Verkehr und Mobilität: Reden Sie mit!

Der Verkehrswissenschaftler Prof. Helmut Holzapfel

Der Verkehrswissenschaftler Prof. Helmut Holzapfel

Die Menschen zieht es in die Städte und diese kommen dem Verkehrskollaps immer näher. Stau und Lärm sind allgegenwärtig, zum Leidwesen aller Beteiligten. Die alten Verkehrskonzepte, in deren Zentrum das eigene Auto steht, sind am Ende.

Der Verkehrswissenschaftler Prof. Helmut Holzapfel fordert eine Stärkung des Fahrrad- und Fußverkehrs, konsequentes Vorgehen gegen Falschparker und möchte große SUVs am liebsten aus der Stadt raushalten. „Die Menschen“, sagt er, „sind oft viel weiter als die Politik glaubt“.

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makro

makro berichtet aus dem globalen Wirtschaftsdschungel. Mit Blick für den Menschen und fürs Detail, aber vor allem auch für die globalen Zusammenhänge. Immer freitags, immer um 21.00 Uhr.

58 Kommentare

  • makro
    makro
    14.06.2019, 22:19 Uhr.

    Das war`s für heute in unserem Blog. Wir bedanken uns für Ihr Interesse und bei unserem Studiogast, Prof. Helmut Holzapfel, für die Beantwortung der vielen Fragen. Sie können untereinander natürlich gerne weiterdiskutieren. In der kommenden Woche beleuchten wir bei makro in einer Dokumentation, weshalb die Energiewende Stromnetze anfälliger für Hackerangriffe macht.

  • Stefan Langer
    14.06.2019, 22:16 Uhr.

    Deutschland ist ein Entwicklungsland in Sachen Verkehr. Sie rasen auf der Autobahn um den nächsten Stau zu verursachen. Die Geschwindigkeitsdifferenz macht den Stau, nicht die Baustelle. Ein Tempolimit in D. bringt garnichts, weil sich kaum einer dran hält. Es gibt ja keine Strafen und wird nur selten kontrolliert. Mit dem SUV zur Schule, damit die Kinder nicht vom SUV vor der Schule überfahren werden. Das Auto als Egoprinzip anonyme Rücksichtslosigkeit. Als Radfahrer oder ÖPNV Nutzer muss man bei Fehlverhalten seinem Opfer in die Augen sehen. Der ADAC gibt in D. die Richtung von, der schon fast genetische induzierte Zwang des rücksichtslosen Anspruchs der Autofahrer in D. wird auch nicht durch die EU zu bremsen sein. SUV Maut wäre eine schöne Sache um diesen Wahnsinn einzudämmen. In einem Land in dem , wie in Hamburg, die Straßen immer breiter werden je näher man der Stadtmitte kommt, sind Politiker mathematisch eher ungebildet. Langsames fahren führt zu schnellerem Vorankommen, aber die deutschen Trottel fahren mit 100 auf eine rote Ampel zu, obwohl man bei 60 grüne Welle hat. Die Menschen sind hier einfach zu egoistisch als das da was passiert.Und die Politik ändert nichts, weil das Wähler kostet. Ich hoffe die nächste Generation wählt die Lobbypolitiker ab.

  • Luis Eichhorn
    14.06.2019, 22:04 Uhr.

    Guten Abend Herr Holzapfel,

    Welchen Rahmenbedingungen müssen Verbote für bestimmte Antriebe, insbesondere im Stadverkehr haben, damit Schadstoffe effektiv reduziert werden?
    Bei Einem Dieselverbot kommt es häufig ja einfach zur Umfahrung von Stadtzentren…

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:21 Uhr.

      Lieber Herr Eichhorn,
      sicher ist das Beste für die Reduzierung der Luftschadstoffe und die orbane Lebensqualität eine umfassende Mobilitätswende.Dabei muss generell eine Reduzierung des Autoverkerhs angestrebt werden und insbesondere, wie in der Sendung gezeit, schwere und PS-starke Fahrzeuge ausgeschlossen werden.

  • Mark Schmitz
    14.06.2019, 21:57 Uhr.

    Hallo Herr Professor Holzapfel,
    ich bin an Ihrer Kurzanalyse und zu einem Vorschlag für eine Verkehrswende in Köln interessiert.

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:19 Uhr.

      Lieber Mark Schmitz,
      jeder Ort muss in einer Verkehrsuntersuchung genau analysiert werden. Köln hat sicher spezielle Probleme, die ich hier heute Abend leider nicht umfassend Ihnen darstellen kann. Ich kann nur gemeinsam ermuntern und Ihnen sagen, dass auch für Köln eine Verkehrswende sicher möglich und unterstützendswert ist.

  • Elli
    14.06.2019, 21:55 Uhr.

    Guten Abend Herr Professor Holzapfel,

    um die Klimaschutzziele zu erreichen braucht es Deutschlandweit eine flächendeckende Verkehrswende, auch im ländlichen Raum. Dort können sich Bürger, Politik und Verwaltung allerdings nicht vorstellen, ganz aufs Rad umzusteigen, weil die Strecken doch recht weit sind. Für den Ausbau des ÖPNV ist das Geld nicht da, wie ich immer wieder zu hören bekomme. Eine Umstellung auf das E-Auto wird sich nicht jeder leisten können. Dafür sind diese noch zu teuer. Zudem sind viele der Bewohner in unserem Landkreis eher ältlich.
    Wie kann man die Kommunen davon überzeugen, dass die Verkehrswende umgesetzt werden muss und welche Ideen haben Sie für den ländlichen Raum?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:17 Uhr.

      Der ländliche Raum muss sicher durch den öffentlichen Verkehr noch deutlich sicher erschlossen werden. In Nordhessen etwa sind 90% der Einwohner im einstunden Takt an Kassel angebunden, was nur ein erster Schritt ist. Radschnellwege und Bürgerbusse und eine Verbreitung von Car-Sharing müssen ein solches Konzept noch ergänzen.

  • veloritter
    14.06.2019, 21:55 Uhr.

    Hallo Herr Holzapfel,
    mein Mann und ich sind überzeugte Fahrradfahrer und wir vermeiden, so weit es geht, Fahrten mit dem Auto. Aber gerade bei Regenwetter würde ich lieber den ÖPNV nutzen. Das mache ich aber nicht, weil man sich immer erst ein Ticket besorgen muss und vor allem, weil er in unserer Kleinstadt nur halbstündig fährt. Aber auch in den Großstädten hetzt man zur nächsten Bahn oder Bus. Viel entspannter wäre es, wenn die Städte komplett autofrei – bis auf notwendige Sondergenehmigungen – wären. Dann könnten auf den Hauptstraßen Busse in einminütigen Abständen verkehren. Dann ist man entspannt und muss nicht hetzen, weil man den nächsten schon sieht. Auch sollten sie nur mehr oder weniger horizontale oder vertikale Hauptstraßen befahren und alle 500 m ca. an den großen Kreuzen Stops haben. So muss man nicht ständig so lange Wege bis zum eigentlichen Ziel zurücklegen, weil der Bus Umwege fährt, sondern man kann dann an jeder Kreuzung selbst entscheiden, wie man schnell dorthin kommt wie man will – nur eben nicht zu Fuß sondern per „hoppen“ in den ÖPNV. Durch die einminütigen Fahrtzeiten ist dann das Umsteigen ja kein großes Zeitproblem mehr und durch die häufigen Stops sollten alle Orte in der Innenstadt nicht mehr als max. 1 km Fußweg von einem Haltepunkt entfernt sein.
    Damit diese Möglichkeit möglichst viele nutzen, wäre es gut, wenn auch die Tickets wegfallen und man stattdessen für alle eine Art Nahverkehrssteuer einführt, wo quasi JEDER vorab bezahlt. Was man bezahlt hat, nutzt man schließlich eher.
    Weiterhin könnte man dann alle Nebenstraße zu verkehrsberuhigten Zonen (Spielstraße, Fahrradstraße, Grünstraße etc.) umbauen, wo nur Anwohner fahren dürfen. Alle anderen müssen quasi Park&Ride außerhalb der Städte nutzen; kostenfrei wegen der Steuer.
    Was halten Sie von der Idee? Fände es schön, wenn sie verbreitet wird 😉

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:16 Uhr.

      Ja, Sie machen sicher interessante Vorschläge, ob ein einminütiger Abstand zwischen Bussen in Klein- oder Mittelstädten wirklich erforderlich ist, wäre zu überdenken.

  • Thomas M.
    14.06.2019, 21:50 Uhr.

    Sehr geehrter Herr Prof. Holzapfel, was halten Sie davon, Menschen dafür zu belohnen, wenn sie ihr Fahrzeug dauerhaft abschaffen und auf Bus/Bahn/Fahrrad umsteigen. Das ließe sich sicher kontrollieren, um so Betrug auszuschließen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass derartige Anreize lenkende Funktionen ausüben. Wie ist Ihre Meinung zu meinen Vorstellungen?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:14 Uhr.

      Lieber Thomas M.,
      gute Idee, so etwas könnte man sich insbesondere auch für ältere Autofahrer sicher als Möglichkeit und attraktive Perspektive vorstellen.

    • Mario Hüttenhofer
      14.06.2019, 22:18 Uhr.

      Eine Umtauschprämie für Auto gegen Fahrrad/ÖPNV.
      Am besten wer kein Auto hat erhält kostenlosen ÖPNV und ein Fahrrad.
      Ich denke das würde sich volkswirtschaftlich (hinsichtlich der Schäden und der ersparten Infrastruktur) rechnen

  • Ernst Klaffl
    14.06.2019, 21:47 Uhr.

    Im Beitrag wird berichtet, daß man in London den Smog nicht vom Nebel unterscheiden kann. Darf ich darauf hinweisen, daß dies im Wort Smog bereits enthalten ist. Es handelt sich um ein Kunstwort aus Smoke und Fog. Es wurde kreiert in den Jahren als London noch mit Kohle heizte und die Luftverschmutzung ganz andere, massiv gesundheitsschädigende Ausmaße hatte.

  • Andreas B. OTTE
    14.06.2019, 21:45 Uhr.

    Guten Abend Prof. Holzapfel,
    es ist schon sehr spannend welche Lösungen wir in Deutschland und Westeuropa zur Entlastung implementieren können! Aber haben Sie auch Lösungen für Länder in Afrika oder Asien, wo der Verkehrskollaps schon vorhanden ist es aber so gut wie noch keinen ÖPNV gibt! Luftverschmutzung hört ja nicht an der EU Grenze…etc. auf!

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:13 Uhr.

      Ja, das ist sicher wichtig. Wichtig ist jedoch auch, dass wir gute Vorbilder geben. Viele meiner Kollegen und auch ich haben Kontakte in die dritte Welt und versuchen, unsere Erfahrungen auch dort weiter zu geben.

  • Hille
    14.06.2019, 21:44 Uhr.

    Guten Abend,

    für den Umstieg auf OPNV ist die Frage von Verlässlichkeit und Kosten entscheidend. Warum gibt es keine Monatsflat für die Nutzung von ÖPNV, stattdessen komplizierte & teure Tarife nach Wabensystemen usw.? Zudem interessiert mich, welches ÖPNV-System im internationalen Vergleich für Sie beispielhaft ist.

    Vielen Dank,

    Freundliche Grüße

  • Michael Lilienweiß
    14.06.2019, 21:43 Uhr.

    Guten Tag
    Ich kenne das täglich Chaos im Autoverkehr nur zu gut und es wird insgesamt immer schlimmer…
    Davon abgesehen entsteht immer mehr Umweltbelastung, was wiederum dazu führt, daß wir immer mehr kranke Menschen haben…
    Ich würde mir sehr wünschen, daß unsere Entscheider endlich einmal wirklich für uns Menschen und vor allem für unsere Umwelt entscheiden…
    Ich fordere hohe Gebühren für Autofahrer (Steuer, Benzinpreise, Maut…) und im Gegenzug dazu einen kostenfreien öffentlichen Verkehr (Bahn, Busse, Tram, Fahrrad etc.) in ganz Deutschland. Gleichzeitig den Ausbau der Anbindung des ländlichen Raums an die Städte, sowie den Ausbau der Radstrassen in ganz Deutschland…
    Die entstehenden Kosten sollten über die Steuer und Beiträge/Abgaben der großen Arbeitgeber in Deutschland finanziert werden…
    Würde mich sehr freuen, wenn Sie sich in diesem Sinne einsetzen würden✌️
    Besten Dank M. Lilienweiß

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:10 Uhr.

      Lieber Herr Lilienweiß,
      danke. Ich denke genauso und hoffe wir beide gemeinsam bringen diese Gedanken nach vorne. Wir haben gegenwärtig einen sehr positiven Trend zu einer Mobilitätswende, lassen sie ihn uns nutzen.

  • Daniel Nöchel von Fridays For Future Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg
    14.06.2019, 21:43 Uhr.

    Guten Abend Herr Professor Holzapfel,

    ich und wir vom Fridays For Future Orga Team hatten heute auf der Demo das Thema Verkehrswende. Unsere Frage dazu ist, wie kann man die Städte dazu überreden, dass sie den Zubringer ÖPNV Verkehr nicht an die Landkreisgrenzen stoppt. Beispiel für Ihr Gebiet, der Landkreis Kassel im NVV. Dort wie in Darmstadt enden viele Bus und Tram-Linien in Städte und Gemeinden an der Landkreisgrenze. Und für viele Pendler aus benachbarten Landkreisen wie in Ihren Fall die Landkreise Waldeck-Franckenberg und Schwalm-Eder-Kreis ist es viel Umständlicher mit Bus und Bahn in die Stadt zu kommen und teurer. Deshalb nochmal die Frage, wie kann man die Kleinstadlerei bei den Auftragsgebern dens Bus ÖPNVs im Überregionalem Verkehr anders aufbauen, damit mehr Buslinien aus weiter entfernten Städten nach Kassel, Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden fahren?

    • Daniel Nöchel von Fridays For Future Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg
      14.06.2019, 21:55 Uhr.

      Ich hatte vergessen zu sagen, dass wir Sie gerne zu unserem Wöchentlichen Plenum gerne Einladen würden.

      Diese findet immer Freitags zwischen 16:00 Uhr und 19:00 Uhr statt.

      • Prof. Holzapfel
        14.06.2019, 22:08 Uhr.

        Lieber Daniel Nöchel,
        das sind sicher sinnvolle Gedanken, um den öffentlichen Verkehr zu verbessern. Gerne würd ich das mit Ihnen oder auch Bekannten aus dem NVV einmal diskutieren, bevor ich nach Darmstadt komme. Vielleicht kommen Sie in meinem Büro einmal vorbei und besuchen mich.

  • Benjamin
    14.06.2019, 21:43 Uhr.

    Hallo Herr Prof. Holzapfel,
    ist es nicht eigentlich so, daß in einer 30 km Zone mehr Schadstoffe produziert werden als in einer 50 km Stadtstraße?
    Gründe:
    1) die Fahrzeuge brauchen für die gleiche Strecke länger = längerer Schadstoffausstoß
    2) mit 30 fährt man tendenziell hochtourig (im 3. Gang), mit 50 niedertourig (im 4. Gang). Und hochtourig fahren erzeugt mehr Schadstoffe.
    Gibt es zu diesem Thema verläßliche Untersuchungen?

    Vielen Dank im Voraus!

    • Benjamin
      14.06.2019, 22:17 Uhr.

      Hallo Herr Prof. Holzapfel,
      wieso haben Sie meine Frage nicht beantwortet?
      Sicher geht es hier nicht ÖPNV oder Fahrräder, aber Verkehrsbeeinflussung in Innenstädten gehört doch sicher ebenfalls in Ihr Gebiet.

  • Rüdiger
    14.06.2019, 21:43 Uhr.

    Der ÖPNV ist ein Sparprogramm, es fehlen Unterführungen und geregelte Übergänge, nur die Jahresgehälter der Aufsichtsratsvorsitzenden der Gesellschaften sind mindestens 6-stellig. Gespart wird ausserdem indem man den ÖPNV oberirdisch statt unterirdisch verlegt, dadurch tritt man in Konkurrenz um Flächen für andere Verkehrsteilnehmer. Kurzfristiges Denken (Amtszeit eines Oberbürgermeister) kennzeichnen den Ausbau des ÖPNV in Deutschland.

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:06 Uhr.

      Lieber Rüdiger,
      ja, aber in vielen ÖV-Betrieben findet allmählich und leider viel zu spät doch ein Umdenken statt. Unterirdische Linien, etwa im Ruhrgebiet waren ein teurer und letztlich nur für den Autoverkehr nützlicher Fehler.

  • Clemens
    14.06.2019, 21:42 Uhr.

    Guten Abend
    Ich bin gerade mit der Schule fertig geworden und finde Verkehrspolitik, das Planen von Infrastruktur und das Ausarbeiten von Mobilitätskonzepten sehr spannend und überlegen in diese Richtung zu studieren. Ist es möglich bei Ihrem Institut ein Praktikum zu machen?
    Wie wird man Verkehrsexperte?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:05 Uhr.

      Lieber Clemens,
      es gibt an einigen Hochschulen, etwa in Dortmund oder Wuppertal, interdiszplinäre Studiengänge, die eine kritische Verkehrsplanung unterrichten. Das wäre sicher ein Weg, in diesem Bereich tätig zu werden. Ein Praktikum kann ich bei mir leider nicht anbieten, aber es gibt Planungsbüros, die solche Praktika anbieten.

  • B. Weber
    14.06.2019, 21:42 Uhr.

    Konkrete Forderungen:
    Verbot des PKW-Verkehrs in allen größeren Städten.
    Ausnahmen: Taxis, CharSharing, Behinderte
    Wer PKW unbedingt braucht, muß in die Peripherie (Park-And-Ride-Zonen) ausweichen.
    Busse, Trams, U- und S-Bahnen müssen weiter ausgebaut werden,
    d.h. sie müssen statt Autos zu Massenverkehrsmittel werden,
    das verbilligt die bisherigen horrenden Monopolpreise z.B. für
    Trams und Busse im Millionenbereich, als ob jedes Verkehrsmittel
    eine handgefertigte Sonderanfertigunge wäre.
    Der öffentliche Verkehr muß kostenfrei sein. Das spart die immensen
    Kosten für die Tarif-Kalkulationen, Fahrkartenautomaten, Kontrolleure,
    Gefängnisplätze für „Schwarzfahrer“ u.s.w.
    Die arbeitslosen Kartenverkäufer und Kontrolleure werden Zug-
    Begleitpersonal, das Auskunft gibt und Vandalismus verhindert.
    Elektro-Autos sind keine Lösung, zumal das Ladekonzept an Strom-
    zapfsäulen ein idiotisches Konzept ist, statt einheitlich genormte
    Batterien wie Wasserkästen auszutauschen.
    Das Wasserstoff-Brennzellen-Konzept wird offensichtlich blockiert
    von der Auto- und Erdölindustrie. Zug-Fahrpläne müssen viel stärker als bisher mit ÖPNV-Verbindungen vernetzt werden.

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 22:03 Uhr.

      Lieber Herr Weber,
      eine ganze Reihe von sinnvollen und bedeckenswerten Forderungen, die sie formulieren. Wichtig wäre jedoch, ersteinmal ein Umdenken zu erzeugen, das diese Forderungen mehrheitsfähig macht. Dafür brauchen wir Erfolgserlebnisse, die wir etwa im Fharradverkehr durch erste Gewinne an Raum in der Stadt und Verbesserung der Stadtqualität schaffen können. Darauf aufbauend, können wir dann weitere Schritte umsetzen, vielleicht schneller als viele noch derzeit annehmen.

  • ute lankowski
    14.06.2019, 21:41 Uhr.

    Guten Abend, m.E. geht es nicht primär um das finanzielle usw. Schmackhaftmachen für die Autofahrer*innen, ihr Blech stehen zu lassen! Es geht vielmehr darum, auch mental zu verstehen/akzeptieren, dass Radler*innen und Fußgänger*innen gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer*innen sind, die keine Lust mehr haben, auf eine Änderung zu warten!! Also eine mentale Veränderung. Dazu gehört für mich auch eine De-Asphaltierung der Städte ( P-Plätze zu Grünflächen, Innenhöfe zu Parks, mehr Grünstreifen usw usw…) Das erfordert großen Widerstand gegen die Blechlobby/ Politik und v.a. Vernetzung des Widerstandes.Wie lässt sich diese Politik unterstützen und forcieren?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:57 Uhr.

      Liebe Frau Lankowski,
      genau, das denke ich auch. Veränderungen der Mobilitätskulur und der mentalen Erfassung von Verkehr sind im Moment aber gerade bei der jüngeren Generation durchaus im Gang und wir könnten sie durch und mit Hilfe kleiner Erfolgserlebnisse, wo immer wir das können, sicher fördern.

      • ute lankowski
        14.06.2019, 22:06 Uhr.

        Nicht nur bei der jüngeren :-)! Ich habe den Eindruck, dass da bezüglich Verkehrskollaps/ Radsituation/ Klimaschutz schon lange etwas unter der Oberfläche gärt und die Jugendlichen/ Student*innen mit ihrem Elan und ihrer power uns andere (Gott sei Dank!) mitreißen….

  • Graf Bibi
    14.06.2019, 21:40 Uhr.

    Guten Abend,

    eine sehr spannende Sendung. Ich arbeite selber in der Straßenbauverwaltung und erlebe hautnah, wie schwierig es ist neue Straßen/Radwege planungsrechtlich/baurechtlich umzusetzen. Die Beispiele aus der Sendung wie Paris, Luxemburg usw. haben mir wieder vor Augen geführt, wie es laufen „könnte“. Der große Unterschied aus meiner Sicht in Deutschland: Die Plangenehmigungsverfahren sind zu komplex/langwierig und dies liegt nach meinem Wissen auch am gesetzlich fast einzigartig geschüzten Grundeigentum in Deutschland. Ein drittes Gleis zwischen Aachen und Düren ist seit Jahrzehnten geplant…schafft aber auch keine Plangenehmigung, weil alle Grundstückseigentümer Klagemöglichkeiten haben bzw. Entschädigungsprozesse so komplex sind. Gibt es hierzu Bestrebungen Gesetze anzupassen,die Sie kennen?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:56 Uhr.

      Lieber Kollege,
      in der Tat sind Vereinfachungen der Planungsverfahren erforderlich und es ist bisher eigentlich meist nur im Straßenbau gelungen solche umzusetzen. Wir brauchen das ganz sicher auch im Bereich der Schienenwege. Meines Erachtens müssten ökologisch sinnvolle Projekte beschleunigt umgesetzt werden.

  • D. Berndt
    14.06.2019, 21:40 Uhr.

    Guten Abend Herr Prof. Holzapfel,

    wie schätzen Sie die Chancen für urbane Seilbahnen ein, ein neuer, weiterer Baustein eines polyvalenten öffentlichen Verkehrsangebotes deutscher Städte zu werden? Urbane Seilbahnen als innovative Mobilitätslösung werden ja zurzeit in vielen deutschen Städten thematisiert und geprüft.

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:53 Uhr.

      Für manche Fälle sind solche Seilbahnen sicher ein Lösung, allerdings sind dabei Städte bäuliche und Stadt gestalterische Aspekte zu beachten und daran scheitern manche Projekte.

  • Stanglmaier
    14.06.2019, 21:39 Uhr.

    Guten Tag Herr Professor Holzapfel,

    Wie ist Ihre Meinung zu den geplanten
    Flugtaxis? Kann das wirklich auch langfristig für einen Normalverdiener erschwinglich sein/werden?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:50 Uhr.

      Vom Energieaufwand und von der Kostenseite her scheint das nur etwas für reichere Menschen zu werden. Einen Massenmarkt dafür sehe ich nicht.

  • Thomas Oswald
    14.06.2019, 21:39 Uhr.

    Hallo Herr Professor,

    solange man nur auf die Arbeit ist das ja alles kein Problem. Aber wenn ich einkaufen muss und ca 20 kg Lebensmittel dabei habe und dazu noch Tiefkühlkost und auf dem Land lebe – wie soll das dann funktionieren. Gerne würde ich auf das Auto verzichten. Aber an diese Problematik denkt keiner.

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:49 Uhr.

      Lieber Herr Oswald,
      das ist selbstverständlich ein Problem. Es gibt aber erste Supermärkte auf der grünen Wiese, die Radlern umsonst per Lastenfahrrad umsonst ihre Lebensmittel zustellen, leider jedoch bisher nur in Holland oder Skandinavien. Wäre gut, wenn wir das auch mal bei uns probieren könnten.

    • Luis Eichhorn
      14.06.2019, 21:49 Uhr.

      GutenAbend Thomas,

      Mobilitätskonzepte, die auf diese Anforderungen sind müssenebenfallsentwickelt werden. In diese Kategorie fallen „on-demad“-Dienste, die mehr oder weniger auf Abruf zur Verfügung stehen sollen, etwa wie Uber.
      Überlegungen gehen in die Richtung, diese an den öffentlichen Verkehrzu koppeln. Ein Beispiel dafür ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, welches mit e-Autos die letzte Strecke von einem abgelegenen Punkt zu einem Anschlusspunkt schließt

      LG
      Luis

  • Alfred Zedelmaier
    14.06.2019, 21:38 Uhr.

    Ich hab da mal ne Frage: unbestritten stehen Autos zum großen Teil ihres Lebens rum. meines auch. Wäre es nicht schön, wenn man Menschen belohnt, die bereit sind ihr Auto zu teilen. Oder ein Ansatz aus Vorarlberg Kommunen fördert, dieauf dem Land ihren Bürgern Autos zur Verfügung stellen. Gemeinwohlökonomie. Vielen Dank im voraus für das Teilen ihrer Gedanken

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:48 Uhr.

      Lieber Herr Zedelmaier,
      ja klar, Vereinfachung von Autoteilen kann sicher helfen, die Zahl von Automobilen zu reduzieren. Ich glaube, dass das eigene, nur selbstgenutzte Auto, mittelfristig nur ein Auslaufmodell darstellt.

    • Benjamin
      14.06.2019, 21:50 Uhr.

      Privates Carsharing gibt es doch längst (ein Beispiel wäre DRIVY), es müssen nur mehr Autobesitzer Mitglied werden.

  • Thomas Haupt
    14.06.2019, 21:36 Uhr.

    Hallo Herr Prof. Holzapfel,
    wo sehen Sie die Mobilität in Deutschland im Jahr 2030?
    Fahrradanteil? Anzahl Elektrofahrzeuge? Pkw-Motorisierungsgrad (Pkw/1000 Einw). Vielen Dank!

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:46 Uhr.

      Kommt drauf an, was die Politik macht. Bei einer guten Verkehrspolitik wäre es sicher möglich, den Autobesitz in Städten zu reduzieren. 50% der Fahrzeuge könnten ohne direkte CO2-Immisionen fahren und der Radverkehrsanteil könnte in vielen Städten auch 20%-30% ansteigen. Dafür müssen wir uns aber alle gemeinsam anstrengen.

  • Mario Hüttenhofer
    14.06.2019, 21:35 Uhr.

    Lieber herr Prof. Holzapfel, in der Sendung wurde gezeigt, was man in großen Städten tun kann. Aber was kann man in Mittelstädten mit ca. 50.000 Einw. tun, um erfolgreich den PKW Verkehr zu reduzieren?
    Mautsysteme scheiden ja wohl aus.
    Haben Sie Vorschläge?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:44 Uhr.

      Auch in Mittelstädten kann insbesondere der Fahrradverkehr einen wichtigen Beitrag zu einer Mobilitätswende leisten. 50% aller Ortsveränderungen in Mittelstädten sind kürzer als 5 km. Davon könnte vieles mit dem Fahrrad erledigt werden.

  • Stefan
    14.06.2019, 21:34 Uhr.

    Hallo, als ich in den 80er Jahren studierte mussten die Studenten jedes Semester 30DM zahlen und konnten dafür kostenlos Bus fahren. Einige wollten sich da raus klagen, haben es aber nicht geschafft. Könnte man dieses Prinzip nicht auf die genze Bevölkerung umlegen. Für z.B. 500 € für eine Familie pro Jahr kostenlos ÖPNV.

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:43 Uhr.

      Lieber Stefan, interessanter Vorschlag. Einfache Tarife und ein qualtitativ hochwertiger ÖV sind die Basis einer Verkehrswende.

  • Michael
    14.06.2019, 21:33 Uhr.

    Lieber Herr Professor Holzapfel,

    was würde passieren, wenn der Staat/ ein Bundesland/ eine Stadt den Bürgern ein ÖV Abo gratis abgeben würde?
    Würde dies das ÖV-System verkraften oder gäbe es dadurch nicht bewältigbare Kapazitätsprobleme im ÖV-System?

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:40 Uhr.

      Lieber Michael,
      leider ja, Tarifsenkungen müssen in jedem Fall mit Ausbauplänen des öffentlichen Verkehrs einher gehen. Die Politik fördert leider bisher wesentlich den Straßenbau, wir müssen dringend erreichen, dass der Ausbau von Bahn und EV gleichberechtigt in der Planung berücksichtigt wird.

  • Michael Nolte
    14.06.2019, 21:28 Uhr.

    Guten Abend Herr Prof. Holzapfel, ich kämpfe gerade für einen Ausbau eines Fahrradwegenetzes im Bereich des Kreises Unna im Ort Cappenberg. Leider muss ich feststellen, dass wir mit unserem Bürgerbegehren nur auf Widerstände stoßen.

    Straßen NRW nimmt sich dem Thema nicht wirklich an und entgegnet mit nackten Zahlen, wie Fahrbahnbreiten, niedrige Auslastung der Straße etc.

    Wie soll man da den Mut nicht verlieren als Bürger um einen alternativen Fahrradverkehr zu kämpfen. Man fühlt sich hilflos bei leeren Stadt- und Landkassen.

    • Prof. Holzapfel
      14.06.2019, 21:38 Uhr.

      Guten Abend Herr Nolte, geben Sie nicht auf! Für den Ausbau des Fahrradverkehrs sind im ganzen Land Menschen, die sich auch immer mehr mobilisieren. Die Politik kann Radenscheiden mittlerweile nicht mehr übergehen und die Wahlergebnisse in der letzten Zeit stützen das. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
      P.S. Radwege sind viel billiger als neue Autobahnen.

  • makro
    makro
    14.06.2019, 16:46 Uhr.

    Liebe Nutzer des makro-Blogs, wir wünschen ein offenes, freundliches und respektvolles Diskussionsklima. Bitte wahren Sie einen fairen und sachlichen Ton. Diese Diskussion wird moderiert und wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen, die unsere Netiquette missachten. Vielen Dank!

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