Europa: Reden Sie mit!

Prof. Aloys Prinz, Uni Münster, und Prof. Helge Peukert, Uni Siegen.

Prof. Aloys Prinz (l.) und Prof. Helge Peukert.

Das Wohlstandsversprechen ist die starke, bindende Kraft der Europäischen Union. Es hält die EU zusammen. Gerade in der östlichen und südlichen Peripherie Europas muss sich dieses Versprechen beweisen. Und doch sind die Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern enorm. Wie sich das ändern lässt, ist die große Frage.

Prof. Helge Peukert fordert Umverteilungsmechanismen für den sozialen Ausgleich in Europa. Prof. Aloys Prinz sieht als Basis für nachhaltigen Wohlstand vor allem solide Finanzen. Diskutieren Sie mit – direkt nach der Sendung hier in unserem Blog!

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makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

16 Kommentare

  • makro
    makro
    24.05.2019, 22:19 Uhr.

    Das war’s für heute. Herzlichen Dank! makro kommt wieder in zwei Wochen. Dann beschäftigen wir uns mit dem Fachkräftemangel. Bis dahin!

  • Heidi Muck
    24.05.2019, 22:06 Uhr.

    das Wohlstandsversprechen wurde für keinen der Mio.Bundesbürger erfüllt!Jeder ,der ein Sparbuch hat , erhält seit ca.8Jahren keine Zinsen ! Und das nur,damit die Regierung diese Milliarden € an Zins spart!Das ist eine zwangsweise Umverteilung von Geld von den Ärmsten der BRD zu den wohlhabenden Selbstständigen,die z.T. Subventionen bekommen . Millionen Asylanten, die Frau Merkel zu uns eingeladen hat, nehmen logischerweise den Rentnern ,Studenten&Angestellten die günstigen Wohnungen in den Städten weg.Denn natürlic wollen die Asylanten in den Städten wohnen. Um der Regierung die rote Karte zu zeigen, m u s s der Bürger AFD o. ä. wählen. Ausserdem sind wir in der BRD nie gefragt worden, ob wir unter diesen Umständen in der EU sein wollen! Warum nicht??Sind wir weniger wert ,als z.B. die Britten?Heidi Muck,76Jahre

    • helge peukert
      24.05.2019, 22:15 Uhr.

      liebe frau muck,
      der einfachste weg, dass sich migranten nicht auf den weg machen, ist dafür zu sorgen, dass diese kein motiv haben, loszugehen wegen krieg, armut usw. also nicht dort die gewässer leerfischen, keine rüstungsgüter liefern und ein wenig transfergeld als geschenk hinschicken und ihnen anständig was bezahlen für die rohstoffe, die z.b. in den handys sind. gruss hp

  • Peter Focke
    24.05.2019, 21:45 Uhr.

    Wie soll das wirtschaftliche Gefälle in Europa zwischen Ländern mit hohen
    Exportüberschüssen gegenüber wirtschaftlich schwächeren Ländern ausgeglichen werden? Vor dem Euro mussten wirtschaftsstarke Länder aufwerten – heute
    profitieren sie vom einheitlichen Euro, während schwache Länder darunter leiden. Griechenland wäre deshalb fast aus dem Euro ausgeschlossen worden.
    Die Austeritätspolitik und Zinszahlungen an die Geberländer verhindern, dass sich das Land erholen kann. Kann ein europäisches Steuersystem hier zur Stabilisierung inerhalb der EU beitragen ? Für Wirtschaftswachstum einzelner Länder gibt es keine Bremse – für die Regulation eines stabilen Systems braucht es auch negative Feedback Mechanismen

    • Prinz. Aloys
      24.05.2019, 21:53 Uhr.

      In der Tat bedarf es Rückkopplungschleifen, die die Entwicklung der Leistungsbilanzungleichgewichte aufangen. Dazu gehört, dass die Einkommen der Defizitländer in einer Währungsunion steigen und die angebotenen Produkte besser exportiert werden können. Wenn das nicht ausreicht, kann es erforderlich werden, zu Maßnahmen für die Defizitländern zu greifen, wie beispielsweise parallele Währungen – auch wenn das in der Eurozone rechtlich nicht möglich ist. Es hilft aber auch, wenn die entsprechenden Länder mit ihrer Wirtschaftspolitik den Exportsektor stärken.
      In der Tat ist der Euro für viele Länder zu früh gekommen.

      • Peter Focke
        24.05.2019, 22:08 Uhr.

        Wirtschaftsförderung in den verschuldeten Ländern dürfte kaum mglich sein, da
        sie es aus dem Steueraufkommen nicht stemmen können und durch die Schuldenbremse keine neuen Schulden machen dürfen , wie zB in Italien , die 2% Schulden machen wollten. In Ländern wie Deutschland dagegen läuft die Wirtschaftsförderung auf hohem Niveau, wenn man z.B die Ausgaben des Bundes
        mit dem der Kommunen vergleicht. Gibt es einen Fonds der EU um solchen Ungleichgewichten gegenzusteuern?

  • Rudi
    24.05.2019, 21:45 Uhr.

    Die europäische Agenda seit der Wende sieht in etwa so aus:
    1998 Verlagerung von Arbeitsplätzen der Automobilzulieferer nach Tschechien
    2003: DMark weg, 5Jahre später 2008 Finanzkrise, seit 2013 sind die Zinsen weg.
    Wie lange geht es noch so weiter mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Osten?
    Mein Computermonitor an dem ich gerade sitze kommt z.B. aus Rumänien!

    • helge peukert
      24.05.2019, 21:50 Uhr.

      sie könnten natürlich mal einen monitor kaufen, der nicht aus rumänien kommt, oder aber sich freuen, dass der dort produziert wurde und die leute ein einkommen haben. damit die ungleichgewichte nicht zu groß werden: wie wäre es mit einem dortigen mindestlohn, der es erlaubt,davon leben zu können? dann wären die arbeitskräfte dort immer noch preisgünstiger, aber es fände langsam eine angleichung statt.

  • Klaus Traunspurger
    24.05.2019, 21:36 Uhr.

    Herr Peukert: Ihre Vorschläge für eine europaweite „Mindestsicherung“ klingen natürlich prima – wie praktisch alles, was „sozial“, „gerecht“ ist bzw. sein soll; denn: Fakt ist, dass eben jeder individuell einen anderen Maßstab an „Gerechtigkeit“ setzt.
    Insofern dürfte jedwede Mindestsicherung (die die SPD über eine europaweite Arbeitslosenversicherung abdecken möchte) nur schwer bis gar nicht finanzierbar sein.
    Wenn überhaupt, müsste die EU mittels vernünftiger (und auch rigoroser) Steuerpolitik gegenüber multinationalen Konzernen zusätzliche Steuermittel auftreiben, die derartige Zusatzausgaben abdecken würden.
    Deutschen Steuer-/Beitragszahlern dürfte jedenfalls kaum zu vermitteln sein, weshalb ihre Steuern/Beiträge (die sich ohnehin auf Rekordniveau befinden; siehe OECD-Vergleich) noch weiter in die Höhe getrieben werden sollten…

    • helge peukert
      24.05.2019, 21:45 Uhr.

      prima idee, endlich mal die steueroasen mitten in europa zu beenden, da dies ein skandal ist und das gegenteil von solidarität. wie hoch soll eine mindestsicherung sein? mein vorschlag: 40 prozent des durchshcnittslohnes des landes. wie bezahlen? na wie wäre es mit einer finanztransaktionssteuer, die könnte gut und gerne einen mittelhohen zweistelligen milliardenbetrag bringen. ohne diese mindestsicherung müssen wir uns warm anziehen, da ansonsten ansonsten die armutsmigration so richtig losgeht.

      • Klaus Traunspurger
        24.05.2019, 21:49 Uhr.

        Finanztransaktionssteuer… „wäre“ – Konjunktiv, so wie viele Ideen, die für zusätzliche Steuereinnahmen sorgen würden (auch wenn ich bei diesem konkreten Vorschlag skeptisch bin, da diese Steuer auch Kleinanleger & Rentenvorsorgesparer treffen würde).
        Problem generell: Die Einstimmigkeit in Sachen Steuern auf EU-Ebene, die man eben nur mit Einstimmigkeit im EU-Rat aufheben könnte.
        Aktuell (und auf absehbare Zeit) wird es also bei steuerlichen Missständen bleiben, die wiederum weiter für Verdruss bei uns Wählern sorgen werden.

        • helge peukert
          24.05.2019, 22:02 Uhr.

          absolut ihrer meinung: das einstimmigkeitsprinzip musss weg, das kostet den deutschen fiskus viele millarden euro pro jahr.
          finanztransaktionssteuer: die kostet nur dilletantenaleger viel geld, die andauernd umschichten. auf aktien sind das 0,1 prozent, auf konsumgüter zahlen wir 19 prozent und sie sind noch nicht verhungert oder?

          • Klaus Traunspurger
            24.05.2019, 22:13 Uhr.

            Stimmt. Privatanleger (mit tendenziell langfristigem Anlagehorizont) wären gewiss nicht so arg von einer Finanztransaktionssteuer wie Spekulanten, die Hochfrequenzhandel betreiben (der mir ohnehin wenig nachhaltig erscheint & daher zurecht ‚eingebremst‘ werden sollte).
            Doch wie man das Einstimmigkeitsprinzip in Steuerfragen ‚wegbekommen‘ sollte, bleibt mir ein Rätsel… bei so viel Uneinigkeit in der EU.

  • hallo
    24.05.2019, 21:27 Uhr.

    was meinen sie mit „Hyperglobalization“?

    • helge peukert
      24.05.2019, 21:38 Uhr.

      das ist ein ausdruck von dani rodrik, er meint damit, dass die globalisierung zu weit getrieben wurde und es ausgleichende mechanismen wie landesspezifische mindestlöhne usw. geben muss und natürlich auch ökologische vorschriften, damit wir nicht endgültig den ökologischen ast absägen, auf dem wir sitzen.

  • makro
    makro
    24.05.2019, 20:39 Uhr.

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