist als mehr Platz pro Tier. Ich kann da aktuell nur an ihre Phantasie und ihr Engagement appelieren.
      Der Verzicht auf Fertigprodukte wäre sicherlich ein guter Anfang, sowohl um ihrer Gesundheit etwas gutes zu tun als auch nicht mehr die Produkte solcher Tiere zu verzehren, von denen sie nicht wissen, ob sie vorher gesund waren.
      Wenn die Antibiotikagaben sinken, heißt dies nicht, dass die Tiere diese nicht mehr benötigen. Viele Landwirte setzen nicht mehr die gleichen Mengen wie zuvor ein, weil sie befürchten müssen, von den Kontrollstellen abgemahnt zu werden. Ein weniger an Behandlung kann dann ein Mehr an Erkrankungen zur Folge haben, wenn nicht andere Vorsorgemaßmahmen ergriffen werden.

  • Gerhard Franz
    05.04.2019, 21:49 Uhr.

    Am Ende jedes Tierlebens steht die Schlachtung, sprich Tötung. Diese gehört zum Leben des Tieres dazu. Ich höre immer „Tierwohl“. Was aber tut man den Tieren beim Schlachten im Namens des Glaubens an, z.B. im Islam und im Judentum? Ich habe Filme gesehen, wenn Schafen in Deutschland ohne Beteubung die Kehle durchschnitten wird. Grausam!!! In Hessen und Niedersachsen allein eine fünfstellige Zahl. Sondergenehmigung heißt es. Dabei darf in Deutschland kein Tier ohne Beteubung geschlachtet werden. Lt. Grundgesetz.
    Das Schlimme, es traut sich niemand im Fernsehen, in der Öffentlichkeit, das zu kritisieren und an den Pranger zu stellen. Warum?

    • A.Hoff
      05.04.2019, 21:52 Uhr.

      Ihrem zweiten Satz widerspreche ich vehement !

    • Nicole Postel
      05.04.2019, 21:56 Uhr.

      Weil die Politiker nur an die nächste Wahl denken und mit den Tätern verfilzt sind, denke ich.

      • Regina Bastian
        05.04.2019, 22:20 Uhr.

        Ich wünsche mir so sehr, dass die Politik dem Volkssouverän, sprich uns Bürgern, mehr Einsicht und Urteilsvermögen zutraut. Zu jedem Thema – wie z. B. Tiergesundheit – sollten alle Fakten, Bedingungen und Abhängigkeiten sowie die Kosten und unbequeme Konsequenzen, z. B. Arbeitsplatzverluste im Export bereich ehrlich offen genannt werden. Dann kann ich als Konsument vieles besser verstehen und entscheiden, wieweit ich bereit bin, negative Konsequenzen hinzunehmen. Dann müssten die Politiker nicht so viel Angst vor Stimmenverlusten bei der nächsten Wahl haben und würden den Lobbyisten vielleicht mehr Paroli bieten. Ergebnis wären ein gerechteres und besseres politisches Vorgehen. Und ein schnelleres!

    • Friedrich-Karl Lücke
      05.04.2019, 21:56 Uhr.

      Das größere Problem scheint mir zu sein, dass ein nicht unwesentlicher Anteil der Schlachttiere vor dem Entbluten mangelhaft betäubt wird, z.B. weil der Bolzenschuss beim Rind oder die Elektroden bei Schwein nicht korrekt angesetzt wurden. Wie kann man hier die Situation verbessern?

      • Nicole Postel
        05.04.2019, 22:03 Uhr.

        Bei den Mitarbeitern in Schlachtbetrieben könnte man auf eine entsprechene Ausbildung bestehen. Aber wie ich gehört habe, soll dort viel Schwarzarbeit mit billigst entlohnten Menschen aus Nachbarstaaten herrschen.

    • Nicole Postel
      05.04.2019, 22:00 Uhr.

      Es gehört zum Leben von Tieren, daß man sie schlachtet??
      Tja… in der Nahrungskette ist es sicherlich so, daß man auch töten muß. Aber nur aus 2 Gründen: essen und Selbstverteidigung.
      Die Qualen der Massentierhaltung und überhaupt der Tierhaltung haben nichts aber auch gar nichts mehr mit dem oben erwähnten Ökokreislauf zu tun. Schächten hin oder her.

  • A.Hoff
    05.04.2019, 21:47 Uhr.

    Vielen Dank, liebes 3Sat-Team für Eure sehr gute Berichterstattung !

    Ich habe bereits die Sendungen am Dienstag-Abend und gestern Abend gesehen.

    Sehr sehr gut, daß Ihr aufklärt.
    Ich hoffe, es erreicht viele Menschen.

    • makro
      makro
      05.04.2019, 22:05 Uhr.

      Das freut uns, vielen Dank.

  • Lehmann
    05.04.2019, 21:47 Uhr.

    Hallo , neben meinen Ochsen arbeite ich als Betriebshelfer und werde im Schnitt auf 5 bis 6 Betrieben im Jahr eingesetzt . Das seit 30 Jahren . Ich habe in der ganzen Zeit noch nie einen Betrieb gehabt der sich nicht um seine Tiere gekümmert hat

    • A.Hoff
      05.04.2019, 21:51 Uhr.

      Was wollen Sie uns damit sagen ?

      Was heißt denn ‚kümmern‘ in den konkreten Fällen ?

      Das es leider trotzdem viel zuviele Missstände gibt, ist ja nun kein Geheimnis.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 21:58 Uhr.

      Sicherlich kümmert sich jeder um die Tiere, jedoch nicht gleich gut. Wie in allen anderen Berufen auch, werden diese mal mit mehr mal mit weniger Erfolg durchgeführt. Ich bin bei ihnen, wenn die Landwirte das Beste wollen. Häufig können sie dies nicht erreichen, weil die Preise, die sie am Markt erzielen, ihnen dies nicht ermöglichen. Entscheidend ist, dass die Landwirte sich gegen dieses Wirtschaftssystem, das durch eine Überangebot auf den Weltmärkten die sich die Preise selbst untergräbt, aufbegehren, statt es zu verteidigen. Ich sehe die einzige Chance gegen den Verdrängungswettbewerb darin, sich durch den Nachweis erbrachter qualitativer Leistungen abzugrenzen. Dies wird vielen aus diversen Gründen nicht gelingen. Aber besser man zieht dann die Konsequenzen als sich dauerhaft ein einem System zu verausgaben, gegen das man sich nicht abzugrenzen vermag.

  • Nicole Postel
    05.04.2019, 21:43 Uhr.

    Vielen Dank an 3Sat, daß Sie zur Primetime über das Thema Tiergesundheit berichten. Besonders gut fand ich den Hinweis zum Spezieismus. Hunde streicheln und Schweine essen. Dabei sind Schweine ebenso intelligent und leidensfähig wie Hunde. Nicht umsonst ist „Spielzeug“ in den Ställen vorgeschrieben.
    Zur Beziehung des Menschen zu anderen „Tieren“ empfehle ich den Film Earthlings. Es gibt ihn auch auf Youtube, mit schlechter Synchronisation, aber das kann man bei der Wichtigkeit des Themas tolerieren.

    • makro
      makro
      05.04.2019, 21:49 Uhr.

      Danke für den Hinweis.

  • bettina patermo
    05.04.2019, 21:43 Uhr.

    danke dem gesamten 3-sat-team für die überaus wichtigen und kritischen beiträge zum thema tierhaltung und verbraucherschutz! zum thema „bio-eier“, hühnerhaltung, sowie antibiotikaeinsatz in der zuchttierhaltung wäre eine vergleichende studie für österreich, sowie nachbarländer wie italien, polen, ungarn etc sicherlich ebenso von großem interesse! bitte weiter so!

  • Roger Mulzer
    05.04.2019, 21:42 Uhr.

    Ich habe eher eine Anregung als eine Frage, weil mir die Hintergründe der Verfilzung Politik & Wirtschaftsinteressen völlig klar sind. Da in letzter Zeit Gesetze zur Kontrolle der Auswüchse der Industrie (egal welche Branche)fast ausschließlich auf „Freiwilligkeit“ basieren, also bei Nichtbeachtung keinerlei Konsequenzen zu befürchten sind, möchte ich vorschlagen, dass von den echten Vertretern des Tierwohls in Talkshows und der Öffentlichkeit immer wieder darauf hingewiesen wird, wie unglaublich solch eine Vorgehensweise ist. Man stelle sich vor, es wird dem Normalbürger plötzlich selbst überlassen, ob er seine Steuern zahlt oder sein Kraftfahrzeug zur Hauptuntersuchung vorfährt. Ich finde es unglaublich, wie sich der Gesetzgeber als machtlos gegenüber den Konzernen hinstellt, während beim Normalbürger praktisch jedes Fehlverhalten vom Staat z. T. heftig sanktioniert wird. Diesen Sachverhalt gilt es immer wieder mit den z. B. oben genannten Beispielen zu wiederholen, damit es den meisten Zuschauern plastisch vor Augen geführt wird, welch unglaubliche Situation in dieser Hinsicht herrscht. Und dabei geht es hier um Lebewesen, die Gefühle haben und unnötige Schmerzen ertragen müssen. Erklärungen auf akademischem Level, mögen sie noch so korrekt sein, erreichen gerade bei so einem emotionalem Thema, die Mehrheit nicht. HIer müssen griffigere Beispiele angeführt werden.Bei Konzernen auf die freiwillige Einhaltung von eigentlich Selbstverständlichem zu setzen ist so, als würde man glauben, dass der Fuchs im Hühnerstall keine Hühner frißt.

    • A.Hoff
      05.04.2019, 21:45 Uhr.

      Sehr guter Beitrag, vielen Dank !

    • Nicole Postel
      05.04.2019, 21:51 Uhr.

      Werter Hr. Mulzer,
      leider reagiert der Staat nicht nur bei den Großkonzernen gegenüber dem Bürger mit so viel Doppelmaß.
      Was haben denn Mörder in Dtl. zu erwarten im Vergleich zu Steuerhinterziehern? Kindesmißbrauch wird in überwiegendem Maß gar nicht zu Gericht gebracht oder dann extrem gering bestraft. Zudem gibt es eine Verjährungsfrist. Gibt es die für Steuerhinterzieher??
      Liebe Grüße, Nicole Postel.

    • Bergmeister Waltraud, Südtirol
      05.04.2019, 22:03 Uhr.

      Danke für Ihren guten Beitrag. Es ist unerträglich wie wenig die Politik am Wohlergehen der Nutztiere und in Folge an der Gesundheit der Bürger interessiert ist. ARME Tiere, arme Menschen, nimmersatte Lobbies.

      • Roger Mulzer
        05.04.2019, 22:16 Uhr.

        Sehr geehrte Frau Bergmeister, ich mag den Ausdruck „Nutztier“ gar nicht, denn das ist schon der erste Schritt, im Tier nur den „Nutzen“ zu sehen. Wenn der Nutzen derjenige ist, mit einem Menschen artgerecht zusammenzuleben, dann ist das in Ordnung, aber ich denke der tatsächliche „Nutzen“ beim Wort Nutztier bezieht auf etwas anderes. Daher ernähre ich mich schon seit Jahren vegetarisch und muss sagen, es funktioniert! Regelmäßige Untersuchungen haben bisher keinen Mangel ergeben, die Auswahl an fleischlosen Nahrungsmitteln und das Wissen über Alternativen ist heute größer denn je. Es ist nur ein kleiner Beitrag, den ich leisten kann und natürlich sehe ich jeden Tag die Viehtransporte mit den traurig blickenden Schlachttieren an mir vorbeifahren. Und mir geht es nicht gut dabei. Alleine vom Ressourcenverbrauch, der für 1 kg Fleisch notwendig ist, ist eigentlich alles erklärt. Aber ein Stück Fleisch ist halt für viele ein Prestigeobjekt und eine infantile Trotzreaktion nach dem Motto -jetzt erst recht- kann man auch nicht ausschließen………………….schade, dass so wenige Menschen für Neues offen sind!

    • Peter Zedler (prof. dr.)
      05.04.2019, 22:16 Uhr.

      stimme Ihnen voll und ganz zu

  • Peter Zedler (prof. dr.)
    05.04.2019, 21:42 Uhr.

    Dank für den ausgezeichneten Beitrag von Prof. Sundrum. Aber ich wüßte gern, was ich abseits der Nachfrage nach gesunder Tierhaltung beim Einkauf tun könnte, um dafür Sorge zu tragen, daß die Aufgabe eines evidenzbasierten Tierschutzes als hoheitliche Aufgabe der staatlich dafür zuständigen Stellen wahrgenommen wird. Strafanzeige gegen Frau Glöckner? Wie bekommt man die verhärteten Schwächen der gegenwärtigen Politik flott? Ich wäre bei allem dabei!

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 21:51 Uhr.

      Sehr geehrter Herr Kollege,
      So abgetroschen wie es auch glingen mag; ich halte Aufklärung weiterhin für das probate Mittel, gerade im wissenschaftlichen Bereich. Dazu gehören würde, sich zu streiten, ohne Ansehen der Person. Gerade in den Agrar- und Nutztierwissenschaften wird so gut wie nicht diskutiert und debattiert. Wir müssen hier erst einmal eine Streitkultur entwickeln. Aus der Abwägung der Argumente könnte dann eine Erkenntnisgewinn hervorgehen, den wir dringend brauchen, um eine probate Abwägung zwischen Tiernutzungs- und Tierschutzinteressen zu erreichen.

      • Regina Bastian
        05.04.2019, 21:57 Uhr.

        Wieviel Zeit wird bis dahin wohl ins Land gehen? So viel Zeit haben die Tiere nicht.

  • bettina patermo
    05.04.2019, 21:35 Uhr.

    danke dem gesamten team für die überaus wichtigen und kritischen beiträge!

    • makro
      makro
      05.04.2019, 21:42 Uhr.

      Vielen Dank.

  • Lehmann
    05.04.2019, 21:35 Uhr.

    Hallo, ich bin Landwirt und betreibe einen Rindermastbetrieb. Wir halten Ochsen die im Sommer auf der Weide sind und im Winter im Stall . Die Fütterung besteht aus 100 % Gras nur zur Aufzucht wird Kraftfutter bis zu 6 Monaten eingesetzt .Die Tiere werden 3 Jahre alt und sind 3 Sommer draußen. Die Vermarktung der Tiere ist sehr schwer denn keiner will sie haben. Der Preis liegt immer unter dem Bullenpreis . Wir haben das was alle wollen , aber keiner will es !!!

    • Thomas Ording
      05.04.2019, 21:39 Uhr.

      Wenn ich wüsste wo man das Fleisch von Ihnen bekommt, dann würden wir sofort Kunden werden. Aber das ist vermutlich das Problem. Es mangelt vermutlich an einer Vermarktungsplattform und ehrliche Produzenten mit Konsumenten zusammenzubringen.

    • Peter Zedler (prof. dr.)
      05.04.2019, 21:44 Uhr.

      Wäre ja nicht schlecht, wenn man eine Kontakt-Adresse von Ihnen wüßte. Dann könnte man etwas Werbung dafür machen.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 21:46 Uhr.

      Es freut mich, wenn sie die Tiere bereits auf eine andere Weise halten, was jedoch hinzukommen sollte, ist der Nachweis in Form eines Schlachthofbefundes. Und dann wäre es Spitze, wenn das Fleisch noch einen hohen Marmorierungsgrad aufweist. Diese Spitzenware ist in der Tat schwer zu vermarkten, aber lassen sie sich nicht entmutigen.

  • Thomas Ording
    05.04.2019, 21:34 Uhr.

    Guten Abend.
    Gibt es eine Internetseite auf der ich finde wer und wo in meiner Region Eier oder Fleisch von einem kleinen „echten Biobauernhof“ zu kaufen ist?
    Vor allen Dingen wo ich selber mal einen Blick in den Stall werfen darf.

  • Nicole Postel
    05.04.2019, 21:33 Uhr.

    Sehr geehrter Dr. Sundrum,
    wäre es für die gequälten Tiere nicht besser, man würde die vegane Lebensweise mehr fördern? Das müßte aber EU oder besser EWG weit gelten.
    Vielen Dank, Nicole Postel.

  • Marie Bianchi
    05.04.2019, 21:33 Uhr.

    Hallo, vielen Dank für die gute Sendung. Was kann ich denn konkret tun wenn ich mit gutem Gewissen Fleisch von Tieren kaufen möchte die ein gutes Leben hatten? Ich lebe in der Großstadt und kenne keinen Schlachter. Mein Fleisch kaufe ich in einer Metzgerei weil ich hoffe dass sie höherwertiges Fleisch haben, aber ich weiß es nicht.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 21:42 Uhr.

      Sie werden noch ein gewisse Zeit mit der Ungewissheit leben müssen. Allerdings könnten sie ihrem Metzger damit irritieren, dass sie bei ihm einfordern, er möge von seinem Lieferanten die Information einfordern, wieviele Tiere im Jahr pathologisch-anatomische Befunde am Schlachthof aufweisen.

  • Hannes Schweikardt
    05.04.2019, 21:32 Uhr.

    Hallo, kann ich bei Eiern mit Demeter, Bioland oder Naturland Zertifizierung sicher sein, dass die Hühner nicht in den gezeigten Riesenställen gehalten werden und diese nie verlassen?

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 21:37 Uhr.

      ja, ich konsumiere Fleisch, versuche aber solches zu kaufen, dass von nachweislich gesunden Tieren stammmt. Dies beinhaltet einen größeren Aufwand.

    • Prof. Dr. Albert Sundrum
      05.04.2019, 21:40 Uhr.

      Sie können nicht sicher sein; allerdings würde ich der Größe der Bestände keine so große Bedeutung beimessen. Nicht die Größe ist entscheidend, sondern ob es den Tieren nachweislich gut ergangen ist. Dies ist unabhängig von der Bestandsgröße.

  • Theresa Rimmele
    05.04.2019, 21:32 Uhr.

    Konsumieren Sie noch Fleisch? Und wenn ja, wo und wie kaufen Sie ein?
    Besten Dank!

  • makro
    makro
    05.04.2019, 19:20 Uhr.

    Liebe Nutzer des makro-Blogs, wir wünschen ein offenes, freundliches und respektvolles Diskussionsklima. Bitte wahren Sie einen fairen und sachlichen Ton. Diese Diskussion wird moderiert und wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsere Netiquette missachten. Vielen Dank!

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