Luftfahrt im Umbruch: Reden Sie Mit!

Volker Thomalla, Luftfahrtjournalist

Trotz steigender Fluggastzahlen und einem prognostizierten Wachstum des Luftverkehrs befindet sich die Luftfahrtbranche derzeit stark im Umbruch. Der harte Wettbewerb, steigende Personalkosten und hohe Kerosinpreise setzen besonders kleine Airlines unter Druck. Auch lokale Flughäfen wie Rostock-Lage gehören zu den Verlierern, wo durch die Pleite von Flybmi nun sämtliche Linienflüge wegfallen.

Luftfahrtjournalist Volker Thomalla geht zudem davon aus, dass am Ende des Konsolidierungsprozesses der Branche „nur vier, fünf große Airline-Konzerne mit mehreren Tochtergesellschaften übrig bleiben“, die den Großteil des Markts bedienen. Auch ist zu erwarten, dass Fliegen künftig teurer wird. „Trotzdem gilt: Auf absehbare Zeit wird das Fliegen für eine breite Masse der Bevölkerung erschwinglich bleiben“.

Wie ist Ihre Meinung zu den Entwicklungen der Luftfahrtbranche? Diskutieren Sie mit!

 

Autorenbild

makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

24 Kommentare

  • Harry J. Heutschi
    26.04.2019, 22:20 Uhr.

    Guten Abend Herr Thomalla
    Haben wir nicht etwas wichtiges vergessen, nämlich neben den Flugzeugen einmal auch die grössten und noch grösseren Umweltverschmutzer im weltweiten, täglichen Verkehr zu erwähnen? Niemand spricht von den Kontainerschiffen, welche mit links auf umweltfreundlichere Transportmittel umgebaut werden können?
    Niemand spricht übrigens über die Zunahme der Flugpassagiere durch die unbewilligte Einwanderung, der Flüchtlinge, welche Ihre Familien nach Europa nachfliegen lassen, selbst 2-3 mal pro Jahr in Ihre Heimatländer oder eben auch in die Ferien fliegen. Denn diese Menschen kümmert die Umwelt wenig oder garnicht, da sie und gerade diese Menschen gemäss Umfragen alles daran setzen, Sozialgelder für Reisen zu sparen und auch mittels Krediten Reisen zu finanzieren. Bedenken wir doch mal, dass gerade auch Deutschland sowie die Schweiz und Europa einen Menschenzuwachs von mehreren Millionen Einwanderern verzeichnen müssen. Die Schweiz als Beispiel ist innerhalb von 6 Jahren um einen Viertel, also 25% an Einwohnern gewachsen. All diese Menschen wollen Reisen und ihr Leben geniessen. Die Infrastruktur jedoch hat in den letzten 6 Jahren nicht um 25% an Ausbauten und Infrastrukturen zugenommen und braucht dazu noch mindestens 15 Jahre, wird also immer hinterher hinkend Unsummen von mehreren Milliarden an Investitionen aufbringen müssen ohne dass dann endlich genügend Infrastruktur für jedermann hergestellt sein wird.
    Die Politik hat versagt und wird dieses Problem nicht, nie lösen können, wenn nicht trastische, radikale Veränderungen der Technik und Energieversorgung entwickelt und verwirklicht werden. Umweltschutz in Ehren! Es gibt keinen Fortschritt ohne Umweltschädigung, was jetzt gerade mit den Elektroautos und deren Antriebstoff, die Speicherung der Energie, den Strom bewiesen wird. Nicht Demonstrationen und Verbote sind der Schlüssel zur Lösung, sondern eben die Forschung und Entwicklung, die Fantasie und den Mut zu Erneuerungen, zur Verwirklichung ganz anderer Technologien und das vor allem miteinander und nicht in einem Konkurenzverhalten, gegeneinander!

  • makro
    makro
    26.04.2019, 22:10 Uhr.

    Das war’s für heute in unserem Blog. Wir bedanken uns für Ihr Interesse. Sie können untereinander natürlich gerne weiter diskutieren. makro gibt es wieder nächste Woche. Dann schauen wir nach Japan, dessen Wirtschaft sich auf eine schrumpfende und alternde Bevölkerung einstellen muss.

  • Carsten Klein
    26.04.2019, 22:04 Uhr.

    Guten Abend Herr Thomalla,

    wie schätzen Sie die Sinnhaftigkeit von Luftschidden/Zeppelinen u.ä. als ergänzendes Element zur Co²-Reduktion in der Luftfahrt ein?

  • Peter Kupetz
    26.04.2019, 21:49 Uhr.

    Hallo Herr Thomalla,
    da komme ich mit Kopfrechnen nicht hinterher:
    viele Zigtausend Flugzeuge mehr, der CO2äq-Ausstoß soll trotzdem um 50% (allerdings von 2005; nicht wie alle anderen bezogen auf 1990)geenkt werden => das ist Augenwischerei.
    Die nächste Kundenvealberung ist deas Freikaufen von Emissionen => totaler Humbug, denn nur eingesparte s CO2äq ist ein gutes, Ausgleich ist nicht umsetzbar, es sei denn, wir kaufen uns eine 2. Erde.
    By the way: ich fliege alle 34 Jahre und kann gut damit leben.
    Beste Grüße

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:59 Uhr.

      Hallo Herr Kupetz,

      ich glaube nicht, dass das Augenwischerei ist, denn Ökologie und Ökonomie gehen Hand in Hand: Flugzeuge, die weniger Treibstoff verbrauchen oder andere ökologische Vorteile (zum Beispiel weniger Geräuschemissionen) bieten, sind ein gewichtiges Kaufargument für die Airlines und für die Passagiere. Und deshalb ist es auch interessant für die Hersteller, an ihnen zu arbeiten.
      Das Freikaufen von Emissionen ist – da stimme ich Ihnen zu – schon ein wenig Ablasshandel, aber wenn dadurch auditiert und nachprüfbar Umweltprojekte gefördert werden, halte ich das für eine akzeptable Übergangslösung.

  • Lichtenau
    26.04.2019, 21:48 Uhr.

    Warum kann man nicht genügend CO2-freien Treibstoff für die heutigen Triebwerke produzieren? Damit könnten die Flotten abänderungsfrei weiter fliegen. Danke für repli.

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 22:02 Uhr.

      Momentan gibt es noch nicht ausreichend Kapazitäten auf Herstellerseite, um ausreichende Mengen an alternativen Treibstoffen herzustellen. Die Nachfrage ist auch dadurch eingeschränkt, dass Bio-Treibstoff ungefähr das Sechsfache von konventionellem Kerosin kostet. Aber die Energieproduzenten arbeiten mit Hochdruck am Aufbau der Kapazitäten.

  • Carla Schulte-Fischedick
    26.04.2019, 21:47 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Thomalla, welche Maßnahmen , politischen Entscheidungen, Anreize oder ähnliches braucht es aus Ihrer Sicht, damit der Luftfahrtsektor endlich konkret seine dringend notwendige Verantwortung übernimmt in Zeiten der Klimakrise?
    Wäre nicht ein erster möglicher Schritt, dass Flugzeuge, die in Deutschland betankt werden, besteuertes oder mit einer Abgabe belegtes Kerosin tanken müssten? Könnten Sie mir bitte die Links/ Quellen schicken (an lakunabi@posteo.de hinsichtlich der von Ihnen erwähnten internationalen Verträge, die Ihrer Aussage nach eine Besteuerung von Kerosin unmöglichen machen sollen. Herzlichen Dank schon mal dafür!

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:54 Uhr.

      Hallo Frau Schulte-Fischedick,

      die Quellen kann ich Ihnen gerne am Montag schicken, ich habe sie momentan nicht zur Hand. Die Luftverkehrsindustrie hat als bisher einzige (!) Industrie eine Selbstverpflichtung zur CO2-Reduktion nach dem Pariser Klimaabkommen unterschrieben. Das wurde in Zusammenarbeit mit der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO – immerhin einer UN-Organisation – erreicht.

  • U. Heingemuth
    26.04.2019, 21:37 Uhr.

    Hallo Herr Thomalla,
    sehr interessant, dass Sie sagen dass es keine anderen Möglichkeiten gibt.
    Hauptsache der „Rubel rollt“ und man kann den Leuten erzählen – Es gibt keine Alternativen.
    Aber das kennt man ja aus der Politik – „Alternativlos“!
    Und die „Lemminge“ glauben alles.
    Sie gehören meiner Meinung nach zu den Egoisten, denen es nur um den eigenen Vorteil geht.

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:50 Uhr.

      Hallo,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich respektiere Ihre Meinung, aber ich bin davon überzeugt, dass es nicht nur „Lemminge“ gibt, die alles unwidersprochen hinnehmen. Wenn Sie mich als Egoisten bezeichnen, bleibt Ihnen das unbenommen, aber bitte akzeptieren Sie, dass ich das anders sehe.
      Viele Grüße
      Volker Thomalla

  • Hartmut Rauter
    26.04.2019, 21:36 Uhr.

    Guten Abend Herr Thomalla,

    meine Frau und ich fliegen seit 20 Jahren nicht mehr und verspüren keinerlei Einschränkungen in unserer Mobilität. In Europa können Sie mittlerweise fast jedes Ziel per Bus und Bahn auf umweltschonende Art und Weise erreichen. Warum also das Klima weiterhin durch überflüssige Flugreisen schädigen?

    Mit freundlichen Grüßen
    HR

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:45 Uhr.

      Hallo Herr Rauter,
      meinen Respekt zu Ihrem Entschluss, auf das Fliegen zu verzichten. Nicht alle Menschen sind in der Lage, auf das Fliegen zu verzichten, sei es aus Zeitgründen oder weil viele Ziele auf anderem Weg nicht erreichbar sind. Unnötige Flüge zu vermeiden, halte ich für sehr sinnvoll. Aber die Bahn ist ja auch nicht immer so umweltfreundlich, wie sie sich gibt, denn sie verschweigt in ihrer Umweltbilanz beispielsweise ihren Landverbrauch, der ganz erheblich ist.

      • Carla Schulte-Fischedick
        26.04.2019, 21:53 Uhr.

        bezüglich des von Ihnen genannten Landverbrauches der Bahn – schauen Sie sich bitte dringend an, was allein der Bau von Flughäfen an Auswirkungen hat!
        https://stay-grounded.org/map/ (hoffe, der Link funktioniert noch – kann es leider gerade nicht überprüfen – ansonsten mich gerne unter lakunabi@posteo.de anschreiben

      • Hartmut Rauter
        26.04.2019, 22:04 Uhr.

        Guten Abend Herr Thomalla,

        hier antworte ich differenziert:

        1. Viele Geschäftsreisen, bei denen die Zeit eine große Rolle spielt, sind oft nur per Flugzeug zu bewältigen.

        2. Gegen gelegentliche Übersee-Flüge, die maßvoll mit einem längeren Aufenthalt am Zielort verbunden sind, ist ebenfalls nichts einzuwenden.

        3. Ansonsten ist das Fliegen unnötig und eine massive Belastung für die Umwelt.

        4. Ich stimme mit Ihnen überein, dass die Bahn effizienter und umweltfreundlicher entwickelt werden kann. Die Bahn freut sich über Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik.

        5. Jedes Verkehrsmittel „verbraucht“ Land – auch das Flugzeug, das Startbahnen und Flughäfen benötigt. Eine Gegenüberstellung des Landverbrauchs von Bahn, Flugzeug und Auto würde sicher Klarheit verschaffen.

        HR

  • Horst
    26.04.2019, 21:33 Uhr.

    Hallo Herr Thomalla, warum ist es nicht möglich die innerdeutschen Flüge ganz abzuschaffen oder einzuschränken? Meiner Meinung nach müssten die Preise für solche Flüge stark erhöht und im Gegenzug die Angebote mit der Bahn verstärkt und billiger Erden.

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:41 Uhr.

      Eine Abschaffung von innerdeutschen Flügen halte ich nicht für sinnvoll, da eine Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern wie der Bahn leider nur in Frankfurt derzeit realisiert ist.

      • Carla Schulte-Fischedick
        26.04.2019, 21:59 Uhr.

        dieses Argument kann ich nicht nachvollziehen – das würde, wenn überhaupt nur greifen bei Verbindungsflügen – und auch ich habe es, als ich noch geflogen bin, immer ohne Probleme mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen gelangt…
        Leider fliegen aber noch viel zu viele Menschen auch Strecken, die man teilweise sogar mit wenig mehr Zeitaufwand mit der Bahn bewältigen könnte _ und das wird vermutlich soölange so bleiben, wie solche Verbindungen existieren – zumal zu solchen unverantwortlichen Preisen, deren wirkliche Kosten wir alle früher oder später zahlen müssen!

  • Raphael
    26.04.2019, 21:30 Uhr.

    Wieviel werden denn neue Flugzeugmodelle wie A350, Boeing 787 oder auch weiterentwickelte Modelle wie A320/330neo zu der CO2 Einsparung wirklich beitragen?

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:40 Uhr.

      Hallo,

      die neuen Flugzeugmuster wie A350 oder A320neo verbrauchen bis zu 20 Prozent weniger Treibstoff als die vorhergehende Flugzeuggeneration. Aber dies ist nur ein Teil des Gesamtbildes, denn kürzere Flugrouten, optimierte Bodenabläufe oder der Einsatz von Bio-Fuel werden weitere CO2-Einsparungen bringen.

  • Christoph Ludwig
    26.04.2019, 21:30 Uhr.

    Guten Abend Herr Thomalla,

    meine Frage:

    welche Rolle spielt fuelcell-Antrieb in der Luftfahrt „von morgen“?

    Merci und freundliche Grüße,

    Christoph Ludwig

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:37 Uhr.

      Hallo Herr Ludwig,
      die Brennstoffzelle wird eine Rolle spielen, wenn auch vielleicht nicht als Primärantrieb. Aber zur Energieerzeugung an Bord wird die Brennstoffzelle wichtig werden. Die Zulieferer wie beispielsweise Liebherr oder Safran arbeiten schon an konkreten Projekten.

  • Holger Voss
    26.04.2019, 20:49 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Thomalla,

    werden es die USA, die OPEC, Russland usw. schaffen, die Abgebotsverknappung auf dem Ölmarkt, bedingt durch die Ölsanktionen gegen den Iran zu kompensieren, u.a. hinsichtlich der Tatsache, daß beispielsweise Lufthansa im ersten Quartal diesen Jahres, u.a. wegen der Kerosinkosten rote Zahlen geschrieben hat?

    • Volker Thomalla
      26.04.2019, 21:36 Uhr.

      Hallo Herr Voss,
      das ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann, da ich den Ölmarkt nicht regelmäßig beobachte. Da der Luftverkehr aber nur rund ein bis zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs ausmacht, gehe ich davon aus, dass die Angebotsverknappung kompensiert werden kann.

Schreibe einen Kommentar